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VDS-Infobrief Nr. 358
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Kulturpreis Deutsche Sprache 2002

Montag, den 14. Oktober 2002 um 12:57 Uhr

Ludmila Putina und Doris Schröder-Köpf treffen sich am 19. Oktober in Kassel

Der Jacob-Grimm-Preis des Kulturpreises Deutsche Sprache für das Jahr 2002 wird, wie bereits gemeldet, an Frau Ludmila Putina (Moskau) verliehen. Er ist mit EUR 35.000,- dotiert. Frau Putina wird ausgezeichnet für die Pflege des Deutschen als Fremdsprache in Rußland. Sie hat in den Jahren 2001 und 2002 - zusammen mit Doris Schröder-Köpf - maßgeblich die Wettbewerbe "Gemeinsam ins 21. Jahrhundert" inspiriert und gefördert, durch die Kenntnisse des jeweils anderen Landes und seiner Sprache vertieft und ausgedehnt werden sollen. Frau Putina hat durch dieses Projekt neues Interesse an der deutschen Sprache in Rußland geweckt und demonstriert, daß das Deutsche als Fremdsprache in Rußland attraktiv geblieben ist. Ihren Einsatz für die Pflege der russischen Sprache und die russischen Sprachminderheiten außerhalb der russischen Föderation erkannte die Jury ausdrücklich als einen Beitrag zu einer vielsprachigen Welt an. Der Stifter des Preises, Eberhard Schöck (Baden-Baden), wird den Preis überreichen. Das Preisgeld wird Frau Putina einer Einrichtung für Kinder in Rußland zukommen lassen. Die Laudatio wird der Fernsehjournalist Thomas Roth (Berlin) halten. Er leitet das ARD-Hauptstadtstudio und war mehrere Jahre als ARD-Korrespondent in Moskau tätig. Die Dankrede wird Frau Putina in russischer Sprache halten.

Der Initiativpreis Deutsche Sprache konnte durch eine Zustiftung der Theo-Münch-Stiftung (Düsseldorf) auf EUR 10.000,- verdoppelt werden. Er geht an den Verein für die pädagogischen Arbeit mit Zuwandererkindern (Osnabrück). Dieser Verein setzt sich seit 25 Jahren aktiv für die sprachlich-kulturelle und die soziale Integration von Kindern aus Einwandererfamilien ein. Er hat in diesem Zeitraum vorbildliche Arbeit geleistet und viele Schul- und Berufskarrieren möglich gemacht, die ohne seine Arbeit an der Sprachbarriere ge-scheitert wären. Die Auszeichnung gilt einer Bürgerinitiative, die durch Sprachförderung Tau-senden von Kindern und Jugendlichen bessere Lebenschancen verschafft und damit einen bedeutenden Beitrag zur Demokratie, zum sozialen Frieden und zur Pflege unserer Landessprache geleistet hat. Die Laudation auf diesen Preisträger hält Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache (Dortmund), die Erwiderung spricht Prof. Dr. Christa Röber-Siekmeyer (Osnabrück und Freiburg), Vorsitzende des Osnabrücker Vereins.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache 2002 (undotiert) wird der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung (Frankfurt am Main) verliehen. Sie wird ausgezeichnet für ihre Bemühungen, die Kunst des Debattierens unter Jugendlichen zu fördern. Ihr Wettbewerb "Jugend debattiert" stieß landesweit auf Resonanz. Im Jahr 2002 haben 2000 Schüler aus 50 Schulen in Frankfurt am Main daran teilgenommen. Die Fähigkeit, sich über strittige Fragen argumentativ auseinanderzusetzen, ist in einem demokratischen Land wesentlicher Bestandteil der politischen Kultur. Die Förderung dieser Fähigkeit ist ihrerseits ein wesentlicher Beitrag zur Sprachkultur und zur Stärkung der Kultursprache Deutsch. Die Laudatio auf die Hertie-Stiftung hält Prof. Dr. Helmut Glück (Bamberg), Vorsitzender der Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache, die Erwiderung spricht Dr. Michael Endres (Frankfurt), Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.


Die Preise werden am 19. Oktober 2002 in Kassel überreicht. Das Grußwort der Hessischen Landesregierung spricht Ministerpräsident Roland Koch, das Grußwort der Stadt Kassel trägt OB Georg Lewandowski vor. An der Preisverleihung nehmen hochrangige Vertreter Rußlands und Deutschlands aus Politik, Kultur und Wirtschaft teil, darunter Doris-Schröder-Köpf und die Botschafter der beiden Länder. Vor der Festveranstaltung findet um 15 Uhr in der Stadthalle Kassel eine Pressekonferenz statt. Anmeldung und Akkreditierung bei Pro Nordhessen, Kassel, Tel. 0561-9205000, Fax 0561-9205005, e-Post: info @ pro-nordhessen.de (Frau Schröder).

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Ich glaube, die Deutschen sind nicht stolz genug auf ihre Sprache. An Heideggers Aus­spruch, nur Deutsch und Griechisch seien fürs Philosophieren geeignet, ist vielleicht doch ir­gendwas dran. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist, dass es in der Vergangenheit so viele deutsche Denker und Komponisten gab. Oder in der Gegenwart, dass die Deutschen so einzigartig gute Maschinen und Motoren bauen. Die Komplexität ihrer Sprache bereitet sie genau darauf vor."

Yngve Slyngstad, Chef des Norwegischen Staatsfonds in: Frankfurter Allgemeine Sonntags­zeitung, 7. Februar 2016, S. 40.