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VDS-Infobrief 46. Woche

Presseschau vom 12. bis 18. November 2014

Für mehr deutsche Musik im deutschen Radio

In einem offenen Brief an alle neun Rundfunkräte fordert der VDS mehr deutsche Musik im deutschen Radio. Denn die Spielzeiten deutschsprachiger Titel in den Rundfunkanstalten stünden in keinem Verhältnis zur Beliebtheit dieses Genres in den Hitparaden und an den Verkaufskassen für Tonträger aller Art. „Fast die Hälfte von den 100 bisher meistverkauften Alben des Jahres 2014 bringt deutschsprachige Musik“, erläutert der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. „Aber die Amitümler in den Musikredaktionen deutscher Rundfunksender dudeln zu 90 Prozent Stücke mit englischen Texten ab.“ Zum offenen Brief geht es hier, zur Auswertung der Titellisten ausgewählter Radiosender hier. (vds-ev.de)

Der Sänger Matthias Reim kritisierte, dass deutsche Pop- und Schlagermusik „wie ein Stiefkind behandelt wird, obwohl das Stiefkind schon längst die Straßen regiert“. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Reim, er könne sich diese ablehnende Haltung von vielen Senderredaktionen nicht erklären, denn: „Man sieht, dass es eine gigantische Renaissance gibt, dass dieser Bereich ein gigantischer Wirtschaftsfaktor geworden ist. Das Volk, das zu Zehntausenden in die Hallen strömt, um deutsche Künstler zu sehen, wird völlig ignoriert.“ Der 56-Jährige prognostizierte: „Über kurz oder lang landen diese Sender auf ihren Hinterteilen. Die Quoten werden dort sinken – und bei denen steigen, die Toleranz zeigen.“ (www.noz.de)

 

Geschlechtergerechte Sprache: Profx.

Das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ griff mit dem Artikel „Sagen Sie bitte Profx. zu mir“ den Entrüstungssturm auf, den Lann Hornscheidtentfachte, indem sie auf ihrer Internetseite darum bat, in Anreden von Bezeichnungen wie Frau und Herr und allem, was einem Geschlecht zugeordnet werde, abzusehen. Hornscheidt hat eine Professur für Gender Studies und Sprachanalyse an der Humboldt-Universität Berlin. Die x-Form sei hierbei nur ein Vorschlag, der gerne verbessert oder verändert werden dürfe. Es gehe lediglich darum, dass Menschen wie Hornscheidt, die sich zwischen den Geschlechtern sehen, dies auch sprachlich ausdrücken können. Auch eine Abschaffung der Geschlechter sei nicht das Ziel, sondern vielmehr die Bereitschaft der Gesellschaft, solche Differenzen zu erkennen und zu akzeptieren. In den sozialen Medien sorgten Hornscheidts Vorschläge für hasserfüllte Kommentare, vor allem in der rechten Szene. Ein Mensch, der sich weder als Mann noch als Frau fühle, sei „geisteskrank“ und löse „abartige Gedanken“ aus. (www.faz.net)

 

„Deutsche Welle“ mit englischem Sender

Die „Deutsche Welle“ (DW) wird ab April 2015 mit „DW News“ einen Nachrichtenkanal auf Englisch anbieten. Grund dafür sei, dass das Publikum in Afrika und Asien besser erreicht werde und sich die DW mit internationalen TV-Sendern messen müsse. 18 Stunden Programm sollen täglich ausgestrahlt werden. Die langfristige Finanzierung sei offen, denn der Bundestag habe dafür zusätzliche 10,5 Millionen Euro nur für 2015 genehmigt. DW-Intendant Peter Limburg erklärte, damit wäre die DW strukturell unterfinanziert. Sollten die Mittel nicht dauerhaft sicher sein, müsse das Programmangebot geprüft und überlegt werden, ob das deutsche TV-Angebot in diesem Umfang erhalten werden könne. Die Deutsche Welle mit Sitz in Bonn und Berlin hat einen Haushalt von 280 Millionen Euro und finanziert sich aus Steuermitteln. (www.tagesspiegel.de, www.stern.de, www.ksta.de)

 

Bedrohte europäische Sprachen und Dialekte

Die „Welt“ stellte den „Weltatlas der bedrohten Sprachen“ vor, in dem die UNESCO u. a. 212 gefährdete und 13 akut gefährdete europäische Dialekte auflistet. So sprechen etwa Karaimisch, Corfiot-Italienisch, Umesamisch, Pitesamisch, Westwotisch oder Livisch – wenn überhaupt – nur noch jeweils einige Dutzend Menschen. In Deutschland zählt das Saterländische zu den bedrohten Dialekten. In dem Eintrag im UNESCO-Weltaltlas heißt es: „Es wird laut einer Studie von 2007 nur noch von 1000 bis 2000 Menschen gesprochen. Der Dialekt ähnelt stark dem Nord- und auch Westfriesischen, wird aber heute nur noch von ein bis zwei Prozent der Einwohner der Region Saterland fließend gesprochen.“ Gemeinsam sei den bedrohten Sprachen und Dialekten, dass sie sukzessive von den jeweiligen Hoch- und Amtssprachen verdrängt worden seien, wobei Schulen und Medien als die sprachlichen „Türöffner“ in den Familien fungierten. (www.welt.de)

 

„Unserdeutsch“

Wissenschaftler am Augsburger Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft erforschen seit September das akut vom Aussterben bedrohte „Unserdeutsch“, indem sie es dokumentieren, seine Struktur systematisch beschreiben und seine Entstehung und Geschichte rekonstruieren. Die in den 1970er Jahren von Craig Volker beschriebene Kreolsprache ist auch in Fachkreisen bis heute weitgehend unbekannt und unerforscht. Zugleich gibt es nur noch etwa 100 ältere Sprecher, die heute zerstreut auf verschiedenen Inseln Papua-Neuguineas und in Ost-Australien leben. „Unserdeutsch“ ist an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert – während und nach der deutschen Kolonialzeit im heutigen Papua-Neuguinea – im Waisenhaus der katholischen Missionsstation Vunapope in der Nähe von Rabaul (heute Provinz East New Britain, ehemals Neupommern im Bismarck-Archipel) unter deutsch-indigenen Kindern entstanden. (idw-online.de, www.philhist.uni-augsburg.de)

 

Einladung zur Lesung

Über mehrere Jahrzehnte gelebter Städtepartnerschaften berichtet Rolf Massin am 21. November im Ruhrtalmuseum Schwerte (19 Uhr, Brückstraße 14). Anlass ist das Erscheinen seines Buches „Der Weg zum Miteinander“. Alle VDS-Mitglieder sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Rolf Massin ist VDS-Beauftragter in Frankreich und hielt u. a. mit seinem Buch „Strumpf“ gut besuchte Lesungen ab. Weitere Termine: 22. November, Ahlen; 25. November, Teltow, 26. November, Berlin, 28. November, Neuss (anno-verlag.de, vds-ev.de)

 

Wissensspiel: Ruhrdeutsch

Die „Ruhrnachrichten“ stellen in einem Wissensspiel in drei Schwierigkeitsstufen 33 Fragen zum Thema Ruhrgebiet und Ruhrdeutsch („über die schönste Sprache vonne ganzen Welt“). Zum Spiel geht es hier. (www.ruhrnachrichten.de)

 

Hinweis

VDS-Pressespiegel


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Das Haus der deutschen Sprache im Internet: www.hausderdeutschensprache.eu, facebook.com

Dies ist der VDS-Infobrief. Er enthält die Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache der vergangenen Woche. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben.

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Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Rapper Smudo & Co. singen deutsche Texte
(derwesten.de 12.12.2014)