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VDS-Infobrief 50. Woche

Presseschau vom 12. bis 18. Dezember 2012

 

Abstimmungsvorlage zur Griechenland-Hilfe in Englisch

Der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow (SPD) kritisiert die Vorgehensweise von Bundesminister Wolfgang Schäuble im Anpassungsprogramm für Griechenland. Schäuble habe „lediglich ein zweiseitiges englisches Papier vorgelegt“, aus dem sich die Bundestagsabgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion ein Meinung bilden sollten, ob dem nächsten Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 43,7 Milliarden Euro zugestimmt werden könne. Zwar hätten die Abgeordneten zudem E-Post-Nachrichten von Schäuble erhalten, diese wären jedoch größtenteils ebenfalls in englischer Sprache verfasst gewesen. Texte in deutscher Sprache seien erst tags darauf erfolgt. Da die Abstimmung aber bereits am Freitag der Woche stattfinden sollte, sei es unmöglich, die Texte „in der gebotenen Sorgfalt“ durchzuarbeiten, so Bülow. Weiter gibt Bülow zu bedenken, dass diese Art der Vorgehensweise keine Ausnahme mehr sei. (theintelligence.de)


EU-Kommission kürzt deutsche Übersetzerstellen

Wie aus dem Bericht des Brüsseler Verbindungsbüros des Bundestages hervorgeht, sollen 22 der 110 Übersetzerstellen der deutschen Abteilung in der EU-Kommission in Brüssel in den nächsten fünf Jahren abgebaut werden. Die nahezu gleich große englische Abteilung hingegen soll um 14 Stellen erweitert werden. Dabei hat der Bundestag bereits Mitte dieses Jahres beantragt, die deutsche Übersetzer-Abteilung zu verstärken, da fehlende Übersetzungen seit Jahren ein Ärgernis seien. Allein in dieser Legislaturperiode seien etwa 100 Übersetzungen unzureichend gewesen. (wz-newsline.de)


Wort des Jahres

Das von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählte Wort des Jahres 2012 ist „Rettungsroutine.“ Das Wort stehe für die wiederholten Maßnahmen zur Rettung des Finanzsystems, wie die Jury der GfdS erklärt. Aus den 2200 Vorschlägen schaffte es die Bezeichnung „Kanzlerpräsidentin“ für Angela Merkel auf Platz zwei sowie das Wort „Bildungsabwendungsprämie“ für das Betreuungsgeld auf Platz drei. (sueddeutsche.de)


Das älteste deutschsprachige Weihnachtslied

In der 633 Handschriften umfassenden Sammlung des Gelehrten, Arztes und Theologen Amplonius Rating de Berka (um 1364 bis 1435) ist das älteste bisher gefundene deutschsprachige Weihnachtslied erhalten geblieben. Es nennt sich „Sys willekommen heirre kerst, want du onser alre heirre bis.“ Das niederfränkische dreistimmige Kirchenlied umfasst nur wenige Zeilen und Notenlinien und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Bekannt ist das Lied heute in der überlieferten Fassung „Sei uns willkommen, Herre Christ.“ Im Mittelalter wurde „Sys willekommen heirre kerst, want du onser alre heirre bis“ grundsätzlich in weihnachtlichen Gottesdiensten gesungen. Heute ist „Sei uns willkommen, Herre Christ“ in den evangelischen und katholischen Gesangsbüchern aufgeführt. (religion.orf.at)


Sütterlin-Schreibstube in Reutlingen

Viermal im Jahr bietet Marianne Geisel mit der Sütterlin-Schreibstube in Reutlingen (Baden-Württemberg) Hilfe beim Übersetzen von alten Sütterlin-Schriften an. Vor allem jüngere Leute, denen Unterlagen, Briefe oder auch Tagebücher von verstorbenen Eltern oder Großeltern hinterlassen werden, nehmen die Hilfe der Sütterlin-Schreibstube gerne in Anspruch. Dabei seien die Briefe häufig besonders schön, denn „solche innigen Worte werden heute ja nur noch selten benutzt“, wie Marianne Geisel erklärt. Dass Sütterlin heute der Vergangenheit angehört, ist für Marianne Geisel in Ordnung. Doch wichtig sei die Pflege der deutschen Sprache. „Meine Generation ärgert es, dass heute so viel Denglisch gesprochen wird. Ein Flyer zum Beispiel ist einfach ein Faltblatt.“ (mittelhessen.de)


Dichter bittet um Unterstützung

„Ach die Welt da draußen, will sich einfach nicht besinnen, sie glaubt, das Leben kommt von außen, aber nein, es kommt von innen.“ Zeilen wie diese hat Lulzim Aliji bereits in einer Anthologie (Das Gedicht lebt, Fischer) veröffentlicht. Dabei ist es ein großer Traum des 27-jährigen, seine 70 Gedichte mit Fotos in einem eigenen Gedichtband herauszugeben. Zwar ist der Fischer-Verlag dazu bereit, seinen Gedichtband zu verlegen, jedoch nur unter einer Selbstkostenbeteiligung von 5000 Euro. Da Aliji die Beteiligung selbst nicht aufbringen kann, bittet er auf der Internetseite „Startnext“ um Unterstützung. „Startnext“ bietet Künstlern und Firmengründern die Möglichkeit, Unterstützung für ihre Projekte zu erhalten, indem viele Menschen ein oder mehrere Projekte mitfinanzieren. Die Unterstützer erhalten dann eine Aufmerksamkeit des „Starters“. In Alijis Fall wäre das bei einer Unterstützung von 25 Euro eine signierte Ausgabe seines Gedichtbandes.

Lulzim Aliji ist Kosovo-Albaner und lebt seit 20 Jahren in Tiengen. Seine großen Vorbilder sind Heinrich Heine und Selma Meerbaum-Eisinger. (suedkurier.de, startnext.de)

 


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Dies ist der VDS-Infobrief. Er enthält die Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache der vergangenen Woche. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben.

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Rapper Smudo & Co. singen deutsche Texte
(derwesten.de 12.12.2014)