Dialekte und Regionalsprachen

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Die Dialekte haben nicht nur für die Geschichte der deutschen Sprache eine besondere Bedeutung, sie sind auch ein Kulturschatz und ein wesentliches Merkmal regionaler Identität. Während im Süden des deutschsprachigen Raumes noch die Mehrheit der Bevölkerung einen Dialekt spricht, sind es in der nördlichen Hälfte teilweise weniger als 30 Prozent. Andere Bedingungen liegen in der Schweiz und in Österreich vor. Vor allem die jüngere Generation hat in großen Teilen Deutschlands kaum noch die Möglichkeit, den Dialekt weiterzupflegen.

Für den Verein Deutsche Sprache, dessen wichtigstes Ziel es ist, die deutsche Sprache zu fördern, ist auch die Fortentwicklung der Dialekte ein Thema. Heimat- und Mundartvereine gehören deswegen zu den natürlichen Partnern des VDS.

 

Projekt „Sherlock Holmes“

Aufruf zur Mitarbeit

Zur Zeit sammeln wir auf Bitte der Sherlock Holmes Gesellschaft möglichst viele mundartliche Versionen des folgenden Textes:

»Doktor Watson, Mister Sherlock Holmes«, stellte Stamford uns vor.

»Sehr erfreut«, sagte er herzlich und schüttelte meine Hand mit einer Kraft, die ich kaum in ihm vermutet hätte. »Sie sind in Afghanistan gewesen, wie ich sehe.«

»Woher um alles in der Welt wissen Sie das denn?« fragte ich verblüfft.

»Unwichtig«, sagte er, wobei er in sich hineinkicherte »Wir sind mit einem Anliegen gekommen«, sagte Stamford. Er setzte sich auf einen hohen, dreibeinigen Schemel und schob mir einen weiteren mit dem Fuß zu. »Mein Freund hier sucht einen Unterschlupf, und weil Sie sich beklagt haben, dass keiner mit Ihnen eine Wohnung teilen will, habe ich mir gedacht, dass ich Sie beide am besten zusammenbringe. Sherlock Holmes schien erfreut über die Idee zu sein, seine Räume mit mir zu teilen. »Ich habe ein Auge auf ein Appartement in der Baker Street geworfen«, sagte er, »das genau das Richtige für uns wäre.

 

Dialekte im TV

Dialekte und Regionalsprachen sind ein sprachlich sehr interessantes Phänomen. Genau deshalb hat der VDS e.V. auch eine eigene Arbeitsgemeinschaft zu diesem Thema gegründet. Aber auch in den Medien kommt dieses Thema zur Sprache. Zuletzt zum Beispiel in der ARD-Sendung „Hirschhausens Quiz des Menschen“ – das Finale vom 15.10.2016. In dieser Sendung traten die prominenten Kandidaten um Magdalena Neuner und Steffen Halaschka in mehreren Spielen gegeneinander an. In einem der Spiele ging es darum, Krankheiten, die in verschiedenen deutschen regionalen Dialekten erklärt wurden, zu erkennen und auf Hochdeutsch zu benennen. Der Einfachheit halber konnten die Kandidaten zwischen drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen. Auf Initiative von Frau Rosemarie Saalfeld (VDS-Region Pfalz) und unter Mitwirkung des VDS e.V. wurden hierfür Tonaufnahmen in vier verschiedenen Dialekten aufgezeichnet und für die Sendung zur Verfügung gestellt. Als kurze Einleitung in das Thema wurde den Kandidaten auf Kölsch folgendes Krankheitsbild vorgespielt: „Ich han ald zick drei Dag der Flöcke-maach-vöran un muss luuter göbele“. Dass dies umgangssprachlich den Durchfall bezeichnet, war sicherlich nicht nur für einige Kandidaten, sondern auch die Zuschauer neu. Es folgten weitere Beispiele aus dem westpfälzischen, dem hessischen und dem obersächsischen Dialekt, welche allesamt für Erheiterung bei den Kandidaten sorgten. Nicht nur für Dialekt-Interessierte sehr interessant und vor allem amüsant.

 

 

  • Umfrage-Dialektbewertung www.annes-magisterarbeit.de
    Die Umfrage von Anne Prokopp erhebt Wahrnehmungen zu den vier deutschen Diakten Niederdeutsch, Berlinisch, Sächsisch und Bairisch. Es gibt zu jedem Dialekt ein Hörbeispiel, welches die Probanden bewerten und die signifikanten Dialektmerkmale benennen soll.