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Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 13:34 Uhr

VDS-Infobrief 49. Woche

Presseschau vom 8. bis 14. Dezember 2010

  • Bald 150 Goethe-Institute weltweit 
  • EU-Kommission lässt Einheitspatent zu
  • Abpfiff für Easy Credit
  • „Held der Straße“ verliehen

 

Bald 150 Goethe-Institute weltweit

Zum 60. Geburtstag im nächsten Jahr wird das Goethe-Institut eine weitere Niederlassung auf Zypern eröffnen. Dies war in Zeiten knapper Kassen nicht zu erwarten. Das Jahresbudget sinkt zwar 2011 um rund elf Millionen Euro auf 323 Millionen Euro. Das Auswärtige Amt hatte aber vor kurzem einen weiteren Zuschuss zur Förderung der deutschen Sprache in Höhe von acht Millionen Euro angekündigt, so dass das Goethe-Institut 2011 ohne Kürzungen auskommt.Nach Einschätzung des Präsidenten Klaus Dieter Lehmann ist das Goethe-Institut auch eine große Hilfe für die Wirtschaft, weil es im Ausland über Deutschland informiere und Deutsch als Fremdsprache vermittle. Schwerpunktarbeit in den kommenden Jahren soll die Förderung des Deutschen als Fremdsprache in Russland sein, so Lehmann in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. In Russland „war Deutsch erste Fremdsprache und wird durch Englisch abgelöst.“
Das Goethe-Institut gibt es seit 1951 und ist derzeit mit über 149 Instituten in 93 Ländern vertreten. Seine wichtigste Aufgabe ist die Vermittlung und die Förderung der deutschen Sprache im Ausland. (www.goethe.de, www.sueddeutsche.de, www.dradio.de)

 

EU-Kommission lässt Einheitspatent zu

Eine Gruppe von zehn EU-Staaten (unter anderen Deutschland, Frankreich, Dänemark und die Niederlande) kann das sogenannte Gemeinschaftspatent im Alleingang einführen – auf Englisch, Deutsch oder Französisch. Die EU-Kommission hat nun die Zustimmung dazu erteilt. Der EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte am Mittwoch in Brüssel, dass die EU das Vorhaben trotz der Einwände aus anderen Ländern unterstütze.
Spanien und Italien hatten sich bisher geweigert, für das EU-Patent eine Sprachenregelung zu akzeptieren, nach der die Anmeldung eines Patents nur noch in einer der drei am weitesten verbreiteten Amtssprachen möglich ist. Auch Polen erhob dagegen Bedenken. „Spanisch ist eine sehr wichtige Sprache in der Welt. Es muss in der EU, die eine vielsprachige Organisation mit 23 Amtssprachen ist, geschützt werden“, hatte der spanische Europaminister Diego Lopez Garrido vor einigen Wochen noch erklärt.
Wegen des großen Übersetzungsaufwands kostet ein Patent in der EU fast zehn Mal so viel wie in den USA. Das dreisprachige EU-Patent würde der Wirtschaft nach Schätzungen der Kommission jährlich bis zu 289 Millionen Euro ersparen. Eine Regelung wäre vor allem für die deutschen Erfinder wichtig. Aus Deutschland stammen mit einem Anteil von 35 Prozent die meisten Anmeldungen. (www.nzz.ch, www.faz.net)

 

Abpfiff für „Easy Credit-Stadion“

Die Team-Bank Nürnberg steigt als Namens-Sponsor für das easy credit-Stadion aus. Spätestens bis Sommer 2012 muss die Stadt Nürnberg nun einen neuen Stadion-Sponsor finden. Der Vorstandsvorsitzende der Team Bank, Theophil Graband, begründete den Rückzug mit der Kritik an dem Namen easy-credit. Die VDS-Mitglieder der Region, aber auch viele Club-Fans und Nürnberger Bürger hatten sich für einen Stadion-Namen ohne Denglisch stark gemacht. Als Alternative schlugen sie „Team Bank-Stadion“ und vor allem „Max-Morlock-Stadion“ nach der Club-Legende vor. Die Namenskritiker haben damit deutlich gemacht, dass sie sich nicht jede sprachliche Fehlleistung aus der Werbung oder von Unternehmen gefallen lassen. (www.nordbayern.de)

 

Held der Straße“ verliehen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer beweist erneut, dass sich die Politik aktiv für das Ansehen der deutschen Sprache einsetzten kann. Am Dienstag hat er als Schirmherr den diesjährigen Preis „Held der Straße“ verliehen. Der Preis, der von der Reifenfirma Goodyear und vom Automobilclub Deutschland gestiftet wird, ging an einen Berufskraftfahrer aus Lüneburg, der einen verunglückten Fahrer aus dessen völlig zerstörten Wrack gerettet hatte.
Der Verkehrsminister hatte sich unter der Bedingung, dass der Preis eine deutsche Bezeichnung bekommt, als Schirmherr zur Verfügung gestellt. Ramsauer: „Es ist mir eine besondere Freude, dass aus dem Highway-Hero nun der „Held der Straße“ geworden ist. So haben wir einen Anglizismus weniger im deutschen Straßenverkehr!" (www.bmvbs.de)

 

 

Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung” an: infobrief@vds-ev.de

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Englisch ist der Volkswagen unter den Sprachen, Deutsch ist der Rolls-Royce.
(Bastian Sick 2011)

Jedes Imitieren einer sprachlichen Mode ist eine Form der Anbiederung. Und Anbiederung ist das Gegenteil von Souveränität.
(Bastian Sick 2015)

bastiansick.de