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Montag, den 13. September 2010 um 11:27 Uhr

VDS-Infobrief 36. Woche

Presseschau vom 6. September bis 12. September 2010


  • Deutsch wird Marktführer
  • Podiumsgespräch über Deutsch in den Medien
  • Schreibschrift in der Grundschule soll abgeschafft werden
  • Gebührenboykott gegen die Englischquote im Rundfunk

 

Deutsch wird Marktführer

Laut Angaben des Marktführers Universal Music wird dieses Jahr erstmals mehr deutsche als englische Musik verkauft. Nationale Künstler werden immer beliebter, zeigt die Entwicklung des deutschen Musikanteils, der von unter 40 Prozent im Jahr 2000 auf aktuelle 55 Prozent stieg.

„Es gibt einen gesellschaftlichen Wandel. Wir beobachten eine emotionale Bindung an die Sprache, die es früher in diesem Umfang so nicht gab“, konstatiert der Präsident der Universal Music Entertainment GmbH, Frank Briegmann. Trotz Schädigung des Geschäftes durch illegales Herunterladen der Musiktitel, sind die deutschen Musiker auf dem Vormarsch und hängen die internationale Konkurrenz mit deutscher Qualität ab. (sueddeutsche.de)


Podiumsgespräch über Deutsch in den Medien

Am Dienstag, dem 7. September begann im Rahmen des Tages der deutschen Sprache eine Podiumsdiskussion über die Frage, wie Journalisten sich verständlich machen.
Der Verein Deutsche Sprache (VDS), der der Trennung des Englischen vom „Denglisch“ genannten Kunstgemisch aus Deutsch und Englisch entgegenwirkt, gründete 1999 den Tag der deutschen Sprache.
Anlässlich dazu wurde in der diesjährigen Diskussion das Thema der Quantität von Anglizismen in den Medien, ihre Beeinflussung auf die Kommunikation und die Rolle des Journalismus behandelt.
Als Redner zu Gast waren Geschäftsführer des VDS, Holger Klatte, Chefredakteur der ECHO-Zeitungen Jörg Riebartsch und der Studioleiter des Hessischen Rundfunks in Darmstadt, Peter John.

Meinungen von Passanten zu diesem Thema wurden durch eine Befragung zum Thema „Denglisch beim Einkaufen“ in einem Film aufgenommen.(echo-online.de)


Schreibschrift in der Grundschule soll abgeschafft werden

Seit 2003 lernen die Grundschüler in Veen das Schreiben durch einfache Druckbuchstaben.
Dadurch müssen sie nicht die schnörkelige Schreibschrift beherrschen, die nach dem Erlernen des Alphabets gefordert wird, um dann eine eigene Handschrift entwickeln zu können. Zudem erleichtern Druckbuchstaben den Lehrer das Korrigieren von Klassenarbeiten.

So müssen sie sich nicht mehr an die vorgegebenen Linien halten und auch nicht jedes Häkchen und jede Schlaufe formgenau nachzeichnen, bevor sie eine individuelle Handschrift erzeugen können. Nun schlägt auch der Grundschulverband vor, dass Kinder mit einer nicht genormte Schrift schreiben lernen. (shortnews.de)

 

Gebührenboykott gegen die Englischquote im Rundfunk

Seit Jahren verbannt der deutsche Rundfunk immer mehr deutsche Musik aus dem Radioprogramm und die Quote der englischsprachigen Lieder steigt stetig an.
In den sieben gebührenfinanzierten Sendern in NRW etwa beträgt die Englischquote meistens 80 Prozent. Deutsche Musik wird seltener gespielt.
Als Gegenschlag wird nun zum Boykott der GEZ-Gebühren aufgerufen. Ein Teil der Rundfunkgebühren wird auf ein Konto des Vereins Deutsche Sprache überwiesen, um so auf den englischen Missstand im Rundfunk hinzuweisen.



Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und  werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung“ an: infobrief@vds-ev.de.


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Verein Deutsche Sprache e.V. Dortmund
1. Vorsitzender: Prof. Dr. Walter Krämer
Geschäftsführer: Dr. Holger Klatte



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© Verein Deutsche Sprache e.V.

 

Medienecho

Über „unsere große Hure Duden“ beschwerte sich Hermann Schreiber im Hamburger Abendblatt. Er kritisierte, dass vom Duden alles, was im Sprachgebrauch auftauche, nach gewisser Zeit übernommen werde. Dabei schloss er in seine Kritik auch die meisten Sprachwissenschaftler mit ein, die behaupteten, dass Sprache nur beobachtet werden müsse und es keine Normen geben dürfe. Positiv erwähnt er den Einsatz der „unerschrockenen Deutschsprecher“ des Vereins Deutsche Sprache. („Unsere große Hure Duden“, Hamburger Abendblatt vom 27.03.2010)

 

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Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 aus der Überzeugung ge­gründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung fördert die Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001