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VDS-Infobrief Nr. 319
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Fluchhafen Berlin ist Schlagzeile des Jahres

Donnerstag, den 27. November 2014 um 11:34 Uhr

Die Schlagzeile des Jahres 2014 ist der „Fluchhafen Berlin". „Anders als üblich ging die Schlagzeile dieses Mal dem Ereignis voraus", kommentierte Jurysprecher Walter Krämer diese Wahl. Schon im Jahr 2012 sei diese Schlagzeile ein Kandidat für den Preis gewesen. „Aber erst 2014 wurde die Korrespondenz zwischen Schlagzeile und Ereignis auch für den letzten Zeitungsleser klar." Ein Bericht mit dieser Überschrift erschien zum Beispiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26. Juni.

Die Plätze 2 und 3 gingen an „IBAN, die Schreckliche" (ein Artikel über die Einführung des Sepa-Systems in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung) und „Gasputin" (ein Bericht über den Gazprom-Chef A. Miller in der Süddeutschen Zeitung). Auch die SZ- Schlagzeilen „Pfusch
am Bauch" (zum Thema Schönheitsoperationen), „Gesichtsverlust" (über Vollverschleierung) oder „Was Sie noch nie über Sex wissen wollten" (über moderne Tendenzen der Sozialpädagogik) fanden bei der Jury viele Freunde.

Insgesamt gingen bei der Jury 95 Vorschläge ein. Schwerpunkte waren der Fußball und das Nachbarland Frankreich. Bei der Jury beliebte Fußball-Schlagzeilen waren: „Die mit dem Löw tanzt" (zur Fernsehmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein), „Ein Neuling im Strafraum" (über Uli Hoeneß) oder „Beckenbauers Verdienste" (über die Einkommensquellen des deutschen Fußballkaisers). Viel Spaß machte den Juroren auch die Schlagzeile „Der Mythos klebt" zu den berühmten Panini-Fußballbildern, mit der die Augsburger Allgemeine Zeitung zu WM-Beginn alte Zeiten heraufbeschwor. Gut bewertete Schlagzeilen zu Frankreich waren „Affront National" (über das Erstarken der Rechten), „Hollande in Not" oder „Vive la Trance". Die 30 besten Schlagzeilen und ihre Quellen sind auf den Netzseiten des VDS unter www.vds-ev.de (pdf) nachzulesen.

Die Schlagzeile des Jahres gibt es seit 2010. Die Sieger der vergangenen Jahre waren „Krieger: Denk mal" (die Hamburger Zeit am 4. 2. 2010), „Brüderle bei Ehrlichkeit ertappt" (die taz am 25. 3. 2011), "Politik. Macht. Einsam" (der Stern 43/2012 über Gregor Gysi), und „Yes we scan". Diese Schlagzeile des Jahres 2013 zur Abhörfreude des US-Präsidenten Obama wurde wie schon der aktuelle Sieger in mehreren Medien unabhängig voneinander verbreitet. Neben dem Sprecher gehören zur Jury der Tübinger Rhetorikprofessor Gert Ueding, die Journalisten Wolf Schneider und Franz Stark und die Sprachwissenschaftler Helmut Glück aus Bamberg und Horst Haider Munske aus Erlangen.

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)