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VDS-Infobrief Nr. 358
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Kulturpreis Deutsche Sprache 2001

Donnerstag, den 05. Juli 2001 um 13:07 Uhr

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Kulturpreis Deutsche Sprache vergeben. Er besteht aus dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, dem Initiativpreis Deutsche Sprache und dem Institutionenpreis Deutsche Sprache. Die Preisverleihung findet am 3. November 2001 in Kassel in Zusammenarbeit mit der Initiative Pro Nordhessen und der Stadt Kassel statt.

Mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache (dotiert mit DM 70.000,-) des Jahres 2001 wird Rolf Hochhuth ausgezeichnet. Er wird geehrt für seine Verdienste um die deutsche Sprache und sein beherztes öffentliches Eintreten für ihre Pflege, ihre kreative Weiterentwicklung und die Sicherung ihrer Position als geschätzte und lernenswerte Fremdsprache in anderen Ländern. Rolf Hochhuth hat klar erkannt und deutlich formuliert, daß die deutsche Sprache als Medium der internationalen Kommunikation bedeutungslos zu werden droht, wenn die deutsche auswärtige Kulturpolitik die deutsche Sprache und die in ihr verfaßte Literatur weiter vernachlässigt. Er hat beizeiten davor gewarnt, daß das Deutsche als Literatur- und Wissenschaftssprache dem Englischen weichen und Thomas Manns Diktum Wirklichkeit werden könnte: 'ein deutscher Schriftsteller zu sein [ist] ein großes Malheur, ein nie aufzuholender Nachteil.'

Er hat angeschrieben gegen den fatalen Hang zum Englischen, der sich äußert in Sprachformen, die mit dem Schlagwort „Denglish“ bezeichnet werden, und er hat sich eingesetzt für gutes, elegantes und den Sprachregeln entsprechendes Deutsch, für die Einhaltung und Verteidigung stilistischer Standards. Rolf Hochhuth wird geehrt als ein Schriftsteller, der dem Rohstoff, aus dem literarische Werke entstehen, der Sprache, nicht indifferent und gleichgültig gegenübersteht, sondern in ihr einen kulturellen Schatz sieht, der der Bewahrung und ständigen Aufmerksamkeit würdig ist.

Rolf Hochhuth erfüllt alle Voraussetzungen für die Vergabe des Preises in vorzüglicher Weise: er hat sich im deutschen Sprachgebiet besondere Verdienste um die Anerkennung, Weiterentwicklung und Pflege der deutschen Sprache als Kultursprache erwor-ben, und zwar in seinen literarischen Werken und in der politischen Rede und Publizistik, und er hat sich nachdrücklich dafür eingesetzt, außerhalb des deutschen Sprachgebiets das Ansehen der deutschen Sprache als Kultursprache zu mehren und ihre Bedeutung und Verbreitung als Fremdsprache zu fördern.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird vom Verein Deutsche Sprache und der Eberhard-Schöck-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Brüder-Grimm-Gesellschaft und in Einvernehmen mit der Henning-Kaufmann-Stiftung vergeben.

Weitere Informationen sind erhältlich unter Tel. 0951-8632238. Sie können auch das Grundlagenpapier der Jury einsehen.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)