AG Tag der deutschen Sprache

Gruppenleiter

holger klatte

Dr. Holger Klatte
holger.klatte @ vds-ev.de

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Bericht zum Tag der Deutschen Sprache am 26.09.2001

Sonntag, den 30. September 2001 um 13:50 Uhr

Am 26.09.2001 veranstaltete der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) den ersten Tag der deutschen Sprache".

Bei sonnigem und mildem Herbstwetter fanden bundesweit 30 Veranstaltungen statt. Etwa 120 Vereinsmitglieder waren im Einsatz. Ein erfolgreicher Tag - das war die übereinstimmende Meinung aller Mitwirkenden.

An den Info-Ständen unter großen Schirmen oder zeltartigen Pavillons auf den belebten Plätzen und Straßen der Städte hingen oder standen Plakate mit dem diesjährigen Motto "Klares Deutsch - Klares Englisch - Kein Denglisch". Eigene Tafeln und Transparente der Regionalgruppen mit Protesttexten, Fotos und Collagen ergänzten das Erscheinungsbild. Besonders gelungen war die Darstellung eines Trojanischen Pferdes auf einem Plakat in Braunschweig, aus dem Menschen mit einer Sprechblase voller Anglizismen schauten.

Vor den Tischen mit den Unterschriftslisten gegen Denglisch bildeten sich zeitweise Menschenschlangen, um die Aktion zu unterstützen. 7.000 Unterschriften wies die erfolgreiche Bilanz am Ende aus. Jede Minute eine Unterschrift - haben einige Regionalleiter für ihre Aktion mit Stolz ausgerechnet.

"Endlich tut jemand etwas gegen diesen Schwachsinn", war eine häufig gehörte Bemerkung von Bürgern, die ein Gespräch mit dem Standpersonal suchten. Einige Passanten verließen den Stand mit einem ermunternden "Weiter so!". Widerspruch und Kritik war nur in seltenen Ausnahmefällen zu hören. Informationsmaterial und die VDS-Zeitung "Sprachnachrichten" fanden bei den Bürgern reges Interesse.

Manches aktive Vereinsmitglied hat bei dieser Gelegenheit bisher unbekannte Talente an sich entdeckt, sei es die Überzeugungskraft oder die vertrieblichen Fähigkeiten beim Verkauf der Sonderstempelkarten, die anläßlich des "Europäischen Jahres der Sprachen 2001 " und des Tages der deutschen Sprache gedruckt worden waren.

In sieben Regionen fanden Vortragsveranstaltungen statt.

Drehorgelspieler, Akkordeonspieler und Singgruppen sorgten als Rahmenprogramm für Abwechslung und Unterhaltung. Dichterlesungen, Sprachquiz und die regionale Verleihung von Urkunden (Sprachpreise) rundeten den Tag ab.

Presse, Rundfunk und Fernsehen berichteten über die Veranstaltungen.

Warum brauchen wir einen "Tag der deutschen Sprache"?

Wer aufmerksam durch deutsche Städte bummelt, stellt bestürzt fest, daß die Amerikanisierung unserer Sprache immer weiter fortschreitet. Es entsteht manchmal der Eindruck, als ob hierzulande gar keine deutschsprachigen Bürger mehr lebten. Ladenbezeichnungen, Schaufensterwerbung, Warenbezeichnungen, Abteilungsbezeichnungen, Plakate - von "modernistischen" Kaufleuten werden alle Beschriftungen auf englisch oder scheinenglisch ausgedrückt. Insbesondere in Städten, in denen das mittelalterliche Stadtbild noch erhalten ist, wirken diese stillosen sprachlichen Einfälle bedrückend. Lokalkolorit und Stimmung, die ausländische Reisende so sehr schätzen, gehen verloren.

Die Bürger, die unsere über tausend Jahre alte Kultur als für eine Gemeinschaft unverzichtbare Tradition wahrnehmen, brauchen mehr als die Finger zweier Hände, um Beispiele für die fehlende Sprachloyalität im täglichen Leben aufzuzählen.

Es ist nicht hinnehmbar, dass deutsche Bürger ihre alltäglichen Besorgungen nicht ohne Englischkenntnisse erledigen können.

Der drohende Niedergang der deutschen Sprache kann nicht ohne Anstrengung aufgehalten werden - eine Gemeinschaftsaufgabe aller verantwortungsbewußten Bürger. Jeder einzelne muß bei sich selbst anfangen, gutes Deutsch zu gebrauchen.

Die Sprachpanscher sollen wissen, daß sie nicht nur einen mitgliederstarken Verein, sondern auch die Mehrheit der deutschen Bürger gegen sich haben.