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VDS-Infobrief Nr. 354
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Pressemitteilungen

Freitag, 02. September 2016

Sprachverein verklagt EU

Der Dortmunder Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) hat beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eine Klage gegen die EU-Kommission eingereicht. Grund ist deren Weigerung, den Verein die wahren Gründe wissen zu lassen, warum die Kommission ihren Pressesaal seit Jahren nur noch auf Englisch und Französisch beschriftet. Diese Frage ist von großer Bedeutung, denn von hier gehen wichtige EU-Erklärungen in die Fernseher der ganzen Welt, und alle anderen Sprachen, darunter die Sprache des mit Abstand größten Mitgliedslandes und Beitragszahlers, sind nicht dabei.

 

Freitag, 02. September 2016

VDS-Infobrief 325: 7-38-55

mirofon
Pixabay / CC0 / fill

Der amerikanische Psychologe Albert Mehrabian hat 1971 eine Formel aufgestellt, nach welcher er die Variablen beim Sprechen einteilt: Wie unser Gesprochenes angenommen wird, hängt zu 7 % vom Eindruck, zu 38 % von dem, was und wie wir etwas sagen und zu 55 % von unserem Erscheinungsbild ab. Zwar gilt diese Regel inzwischen als veraltet, dennoch bestätigen aktuelle Forschungen, dass Stimme und Klang für die Überlieferung von Informationen relevanter sind als das Gesagte selbst, so die Internet-Plattform ze.tt. Dies gelte jedoch nur für den ersten Eindruck, betont Sprech- und Kommunikationstrainerin Bettina Schinko. Langfristig sei eine geübte Stimme demnach kein Ersatz für den Inhalt, sie könne ihn allerdings unterstützen und verstärken.

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Freitag, 26. August 2016

„Deutsch zu hölzern“: ZDF ist Sprachpanscher des Jahres

Die Mitglieder des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) haben das ZDF zum Sprachpanscher des Jahres 2016 gewählt. Damit wiederholt das ZDF seinen ersten Platz aus dem Jahr 2004. „Das ist die erneute Quittung für den peinlichen Versuch des Senders, mit Kiddie Contests, Webcam Nights oder dem neuen Format „I can do that – die große Promi-Challenge“ mit vielen Showacts – die Zuschauer vom Weiterschalten abzuhalten“, so der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Auf die Beschwerde eines Zuschauers, er wisse mit diesem Denglisch wenig anzufangen, antwortete die ZDF-Zuschauerredaktion, die deutsche Übersetzung „Ich kann das“ sei „zu hölzern“. Auf den Sender und seinen Intendanten Thomas Bellut entfielen 985 von 2008 abgegebenen Stimmen. Zweiter mit 620 Stimmen wurde die FDP mit ihrem Vorsitzenden Christian Lindner, als Quittung für das Vorhaben vieler Funktionsträger, das Englische als zweite Amtssprache in Deutschland einzuführen. Weitere Kandidaten waren der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche (für ihn ist die neue E-Klasse ein „Masterpiece of Intelligence“, 24 Stimmen), die Deutsche Post AG (303 Stimmen) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die in einer Kampagne „Null Alkohol – Voll power“ damit wirbt, dass die Hitze „beim Dancen“ nüchtern viel intensiver zu spüren sei (41 Stimmen).

 

   

Freitag, 26. August 2016

VDS-Infobrief 324: Es war einmal: Der Hamsterkauf

einkaufswagenSeit der Empfehlung der Bundesregierung, für den Ernstfall einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage zu lagern, ist das Wort in aller Munde – der Hamsterkauf. Über die Geschichte dieses Begriffs hat Matthias Heine für die WELT recherchiert. Der Name selbst kommt, wie sollte es anders sein, von dem Tier, dem es möglich ist, in seinen großen Backentaschen Vorräte anzulegen. Die Handlung des Hamsterns tritt seit dem frühen 19. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch auf und bezog sich seitdem auf das Anhäufen von Schätzen. (Foto: ©  pixabay / CC0 / Michael Gaida)

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Freitag, 19. August 2016

VDS-Infobrief 323: Lieben in zwei Sprachen

paar
Pixabay / CC0 / Andi_Graf

Was bedeutet es, Liebe nicht in der eigenen Muttersprache ausdrücken zu können? Mit dieser Frage hat sich das Internet-Magazin bento ausein­ander­gesetzt und ein junges Paar zum Gespräch geladen. Sie ist Peruanerin, er ist Niederländer – und Englisch die Sprache ihrer Liebe. „Wären wir selbstsüchtig oder rücksichtslos, würde unsere Beziehung nicht funktionieren“, sagt Marcel und offenbart so das grundlegende Konflikt­potential, das ohne eine gemeinsame Mutter­sprache besteht. „Es ist einfach schwer, spontan zu sein, wenn du nicht in deiner Muttersprache sprichst“, findet Marcel. Kompromisse, sprachlich wie auch sozial, sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Beziehung. Das gemeinsame Leben in Lima und Marcels mangelhafte Spanischkenntnisse tragen zusätzlich zu seiner Abhängigkeit von Sofía bei. Dennoch seien interkulturelle Beziehungen oft stärker, erklärt Ingrid Piller, Professorin für Angewandte Sprach­wissen­schaften an der Macquire University Sydney. Sie gingen mehr aufeinander ein, die gemeinsame neue, private Sprache und Identität schweiße das Paar enger aneinander. Dennoch leide vor allem der Humor unter einer solchen Situation. „Es kann sehr lange dauern, bis man wieder die humorvolle Person ist, die man in seiner Muttersprache war“, betont Piller.

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Hier können Sie den Wahlzettel für den Sprachpanscher 2016 herunterladen: pdf

   
 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

Mitglied werden

vds-logo-kleinMachen Sie mit! Im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Zukunft des Deutschen als Kultur­sprache. Jeder ist willkommen; inzwischen sind es mehr als 36.000 Menschen, die weltweit im VDS in über 120 Ländern die deutsche Sprache fördern. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitglied­schaft. Am besten gleich ausfüllen und mit gelber Post oder per Fax an die Vereinszentrale zurück­. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)