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Kulturpreis Deutsche Sprache 2004

Dienstag, den 04. Mai 2004 um 12:44 Uhr

Der Große Preis - Loriot ist Jacob-Grimm-Preisträger 2004

Die Träger des Kulturpreises Deutsche Sprache 2004 sind Vicco von Bülow, das Netzwerk für deutschsprachige Musik, Literatur und deutschen Film, Irgendwo in Deutschland, und die Redaktion der Stuttgarter Zeitung. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden), der Theo Münch-Stiftung (Düsseldorf) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben. Die Preise werden am 30. Oktober in Kassel überreicht.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache umfaßt drei Teilpreise. Der mit 35.000 Euro dotierte Jacob-Grimm-Preis geht an Vicco von Bülow alias Loriot. "Loriot hat als Satiriker und Humorist in fast allen Genres der populären Kulturszene Akzente gesetzt - als Schauspieler, Zeichner und Schriftsteller. Er hat eine Art von Humor entwickelt, der nicht zuletzt durch seine Sprache in Deutschland prägend geworden ist." So begründete der Sprecher der Jury, der Bamberger Germanist Helmut Glück, die Entscheidung der Jury. Mit seinen Parodien auf das Alltägliche habe Loriot erheblich auf die sprachliche und kulturelle Selbsteinschätzung der Deutschen eingewirkt. Er reihe sich damit in eine Tradition ein, die über Karl Valentin und Kurt Tucholsky bis zu Wilhelm Busch reiche. "Ein weit verbreitetes Vorurteil über die Deutschen, daß sie zwar niemals selbstironisch, aber stets humorlos seien, hat Loriot seit Jahrzehnten widerlegt", meint Glück.

Loriot ist nach Rolf Hochhuth, Ludmila Putina und Christian Meier der vierte Träger des höchstdotierten deutschen Sprachpreises. Er wird verliehen an Personen, die sich in besonderem Maße um die Anerkennung, Weiterentwicklung und Pflege des Deutschen als Kultursprache verdient gemacht haben.

Der zweite Teilpreis, der mit 5.000 Euro dotierte Initiativpreis Deutsche Sprache, geht 2004 an die Gründer des Netzwerks für deutschsprachige Musik, Literatur und deutschen Film Irgendwo in Deutschland, Deville Schober und Peter Schlenter. "Die Szenekenner Schober und Schlenter haben mit ihrer Netzseite irgendwo-in.de, der Herausgabe der gleichnamigen Zeitschrift und der Förderung von jungen Künstlern maßgebliche Impulse in der deutschsprachigen Kulturszene gegeben", heißt es in der Begründung der Jury. Deutsche Liedtexte gelten nicht mehr als verstaubt und altmodisch. Im Gegenteil: sie haben den Status eines Markenartikels für eine eigene Richtung in der Musikszene, so die Jury. Irgendwo in Deutschland werde stellvertretend für viele Initiativen auf diesem Gebiet ausgezeichnet. Das Preisgeld für den Initiativpreis Deutsche Sprache wird von Sparkassenversicherung Kassel zur Verfügung gestellt.

Trägerin des undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache ist die Redaktion der Stuttgarter Zeitung. Sie habe es mit publizistischen Mitteln erreicht, in ihrer Leserschaft eine weitreichende Diskussion über den Gebrauch von Anglizismen im Deutschen anzuregen, und sie sei in mehreren Tagesausgaben ganz ohne Anglizismen ausgekommen, erklärte die Jury. "Der Stuttgarter Zeitung ist es gelungen, daß sich viele ihrer Leser über ihre Muttersprache Gedanken gemacht und dazu geäußert haben", sagte Jury-Sprecher Glück.

Nähere Informationen sind erhältlich beim Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Helmut Glück (Universität Bamberg, Tel.: 0951-863-2239), und im Internet: www.kulturpreis-deutsche-sprache.de.

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Dass Sprache und Worte auch Stil, Klasse und Poesie haben können, das geht in unserem schnelllebigen, alltäglichen Miteinander völlig verloren. 

Hannah Herzsprung, Schauspielerin, über das wunderschöne Deutsch in ihrem Film "Die geliebten Schwestern"