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Infobriefe 2015

Mittwoch, 30. Dezember 2015

VDS-Infobrief 52. Woche

Presseschau vom 23. bis 30. Dezember 2015

 

Vom Wandel des deutschen Wortschatzes

Während sich die deutsche Grammatik seit dem 19. Jahrhundert nur geringfügig verändert hat, kommt es hinsichtlich des deutschen Wortschatzes zu einem enormen Wandel bis hin zum völligen Verlust einiger Begriffe. Helmut Berschin, emeritierter Professor für Romanistik, sieht diese Entwicklung einerseits durch die moderne Technologie bedingt, die neuer Benennungen bedarf. Andererseits nimmt zugleich der Gebrauch von Wörtern ab, deren Sache selbst der Gesellschaft unbekannt geworden ist. Dies träfe ebenso auf Bezeichnungen bestimmter Berufsgruppen zu, beispielsweise den der Stenotypistin, wie auch auf Begriffe der Politik – wie derer der DDR, deren fachspezifischer Wortschatz nach der Wieder­vereinigung keinen Gebrauch mehr fand. Nicht immer führe ein abnehmender Gebrauch eines Wortes dabei jedoch zu dessen vollkommenen Verlust. Immerhin habe sich der deutsche Wortschatz seit Beginn des 20. Jahrhunderts um ein Drittel erweitert. „Die Bilanz aus Wortgewinnen und Wortverlusten ist deshalb für eine Schrift- und Kultursprache insgesamt positiv“, schlussfolgert Berschin. (merkur.de)

 

CSU fordert verbindliche Deutschkurse für Flüchtlinge

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ fordert die CSU verpflichtende Deutsch- und Grundwertekurse für alle Flüchtlinge. Diese seien nach Angaben der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) nicht nur maßgeblich für eine Integration innerhalb der deutschen Gesellschaft, sondern auch für den Arbeitsmarkt unerlässlich. „Wer dauerhaft hier bleibt, muss unsere Sprache lernen, unser Wertesystem kennen und die Regeln der Demokratie akzeptieren“, betonte Wanka gegenüber der SZ. Julia Klöckner (CDU) sprach sich gegenüber dem „Tagesspiegel“ zudem für Leistungskürzungen aus, sollte der „Pflicht zur Integration“ nicht in ausreichendem Maße nachgekommen werden. (sueddeutsche.de, tagesspiegel.de)

 

Politische Korrektheit

Immer wieder entstehen mediale Aufschreie um Wörter wie „Zigeunerschnitzel“ oder den Gebrauch von geschlechtsneutraler Sprache. Sabrina Hoffmann, Redakteurin der „Huffington Post“, warnt davor, sich zu sehr durch diese Debatten einnehmen zu lassen, die sie als „sinnlos und sogar gefährlich“ bezeichnet. Letztlich sei es relevanter, aktiv handelnd gegen Fremdenfeindlichkeit und soziale Ungleichheit der Geschlechter vorzugehen, anstatt Zeit und Energie mit geringfügig wirksamen Diskussionen um politisch korrekt gebrauchte Sprache zu verschwenden. (huffingtonpost.de)

 

CDU-Parteitag rollt wieder die nationale Fahne aus

Wieder einmal rollt die CDU auf einem Parteitag die nationale Fahne aus. Sie will die Nationalhymne im Grundgesetz verankern. Albert Funk, Autor beim „Berliner Tagesspiegel“, berichtet darüber und nennt das Grundgesetz verächtlich eine Art „Stopfwurst“, wo man alles Mögliche hineindrückt. Gerade einmal 29% der Leser halten bei einer Abstimmung die Forderung für sinnvoll. Sie wird hoffentlich nicht ein ähnliches Schicksal erleiden wie der Beschluss des Stuttgarter CDU-Parteitages aus dem Jahre 2010. Damals setzte die Parteitagsmehrheit gegen den ausdrücklichen Willen von Merkel den Beschluss durch, die deutsche Sprache sollte im Grundgesetz als Landessprache geschützt werden. Der VDS hatte diese Forderung jahrelang und lautstark als Erster erhoben. Probeabstimmungen hinter den Kulissen, bei der „Enquete-Kommission Kulturpolitik“, hatten gezeigt, dass dies mit der SPD nicht zu machen war. Der VDS würde es begrüßen, wenn die CDU jetzt auf die Landessprache zurückkäme! Jetzt, wo alle laut rufen, die deutsche Sprache sei für die Integration der Flüchtlinge so wichtig. (tagesspiegel.de)

 

Rezension: „Brauchen wir die Powerfrau?“

Dieser Frage stellt sich Dr. Heinz Böhme, ehemaliger Direktor für Weiterbildung und Fernstudium an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und Mitglied im VDS. In seinem kürzlich im IFB-Verlag Deutsche Sprache erschienenen Buch setzt sich Böhme humorvoll mit den sprachlichen Unfällen unserer Gesellschaft auseinander. In 39 Kapiteln gelingt es ihm nicht nur, Floskeln und umgangssprachliche Gepflogenheiten kritisch aufzuzeigen, sondern auch strittige Modeerscheinungen der deutschen Sprache sowie grammatikalische Missstände aufzudecken, die sich im Zuge eines zunehmenden englischen Sprachgebrauchs eingeschlichen haben. (ifb-verlag.de)

 


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten und Nachrichten der vergangenen Woche über die deutsche Sprache. Bestellbar unter: infobrief@vds-ev.de.

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Redaktion: Anna Beckmann, Kurt Gawlitta, Lea Jockisch, Holger Klatte

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Donnerstag, 24. Dezember 2015

VDS-Infobrief 51. Woche

Presseschau vom 16. bis 22. Dezember 2015

   

Freitag, 18. Dezember 2015

VDS-Infobrief 50. Woche

Presseschau vom 9. bis 16. Dezember 2015

   

Freitag, 11. Dezember 2015

VDS-Infobrief 49. Woche

Presseschau vom 2. bis 8. Dezember 2015

   

Freitag, 04. Dezember 2015

VDS-Infobrief 48. Woche

Presseschau vom 25. November bis 1. Dezember 2015

   

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Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)