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VDS-Infobrief Nr. 354
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Die Macht der Wörter

Samstag, den 08. Oktober 2016 um 17:48 Uhr

Zum 16. Mal wurde am Samstag in Kassel der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Katharina Thalbach erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, mit dem Initiativpreis Deutsche Sprache wurde das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne" des Rhein-Kreises Neuss geehrt, der Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an das Projekt „DeutschSommer" der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.

Mehr als 600 geladene Gäste erlebten die Preisverleihung im Blauen Saal des Kongress-Palais Stadthalle Kassel. Der Bundestags­abgeordnete Gregor Gysi würdigte als Laudator besonders die Stimme der 62-Jährigen Schauspielerin: „Ihre Länge (nicht ihre Größe) zwang sie, um überhaupt bemerkt zu werden, die gesamte Kraft und Leidenschaft in ihre Stimme und ihre Auftritte zu legen. So verdanken wir ihrer anders gesagt Kürze, dass wir eine so hervorragende Schauspielerin und Regisseurin mit einer so gewaltigen Stimme und Sprache erlebten und erleben."

Katharina Thalbach, die bei ihrer Dankesrede musikalisch von Christoph Israel am Flügel begleitet wurde, sagte, dass sie bei ihrer Kunst ausschließlich aus der Sprache schöpfe. „Auf der Bühne spüre man die Macht der Wörter und fühle sich eher als Transporteur von Kunst", so Thalbach. Sie trug Stücke von Bertolt Brecht und Thomas Brasch vor.

Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache nahm Achim Thyssen entgegen, Leiter des Internationalen Mundartarchivs. Er betonte in seiner Dankesrede den hohen Stellenwert von Dialekten in der Gesellschaft, die oft von höchster Güte in Theater, Film und Kabarett zu finden seien und als Kulturgut wahrgenommen würden.

Den Institutionenpreis Deutsche Sprache erhielt das Projekt „DeutschSommer" der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache e.V., Walter Krämer, lobte die Arbeit des Projektes, Deutschkenntnisse bei Grundschülern zu verbessern, weil gerade die deutsche Sprache der Schlüssel zur vollwertigen Teilnahme an der Gesellschaft sei. Den Preis nahm Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft entgegen. „Deutsch ist die Sprache der Zukunft für all die Kinder, die wir in Frankfurt fördern. Und zwar gutes Deutsch", betonte Kaehlbrandt.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache ist mit einem Preisgeld von insgesamt 35.000 Euro eine der höchstdotierten Auszeichnungen für sprachliche Leistungen in Deutschland. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u. a. Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Nora Gomringer, Loriot, die Deutsche Bibliothek Helsinki, die Schriftstellerin Marica Bodrožić, der SWR-Sender „DasDing", die „Sendung mit der Maus" und viele andere Persönlichkeiten, Unternehmen und Organisationen, die sich um die Pflege und Weiterentwicklung der deutschen Sprache verdient gemacht haben.

Fotos von der Veranstaltung können Sie ab Montag auf www.kulturpreisdeutschesprache.de abrufen.

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache:

Prof. Dr. Helmut Glück (Sprecher, Bamberg), Dr. Holger Klatte (Geschäftsführung, Dortmund), Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg), Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Dr. Anke Sauter (Frankfurt am Main), Dipl.-Ing. Eberhard Schöck (Baden-Baden), Prof. Dr. Waltraud Wende (Berlin).

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Englisch ist der Volkswagen unter den Sprachen, Deutsch ist der Rolls-Royce.
(Bastian Sick 2011)

Jedes Imitieren einer sprachlichen Mode ist eine Form der Anbiederung. Und Anbiederung ist das Gegenteil von Souveränität.
(Bastian Sick 2015)

bastiansick.de