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VDS-Infobrief Nr. 354
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Präsident der TU München führt Kandidatenliste für den Sprachpanscher 2015 an

Montag, den 11. Mai 2015 um 10:49 Uhr

Wolfgang Herrmann, der Präsident der TU München, führt die diesjährige Liste von fünf Kandi­daten für den Sprachpanscher des Jahres an. Wahlberechtigt sind die über 30.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V.; seit nunmehr 17 Jahren zeichnen sie mit diesem wenig schmeichelhaften Titel Personen oder Institutionen aus, die in besonders augenfälliger Weise das Deutsche als Kultursprache demontieren oder durch Vermanschen mit überflüssigen Angli­zismen verhunzen. Herrmann kam auf die diesjährige Kandidatenliste, weil er die Masterstu­diengänge seiner Universität künftig nur noch auf Englisch anbieten will und so Deutsch als ernstzunehmende Wissenschaftssprache begraben hilft.

Weitere Kandidaten sind der Deut­sche Leichtathletikverband (er ließ seine Athleten als einzige Dachorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes bei den Olympischen Spielen in London 2012 in „Germany-“ statt „Deutschland“-Trikots antreten und wiederholte diese kultu­relle Selbsterniedrigung bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau 2013 sowie bei den Leichtathletik-Europa­meisterschaften in Zürich 2014); der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling, (kämpft mit dem Spruch „Respect the City. Respect Mainz.“ für mehr Sauberkeit in dieser schönen Stadt), und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Er hat ein Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendung im Gesundheitswesen, oder wie er es nennt: „E-Health-Gesetz“, auf den Weg gebracht. Und wie fast jedes Jahr ist auch 2015 wieder ein Warenhaus dabei. Dieses Mal das Oldenburger Modeunternehmen Leffers. Es wirbt mit dem Spruch „It´s Showtime“ und lässt seine Abteilungsleiterin „Casual Woman“ mit folgender Bot­schaft an die Öffentlichkeit: „Casualwear ist ein sehr großer Bereich der aktuellen Mode. Mal clean gepflegt, mal lässig used – so bekommt der Casual-Look immer eine andere Facette.“

Die Wahl läuft bis zum 29. August 2015. Zu den bisherigen Sprachpanschern des Jahres zäh­len die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Günther Oettinger und Klaus Wowereit („be Berlin“), Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, Ex-Telekom-Chef René Ober­mann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 er­öffnet hatte.

 

Stimmzettel 2015 als pdf

 

Bisherige Preisträger

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)