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VDS-Infobrief Nr. 354
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Kulturpreis Deutsche Sprache 2005

Mittwoch, den 18. Mai 2005 um 11:55 Uhr

Sprachenrechtler

kp2005_kirchhof(Kassel) Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird 2005 dem Juristen und ehemaligen Verfassungsrichter Paul Kirchhof, dem Harburger Landrat, Axel Gedaschko und dem SWR-Radiosender DasDing verliehen. Der Preis wird von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden), der Theo Münch-Stiftung (Düsseldorf) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Kirchhof erhält den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für seine Verdienste um die Sprache des Rechts und das deutsche Sprachenrecht. Er hat die verfassungsrechtliche Bedeutung der deutschen Sprache als Grundlage des demokratischen Rechtsstaates klar herausgearbeitet. Immer wieder hat Kirchhof das Verfassungsgebot der Verständlichkeit, Klarheit und Nachvollziehbarkeit von Rechtstexten für alle Bürger betont. „Die Sprache ist Form und Zeichen für Recht, sie ist seine Grundlage und sein Werkzeug zugleich", schrieb Kirchhof. Daraus ergebe sich für den Gesetzgeber, die Rechtssprechung und die Verwaltung die Verpflichtung, den Bürgern so gegenüberzutreten, daß sie von ihnen verstanden werden könne, sagte der Sprecher der Jury, der Bamberger Germanist Helmut Glück.

Mit der Wahl Kirchhofs soll auch daran erinnert werden, daß der Namengeber des Preises und Begründer der Germanistik, Jacob Grimm, Jurist war, ebenso der Mit-Stifter des Preises, Theo Münch. Sie soll, so Glück, deutlich machen, daß Rechtssetzung und Rechtsprechung sprachliche Vorgänge sind, die auf eine funktionsfähige Sprache angewiesen sind.

Prof. Dr. Paul Kirchhof war 1987-1999 Richter am Bundesverfassungsgericht. Er hat in diesem Amt ein besonders schwer durchschaubares Rechtsgebiet, das Steuerrecht, verständlicher zu machen gesucht. 1999 ist er an die Universität Heidelberg zurückgekehrt. 2003 hat er einen einfachen, allgemeinverständlichen Entwurf eines neuen Einkommenssteuergesetztes vorgelegt.


kp2005_gedaschko Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ist mit 35.000 Euro die am höchsten dotierte Auszeichnung für sprachliche Verdienste in Deutschland. Die bisherigen Preisträger waren Rolf Hochhuth, Ludmila Putina, Christian Meier und Vicco von Bülow alias Loriot.
Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache bekommt 2005 der Landrat des Kreises Harburg, Axel Gedaschko, für seine Bemühungen um eine bürgernahe Verwaltungssprache. Der Landkreis Harburg hat eine Schreibwerkstatt eingerichtet, die amtliche Bescheide und Verwaltungstexte klarer und verständlicher formuliert.

Der undotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache geht an den Radiosender DasDing des Südwestrundfunks in Baden-Baden für die Sendung „Heimatmelodie". „DasDing macht seit zwei Jahren vor, daß es auch ohne gesetzliche Quotenregelung möglich ist, mit deutschsprachiger Musik ein Radioprogramm für junge Leute zu machen", sagte Jury-Sprecher Glück. Die Qualität der Musik stehe bei DasDing im Vordergrund.

Die Preise werden am 29. Oktober in Kassel überreicht werden. Nähere Informationen sind erhältlich beim Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Helmut Glück (Universität Bamberg, Tel.: 0951-863-2239), und im Internet: www.kulturpreis-deutsche-sprache.de.

Bilder von der Preisverleihung

Kulturpreis Deutsche Sprache zu Besuch beim SWR

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

„Mich hat es gestört, dass es keine ordentlichen deutschen Texte gab. Ich dachte, das muss doch gehen. Dass ich Trommler war, kam mir sehr zugute. Ich hab mir die Sprache zurechtgetrommelt. Ich konnte gut Wörter dehnen wie Kaugummi, sie schleudern, zerbeißen, konnte rhythmisch auch die ersten Rap-Dinger anlegen: 'Käthe Dorsch wohnt in Kiel', das war schon Ende der Siebziger.“

Udo Lindenberg, DB mobil 5/2016