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VDS-Infobrief Nr. 354
und 2017

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Pressemitteilungen

Freitag, 24. März 2017

VDS-Infobrief 354: Unpolitisch durch Unverständnis

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Fotolia / Christian Schwier

Ein Umfrage des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente und des Forschungsinstituts GFS Bern ergab, dass die komplizierte Sprache der Politik Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren abschrecke und vom Wählen abhalte. Laut der Neuen Zürcher Zeitung gab die Mehrheit der Befragten an, dass „die Sprache der Politikerinnen und Politiker zu kompliziert ist, um sich eine eigene Meinung bilden zu können.“

In einem Artikel für die Legal Tribune Online hat der Juraprofessor Roland Schimmel die Juristensprache auf ihre Komplexität untersucht und erklärt, „wie man einen Satz von Deutsch auf Legalesisch übersetzt und seinen Umfang verdoppelt, ohne einen Funken Inhalt hinzuzufügen“. Sein Fazit: Es werden unnötige Komposita, Adjektive und Abkürzungen verwendet, zudem weise die Juristensprache zu viele Schachtelsätze auf, die das Verständnis behindern können.

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Dienstag, 21. März 2017

Junge Leute für die deutsche Sprache

Der Verein Deutsche Sprache e.V. hat ab jetzt eine Arbeitsgruppe „Junger VDS“. Die erste Tagung einer Gruppe junger VDS-Mitglieder erbrachte das Ergebnis, dass im VDS besonders die Netzwerkarbeit und die Förderung literarischer Sprache gerade auch für eine jüngere Zielgruppe interessant sind.

Wir haben viele Ideen gesammelt, die besonders jüngere Menschen ansprechen und für die es sich lohnt, Mitglied im größten deutschen Sprach- und Kulturverein zu sein“, erklärte das zuständige Vorstandsmitglied Marc-Alexander Glunde und nannte das Vermitteln von Kontakten ins Ausland, das Anstoßen von sprachpolitischen Diskussionen, die Organisation von Tagungen und Wettbewerben als Maßnahmen, die regelmäßig umgesetzt werden sollen.

Sprecher der neuen Arbeitsgruppe sind Tobias Dietzen (Mainz), Georg Fries (Bamberg) und Lara Schneider (Kaiserslautern). Wer mit der neuen Arbeitsgruppe Kontakt aufnehmen oder mitmachen möchte, einfach eine Nachricht schreiben an Nasanin Ates in der VDS-Geschäftsstelle: nasanin.ates @ vds-ev.de

AG-Seite (unter Ausbildung und Schule)

   

Freitag, 17. März 2017

VDS-Infobrief 353: Mit Nostalgie gegen WhatsApp und Co.

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Foto: pixabay / CC0 1.0 / StefanHoffmann

Obwohl die schriftliche Kommunikation heutzutage meist über mobile Telefone und Rechner stattfindet, hat sich ein analoges Schreibmedium auch in den jungen Generationen noch gehalten: die Postkarte. Während private Briefe kaum noch verschickt werden, landeten 2014 eine Viertel­milliarde Postkarten in deutschen Briefkästen. Cathrin Schmiegel ist dem Zauber, der Postkarten innewohnt, für die Süddeutsche nachgegangen und meint: Ihr Erfolg begründet sich durch die stetige Weiterentwicklung der Gestaltung, die sich – wie auch die Mode – dem aktuellen Zeitstil anpasst. „Die Aufdrucke bewegen sich damit irgendwo zwischen Traumwandlerei, Nostalgie und altkluger Ironie, und sind immer Projektionsflächen für die Sehnsüchte der Menschen“, schreibt Schmiegel. Zurück geht die Tradition des Postkartenschreibens auf die sogenannte Correspondenzkarte, die 1869 erstmals in Österreich lanciert wurde.

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Dienstag, 14. März 2017

Sprachnachrichten Nr. 73: Deutsch in der Wirtschaft

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Viele Unternehmen in Deutschland verzichten auf die deutsche Sprache: Englisch als Unternehmenssprache, in Werbekampagnen und englische Produktbezeichnungen – es gibt leider viele Beispiele dafür. Die Ausgabe 1/2017 der Sprachnachrichten nennt die Gründe, warum das meistens schiefgeht und warum der VW-Konzern hierzulande besser zum Deutschen zurückkehren sollte.

VDS-Mitglied Bastian Sick erklärt in seiner neuen Kolumne den Unter­schied zwischen 14-tägig und 14-täglich. Mit zwei offenen Briefen gehen der VDS und der mit ihm verbundene Arbeitskreis Deutsch als Wissen­schafts­sprache e. V. gegen die einseitige Verwendung des Englischen in der Wissenschaft vor. Der Sprachwissenschaftler Helmut Glück resümiert die Debatte zur Werbebeilage des VDS in der Mitgliederzeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes.

Die Rubrik „Großes Deutsch" erinnert an ein Ereignis aus dem Jahr 842, als die beiden jungen Sprachen Althochdeutsch und Altfranzösisch erst­mals gemeinsam auftraten: in den Straßburger Eiden. Schließlich lädt die Ausgabe 73 zu einem weiteren Ereignis ein: die Deutschen Sprachtage 2017 in Kusel.

Die Sprachnachrichten gibt es auch an Kiosken und in Buchhandlungen zu kaufen. Eine Liste der Verkaufsorte ist hier.

   

Freitag, 10. März 2017

VDS-Infobrief 352: Frühkindlicher Spracherwerb

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©
pixabay / CC0 1.0 / kaenie

Mehr als ein halbes Jahrhundert prägte die Idee des US-amerikanischen Forschers Noam Chomsky die Sprachwissenschaft, das menschliche Gehirn verfüge über eine angeborene Struktur zum Erlernen von Grammatik. Mittlerweile mehren sich die Zweifel an dieser Theorie. Die Sprach- und Kognitionsforscher Paul Ibbertson und Michael Tomasello sehen Chomskys Ideen als widerlegt an. Vielmehr greifen Kinder auf allgemeine, nicht sprachliche Fähigkeiten zurück, wie die Anwendung von kategorischen Einteilungen ihrer Umwelt. „Hinzu kommt die einzigartige Gabe, intuitiv zu erfassen, was uns andere mitteilen möchten; erst so kann Sprache entstehen“, erklärt Spektrum. Der zu diesem Thema veröffentliche Essay klärt die Frage, wie Sprache entsteht – nicht, wie sie funktioniert – und stellt eine Verbindung zwischen Mensch und Tier her, wenn Sprache aus der Anwendung einer Reihe nichtsprachlicher Fähigkeiten entstand, die bei Tieren längst ebenso nachgewiesen worden sind. Diese Fähigkeiten „führen weder notwendig zu ihr noch ist Sprache ihre Voraussetzung“, schlussfolgert der Humanistische Pressedienst aus dem Forschungsbericht.

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Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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vds-logo-kleinMachen Sie mit! Im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Zukunft des Deutschen als Kultur­sprache. Jeder ist willkommen; inzwischen sind es mehr als 36.000 Menschen, die weltweit im VDS in über 120 Ländern die deutsche Sprache fördern. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitglied­schaft. Am besten gleich ausfüllen und mit gelber Post oder per Fax an die Vereinszentrale zurück­. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)