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Literatur

Hohes Ansehen - weltweit!

Von Manfred Schroeder

Deutsch ist Amtssprache in sieben europäischen Ländern, zum Teil regional begrenzt: in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Liechtenstein, Luxemburg, Italien (Südtirol) und Belgien (Ostbelgien). Die Bedeutung einer Sprache ergibt sich aber nicht nur aus ihrer geographischen Verbreitung oder der Zahl ihrer Sprecher. Die Lernenden einer Sprache spielen ebenfalls eine große Rolle. Hier nimmt Deutsch eine überraschend gute Stellung ein.

Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt, von Neuseeland bis Kanada, von Indonesien bis Kamerun, lernen in der Schule Deutsch. Deutsch ist – in beträchtlichem Abstand nach Englisch, aber etwa gleichauf mit Französisch und Spanisch – eine der am häufigsten gelernte Fremdsprache weltweit, mit bis zu 14,5 Millionen Schülern und Studenten, die von weit über 300.000 einheimischen Deutschlehrern und -dozenten betreut werden. Und Germanistik-Abteilungen gibt es an beinahe jeder Universität.

Das Ansehen einer Fremdsprache hängt ab von ihrer Bedeutung als Kultur- und Bildungssprache, oder auch von der Möglichkeit, über die Sprache einen Zugang zu interessanten Ausbildungs- und Austauschangeboten zu gewinnen – und da genießt Deutsch hohes Ansehen. Millionen von Menschen haben so Deutschkenntnisse erworben.

Zu denen, die in vielen Ländern für die deutsche Sprache werben, gehören neben den Deutschlehrern, Dozenten und Schülern auch „Rückkehrer“: Menschen, die in Deutschland oder Österreich studiert haben oder aus- und fortgebildet wurden und jetzt in ihren Heimatländern arbeiten. Diese „Alumni“ gehören oft zur wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Elite ihrer Länder. Sie alle haben Deutsch gelernt, sind Sympathieträger – und nicht selten Partner der deutschen Exportwirtschaft vor Ort. Sie öffnen die Türen.

Eine besondere Gruppe sind die ehemaliger „Vertragsarbeiter“, die aus der DDR in ihre Heimat zurückkehrten; von ihnen gibt es ganze Scharen in bestimmten Ländern (z.B. Vietnam, Kuba, Mosambik, Angola oder China). Nicht zu vergessen sind die ehemaligen „Gastarbeiter“, von denen es allein in Südost-Europa und in der Türkei Millionen gibt. Sie haben ihre Zweitsprache nicht vergessen und lassen ihre Kinder in der Schule häufig Deutsch lernen. Eine Besonderheit der deutschen Auswärtigen Bildungspolitik ist das Netz der deutschen Auslandsschulen, die oft mehrheitlich Schüler mit anderer Muttersprache besuchen und hoch angesehen sind. Dazu kommt das neue Projekt „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des deutschen Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, dem Goethe-Institut, dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz der Länder und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Etwa 1500 Sekundarschulen im Ausland werden in eine enge Partnerschaft zu Schulen in Deutschland gebracht. Die Schüler haben intensiveren Deutschunterricht, lernen durch Austausch Deutschland kennen und kehren mit guten Deutschkenntnissen in ihre Länder zurück, wo sie ihre Abschlussprüfungen ablegen.

In vielen Ländern der Welt leisten zudem die 149 Goethe-Institute einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur.

Außerhalb des deutschen Sprachraums werden über 3.000 deutschsprachige Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehprogramme produziert. Zudem gibt es etwa 800 deutschsprachige Studiengänge und Deutsch ist die dritthäufigst benutzte Sprache im Internet. Ein Fünftel aller weltweit herausgegebenen Bücher erscheint auf Deutsch.

Und eine weitere Realität ist erwähnenswert: Deutschland ist für fast alle Länder in Europa der größte Handelspartner, in anderen Kontinenten einer der wichtigsten. Deutsche Realität und Präsenz in der Welt schaffen schließlich die deutschen bzw. deutschsprachigen Minderheiten. Viele Millionen Menschen sind in vorigen Jahrhunderten ausgewandert, haben Gemeinschaften auf der Grundlage der gemeinsamen Sprache und Kultur gebildet und sich gleichzeitig in das Leben der Gastländer eingegliedert, deren Entwicklung sie maßgeblich mitgestaltet haben – was bis heute von den politischen Führungen anerkannt wird. Trotz zum Teil schwieriger Bedingungen nach den beiden Weltkriegen und trotz großen Assimilierungsdrucks in zahlreichen Staaten haben sich einige Minderheiten bis heute erhalten. In Ost- und Mitteleuropa, wo die deutsche Sprache teilweise ganz verboten und alles Deutsche verfemt war, hat nach der Wende 1990 eine regelrechte Wiedergeburt stattgefunden.

Nennenswerte deutschsprachige Minderheiten gibt es vor allem in Russland, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Polen, Litauen (Memelland), Dänemark (Nordschleswig) und nicht zuletzt in Ostfrankreich (Elsass). Die Deutschkenntnisse sind teilweise nicht mehr sehr ausgeprägt, denn nicht überall können deutsche Volksgruppen ohne Identitätsverlust bestehen. Im Ganzen hat sich jedoch die deutsche Identität trotz Assimilierungsdrucks erhalten. Sie hat nach wie vor ihren gemeinsamen, für alle Welt erkennbaren Nenner: die deutsche Sprache und deutsche Tradition.

Die deutsche Sprachgemeinschaft weltweit – Muttersprachler und Fremdsprachler – kann auf etwa 200 Millionen geschätzt werden.