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VDS-Infobrief Nr. 358
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Pressemitteilungen

Donnerstag, 15. Dezember 2016

VW verrät deutsche Sprache und Kultur

Mit Entsetzen reagiert der Dortmunder Verein Deutsche Sprache e.V. auf die Ankündigung des VW-Konzerns, die deutsche Sprache auf der Managementebene sozusagen abzuschaffen. Ab dem Jahr 2021, so Konzernchef Matthias Müller, soll die Konzernkommunikation, sofern einer der Teilnehmer kein Deutsch spricht, nur noch auf Englisch stattfinden. Bisher wurde für die nicht Deutsch sprechenden Teilnehmer aus dem Deutschen übersetzt.

„Diese Entscheidung markiert einen weiteren Höhepunkt im Verrat der Eliten unseres Landes an der deutschen Sprache und Kultur", kommentiert der VDS-Vorsitzende, der Dortmunder Wirtschaftsprofessor Walter Krämer. Neben der englischen Sprache würde dem Konzern früher oder später auch eine angelsächsische Denkweise und Weltansicht übergestülpt.

Angeblich will der VW-Konzern mit dieser Maßnahme talentierte ausländische Führungskräfte attrahieren. „Aber eine Führungskraft, die nicht willens und in der Lage ist, die Sprache ihres Arbeitgebers zu erlernen, ist per Definition nicht talentiert", so Krämer.

 

Samstag, 10. Dezember 2016

VDS-Infobrief 339: Deutsch ins Grundgesetz

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Foto: VDS

Auf dem Parteitag der CDU in Essen beschlossen die Delegierten, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Schon 2008 hatte der CDU-Stadtverband in Völklingen diesen Antrag eingebracht, seit dem wartet dieser jedoch auf die Umsetzung durch die Bundestagsfraktion. Der Völklinger Delegierte Stefan Rabel machte sich bereits 2008 für dieses Ziel stark und betont weiterhin: „Durch die Erhebung der deutschen Sprache in den Verfassungsrang machen wir deutlich, welche Bedeutung und Wertschätzung wir unserer Sprache einräumen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist eine unverzichtbare und durch nichts zu ersetzende Voraussetzung einer gelungenen Integration“. Die Verfassung soll um die Formulierung: „Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“ erweitert werden.

Der VDS hatte 2010 eine Petition mit mehr als 46.000 Unterschriften für Deutsch ins Grundgesetz beim Bundestag eingereicht.

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Freitag, 02. Dezember 2016

Sprachnachrichten Nr. 72: Jacob Grimm mit Freunden

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Die aktuelle Ausgabe der Sprachnachrichten stellt noch einmal die Preisträger des Kulturpreises Deutsche Sprache 2016 vor: Katharina Thalbach, das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ und das Projekt „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Der VDS-Vorsitzende Walter Krämer interviewt den Bundestagsabgeordneten und Dortmunder Polizeikommissar Thorsten Hoffmann. Die Auseinandersetzung über das Verhältnis von Sprach­wissenschaft und Sprachkritik geht in die nächste Runde, u.a. mit einem Beitrag des Germanisten Jochen A. Bär (Universität Vechta). Der Heidelberger Philosoph Anton Friedrich Koch erklärt den Zusammenhang zwischen sprachlicher Unterwürfigkeit und den Wahlergebnissen der AfD. Drei Seiten sind für die Auftritte und Projekte des VDS am Tag der deutschen Sprache 2016 reserviert, der unter dem Motto „Deutsch verbindet“ am 10. September gefeiert wurde. Wolf Schneider beschäftigt sich mit den Auswirkungen der „Gendersprache“ und Gerd Schrammen hat Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“ noch einmal gelesen.

Die Sprachnachrichten gibt es auch an Kiosken und in Buchhandlungen zu kaufen. Eine Liste der Verkaufsorte ist hier.

   

Freitag, 02. Dezember 2016

VDS-Infobrief 338: Analphabetismus in Deutschland

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Foto: Pixabay (CC0)

In den kommenden zehn Jahren wollen sich Bund und Länder verstärkt für die Fortbildung von Erwachsenen einsetzen, die nicht richtig lesen und schreiben können. Die Bundesbildungsministerin Wanka rief am Montag die „Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ aus. 180 Millionen Euro will sie dafür ausgeben. In Deutschland gibt es mehr als sieben Millionen „funktionale Analphabeten“, d.h. sie können einzelne Wörter und Sätze lesen, scheitern aber an längeren Texten, z.B. Rezepten oder Bedienungsanleitungen.

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Freitag, 25. November 2016

Schlagzeile des Jahres: FOCUS vorn

Die Schlagzeile des Jahres 2016 stand im FOCUS vom 23. Juli: „Macht. Wahn. Erdogan.“ Kürzer und prägnanter lässt sich die aktuelle Lage in der Türkei wohl kaum beschreiben. Den zweiten Platz erreichte das Evangelische Monatsmagazin Chrismon mit seiner Novemberausgabe und der Schlagzeile „Irre sind menschlich“, den dritten Platz die Süddeutsche Zeitung mit „Schüttelfrost“. Hier geht es um die Probleme muslimischer Männer, Frauen die Hand zu geben.

Weitere Spitzenplätze gingen an SPIEGEL online für „Gauck geht. Gut“, nochmals an die Süddeutsche Zeitung für die „Riester Ente“, oder an die Berliner WELT für den „Liegenden Holländer“. Gegenstand des zuge­hörigen Artikel war der niederländische Fußballstar Arjen Robben und dessen Tendenz, im Strafraum gerne hinzufallen. Die 30 höchstbewerten Schlagzeilen sind auf den Netzseiten des Vereins Deutsche Sprache unter www.vds-ev.de (pdf) zu finden.

   
 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

Mitglied werden

vds-logo-kleinMachen Sie mit! Im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Zukunft des Deutschen als Kultur­sprache. Jeder ist willkommen; inzwischen sind es mehr als 36.000 Menschen, die weltweit im VDS in über 120 Ländern die deutsche Sprache fördern. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitglied­schaft. Am besten gleich ausfüllen und mit gelber Post oder per Fax an die Vereinszentrale zurück­. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)