AG Tag der deutschen Sprache

Gruppenleiter

holger klatte

Dr. Holger Klatte
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Bericht über den Tag der deutschen Sprache 2007

Sonntag, den 30. September 2007 um 14:08 Uhr

Der »Tag der deutschen Sprache« ist bei den Rundfunkanstalten in guten Händen, das war mein Eindruck über die Resonanz in diesem Jahr.

In hr3 wurde an diesem Tag ausschließlich Deutsch gesungen. Von 6 Uhr morgens bis Mitternacht hieß es 100pro deutsch. Gekrönt wurde der Tag mit einer »hr3 100pro deutsch Disco live«-Veranstaltung im Frankfurter Südbahnhof. »Wir hatten im Vorfeld unsere Bedenken, ob ein rein deutscher Abend bei den hr3-Hörern ankommt, aber der Erfolg hat uns recht gegeben. Mit 450 Gästen war die Party ab 22 Uhr ausverkauft und die 20- bis 50-Jährigen im Publikum haben bis 2 Uhr mitgefeiert, mitgetanzt, was die Tanzfläche hergab, und mitgesungen«, so Mirko Förster, der hr3 Moderator und DJ dieser Veranstaltung.

Der Hessische Rundfunk widmete der deutschen Sprache ausgiebig Sendezeit. Der Frankfurter Regionalvorsitzende Günter Hollmann kam in einem Interview zusammen mit den Meldungen der Hörerumfrage »Denglisch, Fremdwort-Schlachten, verkommene Grammatik: Die deutsche Sprache im Schlußverkauf«, Prof. Dr. Peter Schlobinski zum Thema »Anglizismen« und Prof. Dr. Erhard Denninger über den Sinn des »Sprachschutzes« zu Wort. Auch andere Rundfunkanstalten griffen den Tag der deutschen Sprache mit eigenen Beiträgen auf, wie - soweit meine Kenntnis reicht - der Bayerische, der Mitteldeutsche, der Südwest- und der Westdeutsche Rundfunk.

Seit Anfang des Jahres haben wir den Zielen dieses Tages einen weiteren Satz hinzugefügt: »Der Tag der deutschen Sprache soll einmal im Jahr zum Nachdenken sowie zum persönlichen und öffentlichen Meinungsaustausch über die deutsche Sprache anregen«. Ganz in diesem Sinne erfuhren wir die unterschiedlichen Meinungen zu den Problemen der deutschen Sprache und der Gefahr der Verdrängung des Deutschen durch das Englische in unserem Land.

Auch die Druckmedien brachten sowohl in ihren virtuellen als auch in ihren herkömmlichen Ausgaben neben den Interviews mit den VDS-Aktiven viele eigene Artikel und Befragungen, nicht nur am Tag der deutschen Sprache selbst, sondern auch in der darauf folgenden Woche. Vier Verlage gaben eine anglizismenfreie Zeitung heraus: Badische Zeitung, Freiburg; Hessisch Niedersächsische Allgemeine, Kassel; Nordwestzeitung, Oldenburg; Die Welt - Lokalteil Hamburg.

Das Medien-Echo war insgesamt außerordentlich gut, wobei eine erfreuliche Entwicklung festzustellen ist: Die Eigenbeiträge haben sich gegenüber Interviews mit Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache deutlich erhöht, was dem Meinungspluralismus in unserem demokratischen Gemeinwesen zugute kommt.

Einige Kultusministerien wiesen in ihren Amtsblättern auf den Tag hin, zumal außer dem Elternhaus die Schulen der Ort sind, an dem die Wertschätzung für die eigene Sprache bei aller Toleranz gegenüber anderen Sprachen am besten vermittelt und gefestigt werden kann.

Neben zahlreichen Informationsständen umfaßte das Aktionsangebot des Vereins Deutsche Sprache Vortrags- und Rezitationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Auszeichnungen und Preise für guten Sprachgebrauch, Umfragen, Lesungen, Interviews und Werbeveranstaltungen für die deutsche Sprache im Ausland. In Rastatt fand unter Beteiligung der Stadt eine volksfestartige Veranstaltung mit dem Regionalvorsitzenden Gerhard König, dem Bundesvorstandsmitglied Dr. Gerd Schrammen und dem Mitglied der Stiftung Deutsche Sprache Dr. Cornelius Sommer statt, in Mainz, zusammen mit der Friedrich-Naumann-Stiftung, Wiesbaden, im Hinblick auf das Jahr der Geisteswissenschaften ein Vortragsprogramm unter dem Titel »Sprache und Denken«, in Saerbeck ein musikalischer Rezitationsabend unter dem Titel »Wind, Sand und Meer«, in Darmstadt eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Hoberg, Prof. Dr. Walter Krämer und Paul-Hermann Gruner unter dem Titel »Laptop oder Klapprechner«. Insgesamt gab es weit über 40 Möglichkeiten in unterschiedlichen Städten, sich über Probleme und Zustand der deutschen Sprache zu informieren. Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft veranstaltete in Köthen einen Vortragsabend mit dem Dichter und Schriftsteller Reiner Kunze und gab die Preisträger ihres Schreibwettbewerbs für Schüler bekannt.

Vom VDS haben mit ihren Arbeitsgruppen, aber zum Teil auch als Einzelkämpfer, folgende Aktive mitgewirkt: Mandy Helas, Dresden; Theresia Müller, Bautzen; Achim Voigt, Cottbus; Dr. Frieder Spitzner, Auerbach (Vogtland); Dr. Kurt Gawlitta, Berlin; Ernst Jordan, Handeloh; Hans W. Kaufmann, Hamburg; Erhard Himmel, Lübeck; Jürgen M. Streich, Alveslohe; Carl-Heinz Vaquette, Kiel; Friedrich Beckmann, Wilhelmshaven; Dr. Wolfgang Schönfelder, Bremen; Andreas R. Niepel, Wunsdorf; Jürgen Himstedt, Delbrück; Eva-Maria Kieselbach, Kassel; Adolf Wallbott, Fernwald; Jürgen Reichert, Braunschweig; Otto Vowinckel, Düsseldorf; Erika Braunshausen, Dortmund; Dr. Hans-Joachim Thelen, Dorsten; Kurt Kösters, Münster; Dietmar Kinder, Köln; Jürgen Franke, Freudenberg; Heiner Schäferhoff, Holzwickede; Günter Hollmann, Frankfurt; Paul-Hermann Gruner, Darmstadt; Günther Kopp, Wiesbaden; Dieter Maurer, Heilbronn; Gerhard König, Karlsruhe; Frances Geis, Bühl; Dr. Gisela Spieß, Freiburg; Dr. Peter Roos, München; Birgit Schönberger, Landshut; Steffen Kurz, Bergatreute; Henning Jonas, Staig; Bernd Schamberger, Nürnberg; Irene Liefländer, Regensburg; Dr. Bernhard Sturn, Wiesentheid - Kamal El Korso, Oran (Algerien); Prof. Dr. Roland Duhamel, Brüssel (Belgien); Dr. Rolf Massin, Narbonne (Frankreich); Mathew John Kokkatt, Thiruvananthapuram (Indien); Raphael Nguedia/Fréderic Boguia Dongmo, Dschang (Kamerun); Mohammed Chergui, Fes (Marokko); Dr. Maria Druschinina, Archangelsk (Rußland), Mawoussé Tsogbé, Lomé, Togo.

Der nächste Tag der deutschen Sprache ist am 13. 9. 2008.

Heinz-Dieter Dey