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VDS-Infobrief Nr. 339
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Fritz Pleitgen ist Sprachpanscher 2010

Freitag, den 27. August 2010 um 09:03 Uhr

Die Mitglieder des in Dortmund ansässigen Vereins Deutsche Sprache e.V. haben ein Kind des Ruhrgebiets zum Sprachpanscher 2010 gewählt: Fritz Pleitgen hat als Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH nicht verhindern können, dass der öffentliche Auftritt der von ihm geführten Gesellschaft voller denglischer Imponiervokabeln steckt.

„So beeindruckend etwa das über 60 km lange Still-Leben Ruhrschnellweg am 18. Juli gewesen ist, warum wurden dann die vielen freundlichen freiwilligen Helfer Volunteers genannt?", fragt der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. „Ich finde, hier hätte der von mir hoch geschätzte Fritz Pleitgen seine Autorität mehr in den Dienst der deutschen Sprache stellen können.“

Mit geringem Abstand zweiter der Abstimmung wurde die Potsdamer „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“. Auf Werbeplakaten für ihre Ausstellung zur Preußenkönigin Luise heißt diese „It Girl“, „Fashion Victim“ oder „Working Mom“. „Tiefer kann man wohl nicht sinken“, so Krämer.

Der Sprachpanscher des Jahres wird seit dem Jahr 1998 gewählt. Zu den bisherigen „Preisträgern“ zählen Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, Johannes Ludewig und Hartmut Mehdorn, zwei jeweils kurz danach entlassene Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG.

Der Verein Deutsche Sprache will mit der Wahl des Sprachpanschers mehr Bewusstsein für eine gepflegte Ausdrucksweise schaffen. In diesem Jahr haben sich von den mehr als 32.000 VDS-Mitgliedern über 4.000 an der Wahl des Sprachpanschers beteiligt. Auf Fritz Pleitgen entfielen 1.791 Stimmen. Neben der „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ standen zur Wahl: der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann, Dr. Manfred Beilharz, der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, sowie die Bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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„Ist es Imperialismus, wenn Sowjet-Panzer bis an die deutsche Grenze stehen? Nein, Imperialismus ist, wenn die eigene Kultur flöten geht. Jedes zweite Stück auf deutschen Spielplänen hat einen englischen Titel. Wir machen uns zu Sklaven, wir finden es schick, wenn die Internetsprache deutsche Bühnen bestimmt. Wenn wir so weitermachen, wird das Deutsche 'ne Zwergensprache. Wir sind Deutsche durch Sprache, nicht durch Krupp oder die Bild-Zeitung."

Claus Peymann: Das Theater verliert sein Geheimnis (derwesten.de, 15.6.2016)