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Dienstag, den 23. November 2010 um 13:11 Uhr

VDS-Infobrief 46. Woche

Presseschau vom 17. bis 22. November 2010

  • Minderheitensprache und Deutsch im Grundgesetz
  • Sprache beeinflusst unbewusste Empfindungen
  • 5.132 Unterschriften gegen das easyCredit-Stadion überreicht

Minderheitensprache und Deutsch im Grundgesetz

Deutsche Minderheitenverbände kritisieren die Forderung, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Herbert Heuß vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erklärte am Donnerstag dem Tagesspiegel, dass die Erklärung von Deutsch als Amtssprache überflüssig sei, denn dies sei längst geregelt. Er befürworte diese Initiative allerdings unter der Bedingung, dass gleichzeitig der Minderheitenschutz und die Förderung der Sprachminderheiten deutlich gemacht werden würden. Dieter Küssner, Vorsitzender des Südschleswigschen Vereins, sieht eher Minderheitensprachen anstelle des Deutschen als schützenswert. Ein entsprechender Passus im Grundgesetz solle den Nachsatz enthalten: „Minderheitensprachen sind Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romani.” (tagesspiegel.de)

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, behauptet, dass die Forderung „nur der jetzigen, kurzfristigen Diskussion über Integration” entspringe. Deutsch als Amtssprache sei selbstverständlich und müsse daher nicht im Grundgestz verankert werden. (faz.net)

46.317 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift für „Deutsch ins Grundgesetz” eingesetzt. Dazu kommen mittlerweile 43.000 Unterschriften der gemeinsamen Aktion mit der BILD-Zeitung. Politiker der meisten Fraktionen erkennen dadurch, wie vielen Menschen die deutsche Sprache am Herzen liegt und setzen sich für eine Grundgesetzänderung zugunsten des Deutschen ein. So erklärte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) der BILD-Zeitung: „Meine Sympathie gilt diesem Anliegen, das Grundgesetz entsprechend zu ergänzen.” Ebenso versicherte Hartmut Koschyk (CDU): „Ich werbe gemeinsam mit anderen im Bundestag, einen interfraktionellen Antrag einzubringen, der die deutsche Sprache im Grundgesetz verankert. Darüber sollte es keinen Parteienstreit geben!” Weitere Zustimmungen zur Festschreibung der deutschen Sprache im Grundgesetz gab es von Peter Friedrich, SPD-Generalsekretär aus Baden-Württemberg, SPD-Innenexperte Sebastian Edathy und FDP-Vize Patrick Döring. (bild.de)

Die „Welt” startete eine Umfrage und fragt auf Ihrer Internetseite „Sollte im Grundgesetz der Satz stehen, Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch? (Abstimmungen sind noch möglich, derzeit sprechen sich 91 Prozent der Teilnehmer dafür aus.) (welt.de)

Sprache beeinflusst unbewusste Empfindungen

Eine Harvard-Studie ergab, dass die Wahl der Sprache die unbewusste Einstellung zu anderen Menschen und Kulturen beeinflusst. Selbst grundlegende Einstellungen wie Vorliebe und Abneigung änderte sich, je nach der Sprache, in der gesprochen wird. Oludamini Ogunnaike von der Harvard Universität verdeutlicht das Ergebnis: „Es ist, als ob Sie einen Freund auf Englisch fragen, ob er Eiskrem mag. Und wenn Sie ihn das Gleiche auf Französisch fragen, bekommen Sie eine ganz andere Antwort.” Diese Studie zeigt, dass das Wechseln in eine andere Sprache Konsequenzen hat, die bisher noch nicht beleuchtet wurden. Daher ist es umso wichtiger, bedachtsam mit Sprache umzugehen. (wissenschaft-aktuell.de)

5.132 Unterschriften gegen das easyCredit-Stadion überreicht

Am Donnerstag haben der Nürnberger VDS und die Senioreninitiative Nürnberg dem Bürgermeister Horst Förther eine Liste mit 5.132 Unterschriften gegen den Namen „easyCredit-Stadion" für das Nürnberger Fußballstadion überreicht. Sie setzen sich seit Monaten dafür ein, dass das Stadion keinen denglischen Namen bekommt. (nordbayern.de)

 

Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldungan: infobrief @ vds-ev.de


 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)