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Infobriefe 2016

Freitag, 30. Dezember 2016

VDS-Infobrief 52. Woche

 

1. Presseschau vom 23. bis 29. Dezember 2016

2. VDS-Termine

3. Literatur

4. Denglisch

 

1. Presseschau vom 23. bis 29. Dezember 2016

Walter Krämer im Gespräch

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Foto: VDS

VDS-Mitglied Hans-Martin Esser führte für das MagazinThe European ein Interview mit dem VDS-Vorsitzenden Prof. Dr. Walter Krämer. Die Gründung des VDS im Jahr 1997, so Krämer, sei auf ein Interview, gespickt mit unverständlichen Anglizismen, der FAZ mit der Modemacherin Jil Sander zurückzuführen. Dieses habe Krämer als Anstoß zur Notwendigkeit empfunden, gegen die Gefährdung des Deutschen als vollwertige Kultursprache vorzugehen. Bereits in der Wissenschaft lasse sich nur noch schwer auf Deutsch forschen. Krämer verstehe eine Veränderung der Sprache grundsätzlich nicht als etwas Schlechtes. Jedoch bestehe ein Unterschied in den Richtungen, von denen dieser Sprachwandel ausgehe – beispielsweise zwischen „Werbe-Fuzzis“ und Dichtern und Denkern. Er verweist zudem auf den Kulturpreis Deutsche Sprache, der jährlich vergeben wird und Personen ehrt, die liebevoll mit der deutschen Sprache umgehen. (theeuropean.de)

 

Was verbindet Bayern und Venetien?

Ein wenig, wenn man das Beschwören der eigenen regionalen Identität in Sprache und Kultur betrachtet! Allerdings im Augenblick noch nicht viel, wenn man die weitgehenden politischen Forderungen aus der Region Venetien vernimmt! Diese Region will sehr viel mehr als – wie etwa Bayern oder Ostfriesland – nur die kulturelle Eigenständigkeit betonen. Die Lega Nord will den im Norden erwirtschafteten Reichtum für sich allein nutzen, anstatt ihn über Steuern an Rom abzuführen. Venetien erklärt sich mittels eines regionalen Gesetzes zur nationalen Minderheit und beansprucht finanzpolitische Unabhängigkeit wie etwa Südtirol. Demgegenüber glauben italienische Sozialdemokraten, dass man Kinder „mit einem alten Dialekt von der modernen Welt fernhält“. Hier liegt ein zentraler Punkt des Konflikts. Auch in Deutschland und anderen Ländern Europas fordern engagierte Regionalpolitiker die Aufwertung der Dialekte und Minderheitensprachen im öffentlichen Leben. Die Schweiz hat sich damit teilweise schon vom deutschen Sprachraum abgekoppelt. Dr. Kurt Gawlitta (VDS-Vorstand) hat im Dezember an einem internationalen Kongress der Universität Teramo in Italien teilgenommen. Dort ging es um Sprachenrechte und Sprachpolitik. Diese sprachlichen Gruppen, ob in Friaul, in der Picardie oder in Katalonien, beanspruchen öffentliche Anerkennung und Förderung. Sie stellen sich aber kaum der Frage, welche Funktion denn diese Minderheitensprachen im öffentlichen Leben eines Landes haben können. Kann denn eine Sprache, die keinen leistungsfähigen Wortschatz zur Beschreibung der modernen Welt entwickelt hat, mehr als ländliches Brauchtum bedeuten? Spielt eine forcierte Pflege dieses Brauchtums nicht den „anglogeilen“ Funktionseliten in Wirtschaft und Politik in die Hände, die sich um das Deutsche, Italienische, Französische längst nicht mehr scheren? Hätten wir nicht allen Grund, uns verstärkt um unsere Nationalsprachen zu sorgen, anstatt uns mit unseren Dialekten „aufzuhalten“? (heise.de)

 

Beliebte und skurrile Vornamen 2016

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden berät Eltern bei der Namensgebung ihrer Kinder. Dabei gibt die GfdS einen Ausblick darüber, welche außergewöhnlichen Namen zugelassen werden und stellt damit ein Gutachten für Standesämter zur Verfügung. 500 seltene Vornamen sagten der GfdS zu, rund 10 Prozent der Anfragen wurden jedoch verworfen. Dazu zählten skurrile Namen wie Holunda, Pims oder Univers. Christmas, Kedyra und Lunis bekamen hingegen den Zuspruch der GfdS. Prognosen zufolge gehören auch im nächsten Jahr Sophie, Marie, Alexander und Maximilian zu den beliebtesten Vornamen. Neueinsteiger werden voraussichtlich Mila und Elias sein. Auch Namensforscher Knud Bielefeld stellt in seiner jährlichen Rangliste, die sich aus Geburtsanzeigen und Angaben von Standesämtern zusammensetzt, die beliebtesten und skurrilsten Vornamen vor: Mia und Ben seien laut Bielefeld die meist gewählten Vornamen. Außergewöhnlich waren dagegen Cinderella, Florabelle und Royal. (welt.de)

 

2. VDS-Termine

Arbeitskreistreffen der Region 38 (Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg) am 3. Januar 2017
(an jedem ersten Dienstag eines ungeraden Monats)
Zeit: 16.00 Uhr
Ort: Gliesmaroder Thurm, Berliner Str. 105, Braunschweig

 

 

3. Literatur

Literarischer Jahresrückblick

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Zeit, um ein literarisches Resümee zu ziehen, findet das Abendblatt und hat die wichtigsten Ereignisse rund ums Thema Literatur dieses Jahres zusammengefasst. Obwohl die Umsätze des Buchhandels im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen sind, sei der „Medienwandel inzwischen gut überstanden“, zitiert das Abendblatt den Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Absätze als meistverkauftes Buch maßgeblich in die Höhe getrieben hat 2016 die Harry Potter-Fortsetzung „Harry Potter und das verwunschene Kind“, dessen Autorin Joanne K. Rowling die Veröffentlichung im Frühjahr überraschend bekannt gab. Eine weitere Überraschung bereitete in diesem Jahr auch die Schwedische Nobel-Akademie durch die Verleihung des Literaturnobelpreises an Bob Dylan. Unerwartet trifft die Literaturwelt gleichwohl der Tod des Bestsellerautors Roger Willemsen Anfang Februar. Der große Umberto Eco folgte ihm nur wenige Tage später im Alter von 84 Jahren. (abendblatt.de, ndr.de)

 

Einfache Sprache

Anders als die „Leichte Sprache“, die sich in erster Linie an Menschen mit Behinderungen richtet, soll die „Einfache Sprache“ einen weiteren Personenkreis mit Schreib- oder Leseschwächen ansprechen, beispielsweise Legastheniker oder Zuwanderer. Die Sätze sind hierbei zwar kürzer und grammatikalisch sowie den Wortschatz betreffend einfacher, das Erfassen von Nebensätzen und Alltagsbegriffen wird jedoch vorausgesetzt. Um das Angebot an Literatur in „Einfacher Sprache“ zu erweitern, hat das Historische Museum Frankfurt zusammen mit dem Literaturhaus und der Stabstelle für Inklusion der Stadt das Projekt „Frankfurt, deine Geschichte“ gegründet, an dem sich sechs bekannte Autoren, darunter die mehrfach ausgezeichnete Autorin Alissa Walser, beteiligen. Zwar gibt es schon einige Übersetzungen bekannter Bücher in „Einfacher Sprache“, jedoch mangele es bisher an Literatur, die eigens in dieser verfasst wurde, erklärt Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses.

Die Universität Hamburg fand in einer Studie heraus, dass in Deutschland rund 7,5 Millionen der zwischen 18- und 64-Jährigen sogenannte funktionale Analphabeten sind. Weitere 13,3 Millionen haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. (fnp.de)

 

 

4. Denglisch

PraiseCamp

Um wieder mehr Jugendliche für den christlichen Glauben gewinnen zu können, haben sich eine Vielzahl von christlichen Organisationen in der Schweiz bereits zum 15. Mal ein besonders „Teen“-orientiertes Veranstaltungsprogramm überlegt, das jährlich unter dem Namen „PraiseCamp“ stattfindet. Das Motto dieser „coolen“ Zusammenkunft, die vom 27.12. bis zum 1.1. allerhand „Events“ zu bieten hat, lautet „The Book: Wort vom Läbe“. Von „Biblepainting“ bis hin zu „Speed-Dating“ – als „Special Ü18 Angebot“ – ist für jeden Nachwuchsgläubigen etwas dabei. Und einen „Livestream“ gibt es natürlich auch. (praisecamp.ch, rp-online.de)


 

Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten und Nachrichten der vergangenen Woche über die deutsche Sprache. Bestellbar unter: infobrief@vds-ev.de.

RECHTLICHE HINWEISE

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Verein Deutsche Sprache e.V. Dortmund
Redaktion: Anna Beckmann, Kurt Gawlitta, Lea Jockisch, Holger Klatte

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© Verein Deutsche Sprache e.V.

 

Freitag, 23. Dezember 2016

VDS-Infobrief 51. Woche

1. Presseschau vom 16. bis 22. Dezember 2016

2. VDS-Termine

3. Literatur

 

   

Freitag, 16. Dezember 2016

VDS-Infobrief 50. Woche

1. Presseschau vom 9. bis 15. Dezember 2016

2. Berichte

3. Literatur

   

Samstag, 10. Dezember 2016

VDS-Infobrief 49. Woche

1. Presseschau vom 2. bis 8. Dezember 2016

2. Berichte

3. VDS-Termine

4. Neues Denglisch

   

Freitag, 02. Dezember 2016

VDS-Infobrief 48. Woche

1. Presseschau vom 25. November bis 01. Dezember2016

2. Berichte

3. Literatur

4. Neues Denglisch

   

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