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VDS-Infobrief Nr. 358
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Lyrik beim Kulturpreis Deutsche Sprache

Montag, den 17. Oktober 2011 um 09:09 Uhr

kulturpreis_2011Zum elften Mal wurde am Samstag in Kassel der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Er besteht aus drei Teilen. Nora-Eugenie Gomringer erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, der Philosoph Dieter Schönecker den mit 5.000 Euro dotierten Initiativ­preis, und der undotierte Institutionen­preis ging an die Deutschlandstiftung Integration. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.

Mehrere hundert Gäste ließen sich von der lebhaften Vortragskunst Nora Gomringers mitreißen. Als Kostprobe trug sie ihr Gedicht „Seid ihr alle da“ vor. Die junge Lyrikerin spielt mit der Sprache. In ihren Texten und deren Darstellung geht sie an die Grenzen dessen, was mit Sprache möglich ist. Jörg Thadeusz, Journalist, Moderator und Schrift­steller, würdigte die Leistungen der 31-Jährigen in seiner Laudatio: „Sie ist die Königin des Poetry Slam.“

Der Initiativpreis Deutsche Sprache ging an den Siegener Philosophen Dieter Schönecker. Der Kant-Spezialist setzt sich für den Erhalt und die Förderung der Wissenschafts­sprache Deutsche in seinem Fach ein. Für ihn sei eine Selbstverständlichkeit Kants Texte im Original zu lesen und zu ergründen.

Der Germanist Wolf Peter Klein hob in seiner Laudatio hervor, dass das Deutsche innerhalb der Philosophie unverzichtbar sei: „Dieter Schönecker ist dafür eingetreten, dass die deutsche Sprache beim Studium der Philosophie nicht zu einer Marginalie wird.“ Die seit dem 18. Jahrhundert maßgeblich von deutschsprachigen Persönlichkeiten wie Kant, Nietzsche oder Heidegger geprägte Philosophie sei auch international nur anhand von Originaltexten zu erforschen.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache wurde der Deutschland­stiftung Integration verliehen. Wolfgang Fürstner, ihr Vorstands­vorsitzender, nahm den Preis entgegen. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Migrations­hintergrund zu bestärken, die deutsche Sprache zu lernen. Das Beherrschen der deutschen Sprache sei die Grundlage für gelingende Integration in unserem Land. Felicitas Schöck von der Eberhard-Schöck-Stiftung lobte das Bemühen: „Sprache ist der Schlüssel, der den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen ermöglicht, der Toleranz und friedliches Zusammenleben möglich macht.“

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)