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Kulturpreis Deutsche Sprache 2009

Sonntag, den 01. November 2009 um 11:47 Uhr

Preise für Cornelia Funke, die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien und den Verein „Mensch zuerst“ aus Kassel

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Dr. Jürgen Wickert von der Eberhard-Schöck-Stiftung übergibt Cornelia Funke den Jacob-Grimm-Preis 2009. (Foto: Agentur Schröder)

 

 

 

 

Der Jacob-Grimm-Preis wurde der Schriftstellerin Cornelia Funke verliehen, Ministerin Eva Kühne-Hörmann hielt die Laudatio. Der Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien, er wurde von deren Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz entgegengenommen. Der Kasseler Verein Mensch zuerst e.V. erhielt den Initiativpreis Deutsche Sprache für seine Bemühungen um „Leichte Sprache“.

Zur neunten Preisverleihung kamen etwa 650 Gäste nach Kassel. Der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen überbrachte ein Grußwort. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und dem Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.

Cornelia Funke erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr schriftstellerisches Werk, mit dem sie zahlreiche junge Leser für Literatur und Bücher begeistert. Nicht nur mit der Tintentrilogie, sondern auch mit der Reihe um die „Wilden Hühner“ und zahlreichen anderen Büchern gelingt es ihr, Freude an sprachlicher Kreativität und Leselust zu wecken. Auch die Verfilmung ihrer Tintenbücher findet begeisterte Anhänger, alt und jung. Mit dem Preisgeld wird Cornelia Funke gemeinnützige Einrichtungen wie z.B. Mädchenbus e.V. unterstützen.

In ihrer Laudatio hob Eva Kühne-Hörmann, die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst hervor, welche Faszination die Werke von Cornelia Funke auf klein und groß ausüben. Sie strich ferner heraus, dass die Schriftstellerin nicht nur mit sicherem Gespür mit der deutschen Sprache umgehe, sondern mit ihr zu zaubern und daher zu bezaubern wisse.

In einem Gespräch mit drei Kindern gab Cornelia Funke ausführlich über den Entstehungsprozess ihrer Bücher und ihr Leben als deutsche Autorin in den USA Auskunft. Außerdem machte sie deutlich, wie wichtig es sei, die Bücher zu schreiben, die man auch selbst lesen möchte. Eines dieser Kinder war Rüchan Öz, 1996 in Hamburg geboren. Seine Eltern und Großeltern stammen aus der Türkei und leben seit Jahrzehnten in Deutschland. Rüchan besucht das Gymnasium Altona in Hamburg und nimmt am Lesepatenprogramm des Vereins Deutsche Sprache in Hamburg teil.

Frühere Preisträger sind unter anderem Vicco von Bülow alias Loriot, der Historiker Christian Meier und der Publizist Frank Schirrmacher.

Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde dem Verein „Mensch zuerst e.V.“ verliehen. Er setzt sich seit Jahren für Leichte Sprache ein. Felicitias Schöck von der Eberhard-Schöck-Stiftung betonte in ihrer Lobrede, dass durch die Verdienste des Vereins um die Verwendung der Leichten Sprache ein wichtiger Beitrag dazu geleistet wird, Menschen mit Lernschwierigkeiten besser an einer Gesellschaft teilhaben zu lassen, die sich immer komplizierter ausdrückt.

In den Jahren zuvor erhielten diesen Teilpreis u.a. die Schriftstellerin Marica Bodrožic, das Projekt „Deutsch-Mobil“, der Hamburger Senator Axel Gedaschko und die Deutsche Bibliothek Helsinki.

Den Institutionenpreis Deutsche Sprache erhielt die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien, die durch ihren Ministerpräsidenten Karl-Heinz Lambertz vertreten wurde. Sie wurde dafür ausgezeichnet, dass sie sich für die deutsche Sprache in Belgien einsetzt, die dort neben dem Niederländischen und dem Französischen Amtssprache ist. Mit etwa 75.000 Einwohnern in neun Gemeinden im Osten Belgiens besitzt sie eine kulturelle und in vielen Fällen auch regionale Autonomie, die in Europa einzigartig ist, wie der Laudator Prof. Dr. Reinhard Bettzuege, deutscher Botschafter in Brüssel, hervorhob.

Bisher wurden unter anderem die Zeitschrift „Angewandte Chemie“ und die Weleda AG mit dem Institutionenpreis ausgezeichnet.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Hannah Herzsprung, Schauspielerin, über das wunderschöne Deutsch in ihrem Film "Die geliebten Schwestern"