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VDS-Infobrief Nr. 324
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Von der Leyen vorn

Freitag, den 29. August 2014 um 10:51 Uhr

Die Bundesverteidigungsministerin ist der Sprachpanscher des Jahres 2014. Mit einigem Abstand vor dem Medienunternehmen ProSieben Sat.1 Media AG („The Voice Kids", „talk talk talk") und dem Hamburger Modemacher Wolfgang „you are supercute" Joop haben die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Sprachpanscher des Jahres 2014 gewählt.

Anders als bei ihren Konkurrenten äußere sich diese Sprachverhunzung allerdings nicht im üblichen Vermanschen des Deutschen mit dem Englischen zu einem Pidgin-Dialekt namens Denglisch, so ein Sprecher des Vereins, sondern in einer fast noch schlimmeren Absage an die deutsche Sprache überhaupt: Auf der 50. Münchener Sicherheitskonferenz am 31. Januar 2014 sprach von der Leyen trotz der Präsenz von Simultandolmetschern die Delegierten auf Englisch an (während der gleichfalls anwesende Bundespräsident seine Rede in deutscher Sprache hielt). „Wie soll man bei einem solchen Verhalten von Migranten Deutschtests verlangen, ehe sie einreisen dürfen", kommentierte der Vereinsvorsitzende Walter Krämer, „wenn gleichzeitig immer wieder von hochrangigen Politikern verdeutlicht wird, dass die eigentlich wichtige Sprache in Deutschland Englisch ist?"

Schon acht Jahre zuvor hatten die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache einen anderen CDU-Politiker, den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten und heutigen EU-Kommissar Günther Oettinger, aus den gleichen Gründen zum Sprachpanscher des Jahres gewählt. Oettinger hatte öffentlich im Fernsehen erklärt, dass Englisch die Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft auch in Deutschland sei, Deutsch könne man für private Briefe und am Feierabend nutzen.

Weitere Informationen hier:
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Postfach 10 41 28, 44041 Dortmund
Telefon: 0231 – 794 85 -20, -22, info@vds-ev.de, www.vds-ev.de

Aktion Sprachpanscher des Jahres

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)