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VDS-Infobrief Nr. 354
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Sprachpanscher 2002

Freitag, den 30. August 2002 um 12:16 Uhr

"Kunden auf Denglisch angepöbelt"

Zumwinkel von der Deutschen Post wird Sprachpanscher 2002

zumwinkelDortmund: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Dr. Klaus Zumwinkel, ist von den Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache e.V. zum Sprachpanscher 2002 gewählt worden. Mit diesem Negativpreis bedenkt der Verein Deutsche Sprache Personen oder Firmen, die sich im abgelaufenen Jahr in besonderem Maße bei der Vermischung des Deutschen mit dem Englischen zu Denglisch hervorgetan haben. Bei der Deutschen Post AG waren es vor allem Ausdrücke wie "global mail", "postage point", "easy trade" oder "funcard mailing", die das Mißfallen der Sprachfreunde hervorgerufen haben.

"Es ist kein Zufall, daß nach Ron Sommer von der Telekom und Johannes Ludewig von der Deutschen Bahn AG nunmehr der dritte Vorstandsvorsitzende eines Ex-Staatsunternehmens diesen Preis erhält" erklärte der VDS-Vorsitzende Professor Krämer gegenüber dpa. "Diese Unternehmen scheinen zu glauben, mit dem Muff des Staatsbetriebes auch die deutsche Sprache ablegen zu müssen." Sehr zum Mißfallen der Kunden. Nicht umsonst seien zwei der drei getadelten Vorstandsvorsitzenden inzwischen wegen mangelnder Geschäftserfolge entlassen worden. "Die Menschen in unserem Land haben Deutsch als Muttersprache und wollen nicht auf Denglisch angepöbelt werden."

Weitere Kandidaten für den Sprachpanscher waren der Bayern-Manager Uli Hoeneß, der seine Balltreter bei Auswärtsspielen im "away shirt" antreten läßt, Dr. Alexander Erdland von der Bausparkasse Schwäbisch Hall, dessen Firmenprospekte ohne Englisch-Wörterbuch nicht mehr zu verstehen sind, die NRW-Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Bärbel Höhn, die u.a. die neue artgerechte Tierhaltung "easy going" nennt, und die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott. Diese hatte ihre Anti-AIDS-Kampagne mit Sprüchen wie "you cannot rewind your life" oder "go for gold" geschmückt.

Nähere Infos bei dem 1. Vorsitzenden des VDS, Prof. Dr. Walter Krämer, Tel. 0231-755-3125 oder 0171-2604302.

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)