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VDS-Infobrief 39/2010

Montag, den 04. Oktober 2010 um 11:49 Uhr

Presseschau vom 27. September bis 3. Oktober 2010

  • Abschaffung des „Dipl.-Ing.“ in der Bologna-Reform nicht vorgesehen
  • Deutschunterricht im Elsass soll ausgebaut werden
  • VDS fordert mehr deutschsprachige Musik im Radio

 

Abschaffung des „Dipl.-Ing.“ in der Bologna-Reform nicht vorgesehen

Mit der Bologna-Reform von 1999 sollen alle akademischen Abschlüsse international vergleichbar sein. Und so wird ein Masterabsolvent der Ingenieurswissenschaften in Zukunft „Master of Science“ heißen. Die Allianz der neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands (TU9) fürchtet schon seit Jahren, dass damit der deutsche Titel „Dipl.-Ing.“ verschwinden wird.

Sprachkritiker Wolf Schneider merkt nun in einer Publikation zum 111. Geburtstag des „Diplom-Ingenieurs“ an, dass die Abschaffung des „Dipl.-Ing.“ in der Reform von Bologna gar nicht vorgesehen ist. Das Markenzeichen „Dipl.-Ing.“ steht für die deutsche Qualität. „Namen sind Signale“, findet Schneider, und die Abschaffung desselben wäre eine „ungewöhnliche Dummheit“, da Deutschland ein „Land der Erfinder, der Tüftler, der Ingenieure“ ist. (idw-online)


Deutschunterricht im Elsass soll ausgebaut werden

Am Donnerstag vereinbarten die Gebietskörperschaften und die Schulbehörde, dass der Deutschunterricht an Schulen im Elsass ausgebaut wird. Zudem startet die Region Elsass und die Schulbehörde ab dem 4. Oktober im Internet eine Werbekampagne für die deutsche Sprache. Ziel ist es, das Erlernen der deutschen Sprache attraktiver zu machen. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler im Elsass lernen heute Deutsch, 17.000 Grundschüler werden zweisprachig unterrichtet, doch es sollen mehr werden. Deutschkenntnisse sind auf dem elsässischen Arbeitsmarkt sehr gefragt. 70 Prozent der Stellenangebote in elsässischen Tageszeitungen verlangen heute Deutschkenntnisse. Deutschland ist für Frankreich und insbesondere das Elsass der wichtigste Wirtschaftspartner. (yahoo) (badische-zeitung)


VDS fordert mehr deutschsprachige Musik im Radio

Der VDS setzt sich dafür ein, dass mehr deutschsprachige Musik im Radio zu hören ist.
Neben öffentlich-rechtlichen Jugendsendern wie 1Live spielen selbst Sender wie WDR 5 und Bayern 1 vorwiegend englische Lieder. Das hat Folgen für die Musiker: Wenn das Radio kaum deutschsprachige Musik vorstellt, haben die Interpreten keine Gelegenheit, die breite Öffentlichkeit zu erreichen und bekannt zu werden. Finanzielle Einnahmen aus Plattenverkäufen gehen hauptsächlich an englischsprachige Interpreten. Und was viel schlimmer ist: Den Radio-Hörern werden großartige Gruppen, die auf Deutsch singen, vorenthalten. (bild)

Der VDS rief dazu auf, einen Teil der GEZ-Gebühren auf ein Treuhandkonto zu überweisen und hat eine neue Arbeitsgruppe, „mehr Deutsch im Radio“, gegründet. Die Leiter sind Heiner Schäferhoff und Dr. Reiner Pogarell. (vds)



Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und  werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung“ an: infobrief @ vds-ev.de.


© Verein Deutsche Sprache e.V
 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)