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Freitag, den 19. November 2010 um 11:53 Uhr

VDS-Infobrief 45. Woche

Presseschau vom 8. bis 16. November 2010

  • Über 46.0000 für Deutsch ins Grundgesetz
  • Sparpläne für Goethe-Institut vom Tisch
  • Internet- und E-Mail-Adressen dürfen künftig ß enthalten
  • Olper Landrat ist Sprachvorbild

 

Über 46.0000 für Deutsch ins Grundgesetz

Mehr als 46.000 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift dafür ausgesprochen, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Vertreter des Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA) und der Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) haben am 9.11.2010 sechs Pakete mit den Unterschriften an Bundestagspräsident Norbert Lammert übergeben. VDA und VDS fordern mit der Unterschriftenübergabe, dass sich der Bundestag mit dem Thema beschäftigt.

Lammert räumte ein, dass der Verfassungsänderung durchaus praktische Bedeutung zukommen könne. So hätte die vor einigen Jahren noch kontrovers geführte Debatte über Deutsch als verbindliche Sprache auf den Schulhöfen schneller beendet werden können, „wenn es einen Bezugspunkt in der Verfassung gegeben hätte“.

Walter Krämer, der Vorsitzende des VDS, sieht nicht nur eine symbolische Wirkung, wenn das Grundgesetz ein Bekenntnis zur deutschen Sprache enthielte, sondern greifbare politische Ziele. „Wir geben denen bessere Argumente, die sich für die Förderung und Weiterentwicklung des Deutschen einsetzen“, sagte Krämer. Die Sprache bekäme mehr Gewicht bei politischen Entscheidungen. „Deutschlehrer könnten auf das Staatsziel im Grundgesetz verweisen, wenn in der Zukunft über den Anteil des Deutschunterrichts verhandelt wird. Theater-Intendanten könnten das Grundgesetz zitieren, wenn es um den Kulturhaushalt geht.“

Für den VDA-Bundesvorsitzenden Hartmut Koschyk entspricht die Festschreibung der deutschen Sprache im Grundgesetz ihrer Bedeutung für die Kultur in Deutschland: „Sprache ist die Voraussetzung der kulturellen Identität; sie ist das Bindeglied, das in Deutschland alle Teile der Gesellschaft zusammenhält. Der VDA setzt sich seit Jahren für die Bewahrung der deutschen Sprache und Kultur der im Ausland lebenden Deutschen und deutschen Gemeinschaften ein. (spiegel.de)

 

Sparpläne für Goethe-Institut vom Tisch

Trotz der Sparpläne der Bundesregierung bleibt das Goethe-Institut von weiteren Einschnitten weitgehend verschont. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte acht Millionen Euro zusätzlich für die Förderung der deutschen Sprache im Ausland. Damit hob es Streichungen vom Beginn des Jahres wieder auf. Ganz vom Tisch ist die geplante Vorgabe, die Verwaltungskosten der Organisation bis zum Jahr 2014 einzufrieren.

Der Entscheidung war ein hartes Ringen vorausgegangen. Nach dem jetzt erreichten Kompromiss zeigten sich alle Seiten erleichtert. „Dies ist ein Vertrauensbeweis der Politik gegenüber dem Goethe-Institut“, sagte die Kulturausschuss-Vorsitzende Monika Grütters. Außenstaatsministerin Cornelia Pieper erklärte: „Dieser Entwurf ist ein starkes Zeichen, dass wir auch in Zeiten der Haushaltskonsolidierung Bildung und Kultur Priorität einräumen.“ Die Entscheidung muss noch vom Bundestag abgesegnet werden.

Insgesamt verfügt das Goethe-Institut mit seinen 136 Niederlassungen in 93 Ländern dieses Jahr über einen Etat von 275 Millionen Euro. 221 Millionen stammen vom Auswärtigen Amt, 54 Millionen sind Eigenmittel. (goethe.de)

 

 

Internet- und E-Mail-Adressen dürfen künftig ß enthalten

Internet- und E-Mail-Adressen dürfen künftig den Buchstaben ß enthalten. Damit wird das Internet um eine Eigenheit der deutschen Sprache reicher, denn das ß kommt ausschließlich im Deutschen vor. Für viele Wörter wie Straße, Maß, Gruß oder Fußball sowie bei Eigennamen muss daher zukünftig nicht mehr auf die Schreibweise mit zwei s zurückgegriffen werden. Ab dem 16. November sind die ß-Adressen verfügbar.

Allerdings kann die neue Regelung auch Verwirrung stiften. Denn Rechnertastaturen im Ausland verfügen oft nicht über eine ß-Taste. Wer eine Internetadresse mit ß im Ausland abrufen will, könnte also Probleme bekommen, die vollständige Adresse einzutippen. (de.news.yahoo.com)

 

 

Über 5.130 Unterschriften gegen das „easyCredit-Stadion“

VDS-Regionalvertreter aus Nürnberg haben 5130 Unterschriften gesammelt, um einen neuen Namen für das Stadion des 1. FC Nürnberg herbeizuführen. Die Unterschriften sollen im Rathaus an Oberbürgermeister Ulrich Maly und Sportbürgermeister Horst Förther übergeben werden

„Der Name Frankenstadion ist ein Begriff, der keiner Erklärung bedarf: Er verbindet das Volk und die Fußballfreunde zu einer Treuegemeinschaft. Sprache und Form bilden hier eine vollkommene Einheit.“ Wer den Namen Frankenstadion durch „easyCredit-Stadion“ ersetze, zerstöre die Form und verletze ihren Inhalt, sagte VDS-Regionalleiter Gerhard Schwarz. (stadionwelt.de)

 

 

Olper Landrat ist Sprachvorbild

Die VDS-Region Siegen unter Leitung von Jürgen Franke hat den Olper Landrat Frank Beckehoff zum „Sprachvorbild 2010“ ernannt. Beckehoff und seine Mitarbeiter haben einen Leitfaden für verständliches Deutsch in der Kreisverwaltung erarbeitet. Damit habe er als Behördenleiter der Kreisverwaltung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der deutschen Sprache geleistet, so Regionalleiter Jürgen Franke bei der Übergabe der Anerkennungsurkunde. Der Landrat erklärte, er sei stellvertretend für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezeichnet worden. (kreis-olpe.de)

 

 

Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung“ an:  infobrief@vds-ev.de

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

„Ich glaube, die Deutschen sind nicht stolz genug auf ihre Sprache. An Heideggers Aus­spruch, nur Deutsch und Griechisch seien fürs Philosophieren geeignet, ist vielleicht doch ir­gendwas dran. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist, dass es in der Vergangenheit so viele deutsche Denker und Komponisten gab. Oder in der Gegenwart, dass die Deutschen so einzigartig gute Maschinen und Motoren bauen. Die Komplexität ihrer Sprache bereitet sie genau darauf vor."

Yngve Slyngstad, Chef des Norwegischen Staatsfonds in: Frankfurter Allgemeine Sonntags­zeitung, 7. Februar 2016, S. 40.