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VDS-Infobrief 48. Woche

 Presseschau vom 30. November bis 7. Dezember 2010

  • PISA-Studie: Leseleistung kaum verbessert
  • VDS zeichnet E.ON aus
  • Englische Berufe verwirren

 

PISA-Studie: Leseleistung kaum verbessert

Lesen und Textverständnis sind die Schwerpunkte des neuen weltweiten PISA-Schulleistungstests, der am Dienstag vorgestellt wurde. Während sich die Schüler aus Deutschland vor allem in Mathematik leicht verbessern konnten, bleiben die Leseleistungen seit 2006 gleich. Seit dem Jahr 2000 ist Deutschland hier von 484 auf 497 PISA-Punkte gestiegen. 40 Punkte der PISA-Skala entsprechen in etwa dem Lernfortschritt eines Schuljahrs. Beim Lesen und Verstehen von Texten sind deutsche Schüler also nach wie vor Mittelmaß.

Deswegen legt die Bundesregierung nun ein weiteres Programm zur Leseförderung auf. Mit dem Programm „Lesestart“ sollen Kinder aus sozialen Brennpunkten bereits vor der Einschulung an Bücher herangeführt werden und zum Selberlesen ermuntert werden. Der Bund unterstützt das Programm, welches die Stiftung Lesen durchführt, mit 26 Millionen Euro. Die deutsche PISA-Forscherin Cordula Artelt sagte in einem Interview: „Wer mit schwacher Lesekompetenz die Schule verlässt, gerät in Gefahr, abgeschottet von sozialer, politischer und kultureller Teilhabe zu leben. Das kann zu einem Teufelskreis von Bildungs- und sozialer Armut führen.“

Die Schüler aus Deutschland hatten beim ersten PISA- Test im Lesen wie auch in den anderen Disziplinen unter dem Leistungsdurchschnitt der OECD-Industrienationen gelegen. An der jüngsten Untersuchung 2009 nahmen 470000 Heranwachsende aus 65 Nationen teil. In Deutschland machten diesmal 4970 Schüler aus 223 Schulen mit.

de.news.yahoo.com

www.bmbf.de

 

 

VDS zeichnet E.ON aus

Am 1.12.2010 hat der VDS der E.ON Vertrieb Deutschland GmbH in München eine Auszeichnung für das Handbuch „Unsere Sprache“ verliehen. Das Unternehmen setze sich mit Nachdruck für den korrekten und vor allem ehrlichen Gebrauch der deutschen Sprache ein, betonte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer bei der Übergabe der Urkunde. Neben dem Handbuch bietet E.ON Vertrieb auch Schulungen für alle Mitarbeiter an, die in ihrem Arbeitsalltag häufig mit Kunden in Kontakt treten. Ziel sei es, in Schrift und Sprache lebendig, verständlich und ehrlich mit Kunden und der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Für den VDS war für die Auszeichnung darüber hinaus entscheidend das klare Bekenntnis zur deutschen Sprache, was u.a. in einer Liste vermeidbarer Anglizismen zum Ausdruck kommt.

Entgegengenommen hat die Auszeichnung der Vorsitzende der Geschäftsführung der E.ON Vertrieb Deutschland, Dr. Stefan Vogg.

Der VDS vergibt immer wieder Preise für vorbildlichen Sprachgebrauch. Empfänger waren bisher auch größere und kleinere Unternehmen (z.B. tegut, Schweizer Post, Weleda); E.ON Vertrieb Deutschland ist der bisher größte Preisträger. Aber gerade wegen dieser Größe leistet das Unternehmen durch sein Handbuch einen wichtigen Beitrag zur Sprachkultur.

www.openpr.de

 

Englische Berufe verwirren

Eigentlich macht ein Personalleiter das gleiche wie ein Director of Human Resources – beide sind verantwortlich für das Personal im Unternehmen. In Stellenanzeigen sind freie Arbeitsplätze für diese Aufgaben aber meist auf Englisch ausgeschrieben – sogar in Unternehmen, die gar nicht international tätig sind.

Für den Kommunikationsberater Reiner Pogarell ein Fehler: „Es gibt kaum international gültige Standards für Berufsbezeichnungen, die jeder Englischkundige sofort versteht“, sagt der Leiter des Instituts für Betriebslinguistik in Paderborn in einem dpa-Interview.

Arbeitssuchende ziehen deutsche Berufsbezeichnungen oft vor. Eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn belegte 2004, dass insbesondere Berufsanfänger verstehen möchten, um welche Tätigkeit es sich handelt. Englische Berufsbezeichnungen wirken dagegen eher abschreckend.

Englisch funktioniert in Deutschland als Marktsprache eben nicht immer. Auch von den in den Anzeigen geforderten Englischkenntnissen sollen sich Bewerber nicht entmutigen lassen. „Standard ist heute die Maßgabe: fließend Englisch in Wort und Schrift“, erklärt Reiner Pogarell. Das würde aber kaum ein Bewerber mitbringen. In der Arbeitspraxis sei das meist auch gar nicht erforderlich – selbst wenn Unternehmen international tätig sind.

Generell stören Anglizismen im Beruf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Jobbörse Monster.de unter 2394 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nur 10 Prozent der Befragten geben an, dass englische Ausdrücke die Kommunikation vereinfachen. 42 Prozent der Befragten halten sie für nervig und unnötig. Und etwa die Hälfte (48 Prozent) meint, sie sollten nicht überhandnehmen.

www.an-online.de

www.bibb.de

presse.monster.de

 

 

Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung” an: infobrief @ vds-ev.de


 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)