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VDS-Infobrief Nr. 315
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Sprachfreunde gegen „Halloween“

Montag, den 30. Oktober 2006 um 11:31 Uhr

Der Verein Deutsche Sprache e.V. wehrt sich gegen die Verbreitung des amerikanischen Kinderfestes „Halloween“ auch in der Bundesrepublik; diese sei vor allem kommerziell gesteuert und ohne Wurzeln im deutschen Brauchtum; sie drohe ganz im Gegenteil die herkömmlichen Martinszüge oder das Erntedankfest zu verdrängen. „Jedes Land pflegt seine eigenen Bräuche und seine eigene Kultur“, so der VDS-Vorsitzende Prof. Walter Krämer gegenüber dpa. „Wir in Deutschland brauchen diesen amerikanischen Kürbisfasching nicht.“

In dieser Ablehnung weiß sich Krämer einig mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, die am 31. Oktober, dem Tag von Halloween, den Reformationstag feiert. Der Legende nach hatte Martin Luther an diesem Tag seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schloßkirche angeschlagen.

Das Fest „halloween“ geht auf hallow = heiligen und heute vergessene irische Allerheiligenbräuche zurück. Diese haben sich über irische Einwanderer in den USA verbreitet und heute alle religiösen Wurzeln abgestreift.

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)