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VDS-Infobrief Nr. 311
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Schlagzeile des Jahres

Mittwoch, den 27. November 2013 um 13:27 Uhr

Die Schlagzeile des Jahres 2013 heißt „Yes, we scan!“. Sie erschien in der Bildzeitung vom 10. Juni und fand sich danach auch in vielen anderen Medien sowie auf Protestplakaten gegen die erstmals aufgedeckte US-amerikanische Medienschnüffelei. „Besser als jeder Leitartikel fassen diese drei Worte die Enttäuschung vieler Europäer über die Überwachungsmanie der Obama-Regierung zusammen“, so der Jurysprecher und Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache Walter Krämer.

Auch viele andere für den Preis nominierte Schlagzeilen adressieren diese Spionagewut der vermeintlichen amerikanischen Freunde: „Die Vereinigte Stasi von Amerika“ (Platz 3, „Süddeutsche Zeitung“ vom 11. Juli oder „Der Präsident der Vereinigten Daten“ („Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vom 15. Juli) gefielen der Jury besonders gut. Auf Platz zwei kam aber eine weitere Schlagzeile aus der „Bild“: „Wir gegen uns“, vom 24. Mai; sie zierte eine Vorschau auf das Champions League Finale in London zwischen Borussia Dortmund und Bayern München und spiegelt nach Meinung der Jury sehr schön die innere Zerrissenheit vieler Fußballfreunde angesichts dieses historischen Duells.

Lobende Erwähnung fanden auch „Durch Flachschulreife mehr Gerechtigkeit“ (ein Bericht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 20. April zur Lage der deutschen Universitäten. „Obersalzberg entlässt alle Führer“ („Süddeutsche Zeitung“ vom 29. Oktober zur Kündigung von 22 Rundgangsleitern wegen Verdachts auf Scheinselbständigkeit oder „Schwarz sieht rot, Rot sieht schwarz“ aus dem „Tagesspiegel“ vom 20. November. Hier geht es um zunehmende Gereiztheiten in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD. Die vollständige Liste der besten 30 finden ist hier zu finden.

Die Schlagzeile des Jahres gibt es seit dem Jahr 2010. Die bisherigen Sieger waren „Krieger, denk mal!“ („Die Zeit“), „Brüderle bei Ehrlicheit ertappt“ (taz) und „Politik. Macht. Einsam“. So leitete im Jahr 2012 der „Stern“ eine Reportage über den Politiker Gregor Gysi ein.

Zur Jury gehören neben dem Sprecher Walter Krämer noch der Tübinger Rhetorikprofessor Gert Ueding, die Journalisten und Autoren Wolf Schneider und Franz Stark, sowie die Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske und Helmut Glück. Insgesamt gingen bei der Jury 69 Vorschläge mit Schlagzeilen von Ende November 2012 bis Ende November 2013 ein.

Weitere Auskünfte beim Jury-Sprecher unter 0231-755-3125.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Wenn ich merke, dass Sprache den Weg über das Gehirn scheut, muss ich eingreifen.

Johann König, Komiker und Lingualgourmet