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VDS-Infobrief Nr. 329
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Präsident der TU München ist der Sprachpanscher des Jahres 2015

Donnerstag, den 03. September 2015 um 10:23 Uhr

Mit großem Vorsprung haben die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, den Präsidenten der TU München, zum Sprachpanscher des Jahres 2015 gewählt. Damit protestieren sie gegen Herrmanns Pläne, fast alle Masterstudiengänge an der Münchener TU demnächst nur noch auf Englisch anzubieten. „Mit diesem Kotau vor dem angelsächsischen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb fällt Herrmann allen Bestrebungen in den Rücken, das Deutsche als ernstzunehmende Wissenschaftssprache am Leben zu erhalten“, begründete VDS-Vorsitzender Walter Krämer diese Wahl.

Zweiter bei der diesjährigen Wahl zum Sprachpanscher des Jahres wurde der Deutsche Leichtathletikverband. Er ließ seine Athleten als einzige Dachorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes bei den Olympischen Spielen in London 2012 in „Germany-“ statt „Deutschland“-Trikots auflaufen und wiederholte diese kulturelle Selbsterniedrigung bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau 2013 und Peking 2015.

Der Titel „Sprachpanscher des Jahres“ wird seit 1998 vergeben. Er steht für das unnötige Verdrängen eingeführter deutsche Begriffe durch Importe aus dem angelsächsischen Ausland sowie für die Demontage des Deutschen als Sprache von Kultur und Wissenschaft ganz allgemein. Bekannte Sprachpanscher der Vergangenheit sind die Firma Karstadt (Sprachpanscher des Jahres 2012), René Obermann (Deutsche Telekom 2011), Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn 2007) oder Klaus Zumwinkel (Deutsche Post 2005). Im letzten Jahr gewann Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen diesen Titel; sie hatte es vorgezogen, ihre Ansprache auf der Münchener Nato-Sicherheitskonferenz trotz der Anwesenheit von Simultandolmetschern auf Englisch vorzutragen.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Dass Sprache und Worte auch Stil, Klasse und Poesie haben können, das geht in unserem schnelllebigen, alltäglichen Miteinander völlig verloren. 

Hannah Herzsprung, Schauspielerin, über das wunderschöne Deutsch in ihrem Film "Die geliebten Schwestern"