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VDS-Infobrief 44. Woche

Presseschau vom 31. Oktober bis 6. November 2012

 

Integration mit Kant und Hegel

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat bei der Eröffnung der neuen türkischen Botschaft in Berlin mehr Integration gefordert. „Wir wollen, dass die Türken in Deutschland fließend Deutsch sprechen“, sagte Erdoğan. Sie sollten nicht nur türkische Autoren kennen, sondern auch deutsche Geistesgrößen wie Hegel, Kant und Goethe verstehen. Viele Berliner Schulen nahmen dies mit Interesse auf, zumal viele türkischstämmige Schüler noch mit den Grundlagen der deutschen Sprache zu kämpfen haben. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln Heinz Buschkowsky erklärte, die Aufforderung zur Integration an alle türkischstämmigen Bürger sei richtig gewesen, aber: „Bevor sich unsere Eleven an Kant und Hegel machen, beginnen wir erst einmal mit der Sprache, dem Kindergarten und dem Einmaleins.“ (www.n-tv.de, www.focus.de)


Indien: Deutsch als erste Fremdsprache

Bis spätestens 2017 soll an 1.000 Schulen der staatlichen Kette „Kendriya Vidyalaya“, die Kinder indischer Verwaltungsangestellter besuchen, Deutsch als erste Fremdsprache eingeführt werden, berichtete der „Tagesspiegel“. In zehn Jahren könnten eine Million indische Schulkinder Deutsch gelernt oder zumindest Grundkenntnisse erworben haben. Neben den Amtssprachen Hindi und Englisch war Sanskrit bisher die einzige Sprache im Lehrplan. Vor knapp zwei Jahren entschied das zuständige Ministerium, Fremdsprachen an der staatlichen Schulkette einzuführen. Die Wahl fiel nicht auf Spanisch, Chinesisch, Russisch oder Französisch, sondern auf Deutsch. Erst später sollen auch andere Sprachen folgen. Nun sucht das Goethe-Institut in drei bis fünf Jahren 1.000 Deutschlehrer für das Projekt „Deutsch an 1.000 Schulen“. Das Projekt ist Teil einer Strategie zum Gewinn von Fachkräften. Das Goethe-Institut hat mit den neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland (TU9) vereinbart, Schulabgängern mit Deutschkenntnissen Zugang zum deutschen Hochschulsystem zu erleichtern. Das Ziel sei es, „internationalen Nachwuchs für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technikfächer zu gewinnen“, erklärten die TU9 am Mittwoch. Die zunächst für drei Jahre geplante Zusammenarbeit startet in Indien, „dem drittgrößten Bildungsmarkt der Welt“. (www.tagesspiegel.de)

 

Deutsches und chinesisches Sprachenjahr

Das Nachrichtenmagazin „Beijing Rundschau“ berichtete über Werbeaktionen in China für den Besuch deutscher Universitäten. Für viele Chinesen sei die deutsche Sprache eine Barriere bei der Wahl einer deutschen Hochschule, denn erste Fremdsprache ist in China Englisch. Die chinesische und die deutsche Regierung haben deshalb beschlossen, ein Jahr der deutschen Sprache in China und ein Jahr der chinesischen Sprache in Deutschland durchzuführen. „Wir glauben, dass wir damit einen weiteren wichtigen Impuls setzen können, um junge Menschen für die deutsche Sprache und damit auch für deutsche Universitäten und unseren gesamten Bildungs- und Arbeitsmarkt zu begeistern“, erklärte Michael Schaefer, deutscher Botschafter in der VR China, auf der Pressekonferenz der Messe „China Education Expo 2012“ (CEE). Manche deutsche Hochschulen, wie etwa die Hochschule Rhein-Waal, warben auf der CEE mit einem kompletten Studienangebot auf Englisch. Bisher sei die Zahl der deutschen Universitäten und Hochschulen, die Unterricht auf Englisch anbieten, überschaubar. Wer zum Studium nach Deutschland möchte, für den führe meist kein Weg an der deutschen Sprache vorbei. Die Bundesregierung lege deshalb großen Wert darauf, Deutsch als Fremdsprache an chinesischen Bildungseinrichtungen zu verbreiten. Das Goethe-Institut verstärkt sein Engagement zur Förderung der deutschen Sprache in China und gründete ein Sprachlernzentrum an der „Northeastern University“ in Shenyang. (german.beijingreview.com)

 

Motivation zum Deutschlernen in Tschechien

Seit den 1990er Jahren lernen immer weniger tschechische Schüler Deutsch: Zwischen 2003 und 2010 ist die Zahl um fast die Hälfte auf 100.000 gesunken. Ein Grund sei, dass die Sprache als schwierig empfunden werde, sagte Susan Zerwinsky, Referentin für Bildungskooperationen beim Goethe-Institut. Zerwinsky erklärte: „Wir sehen leider auch, dass die derzeitige tschechische Bildungspolitik ein wenig zu kurz greift. Sie setzt nur noch auf Englisch als Fremdsprache, weil man damit einem Trend folgt.“ Um mehr Schüler für die deutsche Sprache zu begeistern, wurde die Kampagne „Šprechtíme“ ins Leben gerufen. Dazu gehört u.a. eine Absichtserklärung der deutschsprachigen Botschafter in Tschechien, Mehrsprachigkeit zu fördern. Teile der Kampagne sind zudem Schulbesuche von Sprachanimateuren. Die Nachfrage bei den Schulen ist groß: Aus zunächst 150 geplanten Animationsstunden wurden mittlerweile doppelt so viele. Am Freitag verteilte das Goethe-Institut Motivationskoffer mit Unterrichtsmaterial. (www.radio.cz)

 

Deutsch ins Grundgesetz

Der „Berliner Kreis in der Union“ legte am Freitag in Berlin ein Positionspapier vor, in dem sich Konservative in der Union unter anderem für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz aussprechen. Andere Standpunkte betrafen das Schul- und Steuersystem, den Mindestlohn und -rente und das Betreuungsgeld. (www.welt.de)

 

Halloween

Die „Berliner Morgenpost“ erklärte, dass das aus dem Englischen stammende Worte „Halloween“ eine Abkürzung für „All Hallow's Evening“ ist. Übersetzt heißt es in etwa „Alle Heiligen Abend“ und bezeichnet die Abendstunden und die Nacht vor dem christlichen Fest Allerheiligen am 31. Oktober. Der Ursprung des heutigen Halloween liegt dabei vermutlich in dem keltischen Totenritus „Samhain“, den bereits die Kelten im antiken Britannien
und Irland feierten. VDS-Vorsitzender Walter Krämer bezeichnete „Halloween“ als „Frontalattacke gegen deutsche Sprache und Kultur“. „Natürlich wissen wir, dass diese Sitte aus dem keltischen Europa kommt", erklärte der VDS-Vorsitzender Walter Krämer am Dienstag in Dortmund. „Aber noch näher steht uns unsere eigene Kultur, die etwa mit dem Reformationstag verbunden ist.“ Diese Jahreszeit solle der Besinnung und dem Gedenken an die Toten dienen, für ausgehöhlte Kürbisse sei darin kein Platz, teilte der VDS mit. Der Verein unterstütze die evangelische Theologin Margot Käßmann, die das Halloween-Fest als „inhaltsleeren Geisterkult“ bezeichnet hatte. „Und wer gerne mit Kindern und Laternen durch die Straßen zieht, kann das am hergebrachten St. Martinstag genauso tun“, erklärte Krämer. (www.morgenpost.de, vds-ev.de, www.n24.de)

 

Tiefpunkt der Werbesprache

Das „Hamburger Abendblatt“ erklärte die Werbesprache des Elektro-Fachmarktes „Media-Markt“ als wenig überraschenden „Gewinner im Wettstreit um den gewagtesten rhetorischen Tiefflug“ und würdigt ihn „mit dem Bemühen eines der Geisteskinder: La-la-la-lasst euch nicht verarschen ...“ . Das Technikkaufhaus wirbt derzeit „mit nur schwer zu unterbietenden Satzfetzen“ wie „Mehr Klingel Klingel für weniger Pinke Pinke.“ Das Niveau voriger Werbesprüche sei zwar ebenfalls sehr gering gewesen, jedoch habe es sich zumindest um vollständige Sätze gehandelt. (www.abendblatt.de)

 

Wissenschaftssprache

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erklärte, dass Wissenschaftssprache mit Fremdwörtern, abstrakten Substantiven, Passivkonstruktionen und Schachtelsätzen das Verständnis erschweren. Wissenschaftler und Studenten benutzten sie aus Unsicherheit und um gelehrt zu wirken. Manche Gedanken in wissenschaftlichen Texten seien allerdings zu komplex, um in einfachen Sprache ausgedrückt zu werden. Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften gehe es oft um feinste Differenzierungen, die präzise ausgedrückt werden müssen. Aus diesem Bemühen entstehe dann eine verdichtete Sprache, die nur schwer zu verstehen ist, da sie Vorwissen über gängige Theorien oder Fachwörter voraussetzt. Ludwig Eichinger, Präsident des Institutes für Deutsche Sprache in Mannheim, erklärte: „Leider herrscht immer noch das Vorurteil, dass die Komplexität eines Textes mit der Tiefe der Gedanken korrespondiert“. Manche Forscher formulierten aus Angst undeutlich; sie blieben unscharf, um nicht angreifbar zu sein.
Studenten ahmen diese Sprache nach, um zur Wissenschaftswelt dazugehören. Eine allgemeinverständliche Wissenschaftssprache verwendete etwa der Psychoanalytiker Sigmund Freud, der seine Gedanken in plastische Bilder kleidete oder Analogien aus der griechischen Mythologie zur Verdeutlichung nutzte. So erreichten seine Werke ein Massenpublikum. In der Studentengeneration erkannte der Immunologe Ralph Mocikat, Vorsitzender des Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache, besonders große Formulierungsdefizite: „Darunter sind glänzende Experimentatoren, die ihre Ergebnisse aber nicht in Worte umsetzen können.“ Mocikat setzt sich dafür ein, mehr Wert auf eleganten und verständlichen Stil zu legen. Um komplexe Zusammenhänge auch für Laien zu veranschaulichen, rät er vor allem zu lebendigen Metaphern. Dafür gebe es zahlreiche populäre Beispiele, etwa das schwarze Loch oder die elektromagnetische Welle. Studenten sollten verständliches Schreiben üben und Dozenten sollte sie dabei intensiver betreuen. (www.faz.net)

 

Geschlechtergerechte Sprache und Denken

Eine Studie der Forschungsgruppe der Universitäten Freiburg und Trondheim untersuchte die Auswirkungen grammatikalischer Regeln und geschlechtsspezifischer Stereotype auf zweisprachige Personen. Heraus kam, dass zweisprachigen Personen ihr Geschlechterbild der Sprache anpassen, die sie gerade verwenden. Die Studienteilnehmer wurden jeweils in ihrer ersten und zweiten Sprache getestet, in diesem Falle Französisch und Englisch. Obwohl man bereits in der Grundschule lernt, dass die grammatikalische Verwendung des Männlichen im Französischen beide Geschlechter umfassen kann („les musiciens“ können Frauen und Männer sein), ruft der Gebrauch bei den Sprechenden eher eine maskuline Assoziation hervor. Ganz anders in der englischen Sprache, die das Geschlecht grammatikalisch nicht definiert („musicians“), dafür aber mit stereotypen Bezeichnungen geschlechtsspezifische Assoziationen weckt. Das Wort „nurse“ (Krankenschwester oder Krankenpfleger) beispielsweise ruft ganz klar das Bild einer Frau hervor. Pascal Gygax und seine Kolleginnen aus Freiburg und Norwegen konfrontierten die Studenten mit verschiedenen Sätzen, die entweder geschlechtsneutrale oder für ein Geschlechttypische Berufsbezeichnungen enthielten. Zum Beispiel: „Les musiciens sont sortis de la salle.“ (Die Musiker haben den Saal verlassen). Dann fragten sie jeweils, ob einer der Männer oder eine der Frauen einen Schirm trug. Die richtige Antwort lautete in beiden Fällen „ja“, da die männliche Form im Plural für Männer und Frauen gilt. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmenden mit dem zweiten Satz mehr Mühe hatten, wenn er, in englischer Sprache, so genannte Konter-Stereotype enthielt, oder, in französischer Sprache, von Frauen sprach, ungeachtet der mit dem Beruf verbundenen Stereotype. Die Studie untermauert die These, dass Sprache und Gedanken eng verknüpft sind.
Das Ergebnis erschien in der internationalen Zeitschrift „Bilingualism: Language & Cognition“. Publikation: Language & Cognition. (www.unifr.ch, www.wienerzeitung.at)

 

Anglizismen in der Wirtschaft

Die „Westdeutsche Zeitung“ berichtete, dass bei Unternehmenskrisen oft beschönigende und verschleiernde Begriffe konstruiert werden sowie Werbesprüche, die Tatkraft und Veränderung symbolisieren sollen. Viele Unternehmen verwenden dann Anglizismen. Die Fluggesellschaft Air Berlin etwa habe sein Sparprogramm zunächst „Jump“ (Sprung), dann „Shape & Size“ (Form und Größe) und kürzlich „Turbine 2013“ genannt. Der Sportartikelhersteller Puma nannte sein Programm „Back on the Attack“ – „Zurück zum Angriff“. Daimler taufte sein jüngstes Sparprogramm „Fit for Leadership“ („Fit für die Führung“). Ein voriges Paket namens „Core“ war die Abkürzung für das holprige „Costs down, revenue up, execution“ („Kosten runter, Erlöse hoch, Umsetzung“).  Die Daimler-Tochter „Dasa“ überschrieb ein radikales Sparprogramm mit dem klangvollen Namen „Dolores“ („Schmerzen“), wobei die Anstrengungen im Namen mitschwangen. Beschönigende Namen könnten problematisch sein, sagt der Wirtschaftspsychologe Professor Georg Felser von der Hochschule Harz. „Euphemismen in diesem Zusammenhang sind sehr ärgerlich.“ (www.wz-newsline.de) 

Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete über unverständliche Fremdwörter und Anglizismen in Broschüren und Bedienungsanleitungen für Autos und fragt: „Begreifen die Menschen noch, was ein Auto heutzutage alles bietet? [...] Schließlich stechen einem beim ersten Blick in die Verkaufsprospekte zahlreiche Anglizismen ins Auge, zum Beispiel „Audi pre sense basic“, „Snap-In-Adapter Bluetooth“ oder wie bei Mercedes das „Drive Kit Plus für das iPhone“. Das Hamburger Abendblatt prüfte in einer Umfrage die Verständlichkeit bei Hamburgern unterschiedlichen Alters: „Das Ergebnis war eindeutig: Zahlreiche Prospektbezeichnungen, zum Beispiel aus dem Bereich der Assistenzsysteme, ließen fragende Gesichter zurück.“ (www.abendblatt.de)

 


 

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Dies ist der VDS-Infobrief. Er enthält die Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache der vergangenen Woche. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben.

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Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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„Mich hat es gestört, dass es keine ordentlichen deutschen Texte gab. Ich dachte, das muss doch gehen. Dass ich Trommler war, kam mir sehr zugute. Ich hab mir die Sprache zurechtgetrommelt. Ich konnte gut Wörter dehnen wie Kaugummi, sie schleudern, zerbeißen, konnte rhythmisch auch die ersten Rap-Dinger anlegen: 'Käthe Dorsch wohnt in Kiel', das war schon Ende der Siebziger.“

Udo Lindenberg, DB mobil 5/2016