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VDS-Infobrief Nr. 310
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VDS-Wahlprüfsteine: CDU/CSU für Deutsch ins Grundgesetz

Dienstag, den 10. September 2013 um 11:15 Uhr

Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) hat zur Bundestagswahl 2013 die Bundestagsparteien zu ihren Vorhaben und Zielen in der Sprach- und Kulturpolitik befragt. Schwerpunkt der Befragung war der Stellenwert des Deutschen in Deutschland und in den Einrichtungen der Europäischen Union sowie als Fremdsprache im Ausland.

Für eine Verankerung der deutschen Sprache in Artikel 22 des Grundgesetzes sprach sich einzig die Union aus. Die Linke und die SPD wollen immerhin die „Kultur als Staatsziel im Grundgesetz aufnehmen“. Ein solches Gesetz mache eine Festschreibung der Sprache nicht mehr erforderlich, da „die deutsche Sprache als Kulturträger gefördert und geschützt“ sei, so die SPD. Die FDP hält zwar „ein solides sprachliches Fundament“ im Deutschen für wichtig, will aber „Englisch als ergänzende Verkehrs- und Arbeitssprache in Bereichen der öffentlichen Verwaltung“ etablieren.

Den Stellenwert der deutschen Sprache bei Erziehung und Integration betonen alle Parteien. Alle wollen das bilinguale Lernen weiter vorantreiben. CDU/CSU sind sogar der Ansicht, das sei sowohl für Mutter- als auch für Fremdsprache besser. Die Grünen und die SPD wollen mit dem Deutschlernen bereits bei Kindern unter drei Jahren beginnen. Die Linke ist am radikalsten für Mehrsprachigkeit und fordert, den öffentlichen Bereich bilingual zu gestalten und Zuwanderer einzubinden. Ebenso herrscht Einigkeit in Integrationsfragen: Die mitgebrachte Muttersprache der Einwanderer wird als Chance gesehen und soll gefördert werden.

Die Stellung der deutschen Sprache in der EU wird unterschiedlich bewertet. Sehen die Grünen das Deutsche nicht als eine benachteiligte EU-Arbeitssprache, so kritisieren die Linke und die SPD die unzureichende Übersetzungspraxis der EU und fordern Änderungen. Hierzu schlägt die CDU/CSU eine enge Zusammenarbeit mit den anderen deutschsprachigen Ländern vor. Die FDP drängt auf deutsche Übersetzungen von EU-Dokumenten und fordert mehr Deutschkurse für EU-Abgeordnete.

Deutsch als Fremdsprache im Ausland fördern wollen alle Parteien. Die SPD betont, das sei wichtig, um das Interesse an Deutschland aufrechtzuerhalten. Die Grünen und die Linke kritisieren die CDU/CSU dafür, als Regierungspartei die Mittel für die Auslandsschulen um 20 Mio. Euro gekürzt zu haben. Als einzige Partei will die Union deutschsprachige Minderheiten im Ausland, zum Beispiel in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion, fördern.

Die Antworten der Parteien sind auch auf der Internetseite des VDS abrufbar:

 

 

 

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Wenn ich merke, dass Sprache den Weg über das Gehirn scheut, muss ich eingreifen.

Johann König, Komiker und Lingualgourmet