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VDS-Infobrief Nr. 358
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Kulturpreis für Kulturvermittler

Dienstag, den 05. Mai 2015 um 12:48 Uhr

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache gibt die Preisträger des Jahres 2015 bekannt. Dies sind: Prinz Asfa-Wossen Asserate, die Musikgruppe „Wortart Ensemble“ und das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2015 in Kassel statt.

Der Schriftsteller, promovierte Historiker und Wirtschaftsberater Prinz Asfa-Wossen Asserate erhält den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache. „Prinz Asserate ist ein sorgfältiger Beobachter der Deutschen, ihrer Umgangsformen und ihrer Sprache. Sein gehobener Erzählton ist feinfühlig und mitreißend zugleich – stets sachlich, aber an den richtigen Stellen auch ironisch und mitunter von herrlicher Komik. Das ist beeindruckend für einen Schriftsteller, dessen Muttersprache nicht das Deutsche ist“, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Entscheidung der Jury. Zudem sei der gebürtige Äthiopier ein Vermittler zwischen den Kulturen und den Religionen. „Für unseren Preisträger sind kulturelle Vielfalt und Austausch eine Voraussetzung für das Zusammenleben der Menschen. Wir können vieles aus diesem Blickwinkel lernen“, so Glück. Die Laudatio auf Prinz Asserate wird Petra Roth, die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin, halten. Zu den bisherigen Jacob-Grimm-Preisträgern gehören u. a. Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Nora Gomringer, Frank Schirrmacher, Günther de Bruyn, Dieter Nuhr, Loriot, Peter Härtling und Ulrich Tukur.

Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache bekommt die Dresdner Gesangsgruppe „Wortart Ensemble“.„Wir würdigen damit die großartige Idee, Dichtkunst und Vokalkunst zu vereinen. Das ‚Wortart Ensemble’ hat einen neuen Zugang zu literarischen Texten in deutscher Sprache eröffnet“, erklärte Glück die Wahl. In den vergangenen Jahren erhielten diesen Preis u. a. die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur der Universität Olmütz, die Schriftstellerin Marica Bodrožić, die Deutsche Bibliothek Helsinki, der Philosoph Dieter Schönecker sowie das medizinische Beratungsprojekt „Was hab’ ich?“ und das Fördernetzwerk „MENTOR – Die Leselernhelfer“.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache geht an das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres. Es wird ausgezeichnet für seine Bemühungen um sprachliche Schulung und Bildung von Wehrpflichtigen deutscher und anderer Muttersprache und die sprachliche Vorbereitung und Begleitung von UN-Friedenseinsätzen österreichischer Soldaten in allen Weltteilen. „Die österreichischen Streitkräfte leisten Vorbildliches bei der Sprachvermittlung und bei der Förderung des Deutschen als Fremdsprache in einem Arbeitsfeld mit hohen sprachlichen Anforderungen“, sagte Jury-Sprecher Glück. Frühere Träger dieses Teilpreises waren u. a. die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, der SWR-Sender „DasDing“, das Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung, die „Stuttgarter Zeitung“, die Redaktion der „Sendung mit der Maus“ und das Europäische Übersetzerkollegium.

Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e. V. (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

 

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache:

Prof. Dr. Helmut Glück (Sprecher, Bamberg), Dr. Holger Klatte (Geschäftsführung, Dortmund), Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg), Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Dipl.-Ing. Eberhard Schöck (Baden-Baden), Prof. Dr. Waltraud Wende (Berlin).

 

Weitere Informationen unter www.kulturpreis-deutsche-sprache.de

Kontakt: Kulturpreis Deutsche Sprache, Postfach 10 24 11, 44024 Dortmund, Tel. 0231-7948520   

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)