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VDS-Infobrief 51. Woche

Presseschau vom 17. bis 23. Dezember 2014

Frederick Muhlenberg und Deutsch als Amtssprache in den USA

Die „Welt“ fragte, was gewesen wäre, wenn deutsche USA-Einwanderer ihre Sprache zur Amtssprache gemacht hätten. Denn vor 220 Jahren brachten deutsche Einwanderer eine Petition in das US-Repräsentantenhaus ein, die dann als „Muhlenberg-Legende“ bekannt wurde. Demnach habe 1794 einzig die Stimme des deutschstämmigen Frederick Muhlenberg bewirkt, dass Deutsch als Amtssprache in den USA abgelehnt wurde.

Die wahre Geschichte lautet allerdings anders: Der Antrag forderte lediglich, Gesetzestexte auch in deutscher Sprache zu veröffentlichen, damit sich deutschsprachige Einwanderer leichter zurechtfinden. Muhlenberg war der Meinung: die Einwanderer aus Europa gewöhnten sich schneller an die neue Heimat, wenn alle dieselbe Sprache sprächen – nämlich Englisch.

Die letzte Volkszählung in den USA hatte ergeben, dass mehr als 49,2 Millionen von seinerzeit 282 Millionen Amerikanern, von Deutschen abzustammen. Damit stellen sie die größte Einwanderergruppe überhaupt, weit vor den Einwanderern mit englischen Wurzeln (26,9 Millionen). (welt.de)

 

Digitale Sprache analysieren

„Empirical Linguistics and Computational Language Modeling“ (auf Deutsch: ‚Empirische Linguistik und computerlinguistische Sprachmodellierung’) heißt ein gemeinsames Forschungsprojekt des Instituts für Computerlinguistik der Universität Heidelberg und des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. Ziel ist es, neue Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, um digitale Sprachbestände zu erfassen und zu untersuchen. Das Projekt beginnt Anfang 2015 und wird mit 2,6 Millionen Euro gefördert. Die Wissenschaftler wollen riesige digitale Sprachdatenmengen verfügbar machen und z.B. für Sprachverarbeitungsmodelle nutzen. (idw-online.de)

 

Friederike Mayröcker wird 90

Das Schweizer SRF gratulierte der österreichischen Schriftstellerin Friederike Mayröcker zum 90. Geburtstag. Mayröcker gehöre „mit Sicherheit zu den herausragenden lyrischen Stimmen in deutscher Sprache“, sagte die Literaturkritikerin und Publizistin Beatrice von Matt. Zahlreiche Auszeichnungen habe Friederike Mayröcker erhalten, u.a. den Büchnerpreis, fast auch den Literaturnobelpreis. Trotzdem kennen viele ihr Werk kaum. Das vollständige Interview und ein gesprochenes Mayröcker-Gedicht finden Sie hier. (srf.ch)

 

Musik gegen Sprachensterben

Die Sprecherzahlen des Plattdeutschen gehen seit Jahren zurück. Gegen diesen Trend stellt sich der Sprechgesang von Malte Battefeld, Jakob Köhler und Torben Otten, die als die Gruppe „De Fofftig Penns“ beachtliche Erfolge erzielen. Die „Zeit“ stellt die Dialekt-Band vor, die 2013 mit dem Lied „Löppt“ beim Bundesvision Song Contest immerhin auf Platz 7 landete. 2012 bekam die Band deshalb den Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis verliehen, für ihren Einsatz für die niederdeutsche Sprache.

„Wir sind keine Traditionalisten, wir übersetzen das Platt in eine neue Zeit“, sagt Bandmitglied Otten. Im kommenden Jahr wollen sie vielleicht nach Südamerika fliegen, weil es dort noch plattdeutsche Dörfer gibt.

Ska- und Rockmusik mischt die Gruppe „Die Folksamen“ aus Cottbus in ihren teils sorbischen Liedern. Die fünf Musiker sind aus einer Schulband hervorgegangen. Mit Musik versuchen sie, ihre Sprache am Leben zu halten. Denn diejenigen, die sie noch fließend sprechen können, werden immer weniger. Schätzungen gehen gerade mal von 7.000 bis 10.000 meist älteren Menschen aus, die noch Niedersorbisch beherrschen. (zeit.de, deutschlandradiokultur.de)

 

Videoquiz zu Weihnachtsliedern

Die „Süddeutsche“ hat ein Quiz veröffentlicht, welches der Betriebskindergarten der Süddeutschen Zeitung auf die Beine gestellt hat. Bei dem Quiz handelt es sich um ein Video, in dem die Kindergartenkinder deutsche Weihnachtslieder singen. Der Zuschauer muss dann erraten, wie der Text der Lieder weitergesungen wird. Das Quiz finden Sie hier! (quiz.sueddeutsche.de)

 

Hinweis

 


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Das Haus der deutschen Sprache im Internet: www.hausderdeutschensprache.eu, facebook.com

Dies ist der VDS-Infobrief. Er enthält die Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache der vergangenen Woche. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben.

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Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Wenn ich merke, dass Sprache den Weg über das Gehirn scheut, muss ich eingreifen.

Johann König, Komiker und Lingualgourmet