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VDS-Infobrief Nr. 354
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Montag, den 21. Oktober 2013 um 09:18 Uhr

Grimms Wörterbuch wie ein Liebesroman

kds tukur klein

Am Samstag wurde in Kassel der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Ulrich Tukur erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, der undotierte Institutionenpreis ging an das Europäische Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.

Preisträger Ulrich Tukur stand gleich zweimal auf der Bühne in der Stadthalle Kassel: bei der Ehrung als Träger des Jacob-Grimm-Preises 2013 und als Sänger der Band „Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys“. Er stellte damit unter Beweis, dass er einer der vielseitigsten und begabtesten deutschsprachigen Sprachkünstler der Gegenwart ist. „Er wird ausgezeichnet für seine Sprache, für die Art und Weise, wie er mit Sprache umgeht, wie er mit Worten und Lauten eine Welt erschafft“, erklärte die Ministerin für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig Holstein und Jury-Mitglied Waltraud Wende in ihrer Laudatio. „Ich traue ihm zu, uns Grimms Wörterbuch vorzulesen als wäre es ein Krimi, ein Liebesroman oder ein Beitrag aus den Tagesthemen“, so Wende.

Ulrich Tukur erklärte in einem besonderen Vortrag seine Verbundenheit mit der deutschen Sprache, die ihn seit seiner Geburt geprägt habe. „Unsere erste Tanzkapelle haben wir in einem Germanistik-Seminar an der Universität Tübingen gegründet“, verriet er. Zum Abschluss der Preisverleihung bewies Tukur zusammen mit den „Rhythmus-Boys“ Günter Märtens (Bass) und Ulrich Mayer (Gitarre), dass er den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache nicht nur für Schauspielerei und als Schriftsteller bekommt, sondern auch als Musiker.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an das Europäische Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen für seinen besonderen Beitrag zur Qualität literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen. Dessen Präsident Claus Sprick nahm den Preis entgegen. Dr. Jochen Pleines, Direktor (i.R.) des Landesspracheninstituts in der Ruhr-Universität Bochum, sagte in seiner Laudatio: „Wenn es ein Paradies speziell für Übersetzer literarischer Texte gibt, dann liegt dieses in dem kleinen Niederrhein-Städtchen Straelen.“ An diesem weltweit einzigartigen Ort könnten sich Sprachmittler aus der ganzen Welt voll und ganz auf ihren Übersetzungsauftrag konzentrieren, so Pleines.

Zur 13. Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache kamen mehr als 600 geladene Gäste. Grußworte hielten Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Ernst Wegener vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde im Jahr 2013 nicht vergeben.

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache: Angela Elis (Freiberg), Prof. Dr. Helmut Glück (Sprecher, Bamberg), Dr. Holger Klatte (Geschäftsführung, Dortmund), Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg), Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Dipl.-Ing. Eberhard Schöck (Baden-Baden), Prof. Dr. Waltraud Wende (Kiel).

Einen filmischen Einblick von der Preisverleihung gibt es hier.

Weitere Informationen bei Bedarf hier:
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Postfach 10 41 28,
44041 Dortmund
Telefon: 0231 - 794 85 20, info@vds-ev.de, www.vds-ev.de

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Hannah Herzsprung, Schauspielerin, über das wunderschöne Deutsch in ihrem Film "Die geliebten Schwestern"