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VDS-Infobrief Nr. 354
und 2017

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Pressemitteilungen

Mittwoch, 08. März 2017

Englisch in Berlin reicht nicht

Mit einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin hat der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) auf die Ankündigung der Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop reagiert, Berlin zur englischsprachigen Hauptstadt in Deutschland zu machen.

Englisch für alle Berliner ist nicht nur eine Absage an alle Bemühungen zur Integration von Zuwanderern, sondern auch ein Tiefschlag für die Kulturnation Deutschland“, erklärte VDS-Vorstandsmitglied Dr. Kurt Gawlitta. „Merkt Frau Pop nicht, dass sie an der oft beschworenen Spaltung der Gesellschaft tapfer mitarbeitet?“, so Gawlitta in dem offenen Brief.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin hatte bei ihrer Vorstellung vor der IHK Berlin kürzlich erklärt: „Man kann sehr gut in Berlin nur mit der englischen Sprache leben und arbeiten.“

Der Verein Deutsche Sprache e.V. setzt sich stattdessen für eine Festigung des Deutschunterrichts ein. Englisch als Welt- und Wirtschaftssprache anzuerkennen heißt nicht, ihr in Deutschland völlige Gleichrangigkeit zuzuerkennen.

 

Der Brief als pdf-Datei (82 kb).

 

Freitag, 03. März 2017

VDS-Infobrief 351: Noch mehr Englisch?

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Die Berliner Wissenschaftssenatorin Ramona Pop setzt sich in einer neuen Kampagne für mehr Englisch in der Hauptstadt ein. „Gerade wenn man als weltoffene und internationale Stadt eine junge, urbane Klientel als Unternehmer und Fachkräfte an­sprech­en will, ist das ein Pluspunkt“, lautete ihre Begründung vor Ver­tre­tern der Industrie- und Handels­kammer. Pop wolle sich so von anderen Hauptstädten wie Paris abgrenzen, in denen eine Ver­ständi­gung auf Englisch mühevoller sei.

Der in Berlin lebende Autor Dominik Drutschmann beklagt dagegen, in vielen Gaststätten nur noch aus­schließ­lich auf Englisch bedient zu werden. „Klingt weltläufig und inte­grie­rend, grenzt aber Menschen aus“, so sein Fazit im Tagesspiegel. Und eine Nutzerin der Tagesspiegel-Plattform schreibt: „Hier bilden sich gefährliche Parallel­gesellschaften von Wirtschaftsflüchtlingen aus den USA, gegen die vorgegangen werden sollte.“ 

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Bild: © pixabay / CC0 1.0 / markusspiske

   

Freitag, 24. Februar 2017

VDS-Infobrief 350: Internationaler Tag der Muttersprache

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Foto: VDS

Am 21. Februar feierten die Menschen wieder den Internationalen Tag der Muttersprache. Von den weltweit mehr als 6000 Sprachen ist rund die Hälfte vom Aussterben bedroht. Experten gehen davon aus, dass allein in den letzten 60 Jahren etwa 200 Sprachen und Mundarten ausgestorben sind. Zum Schutz der Sprachen und mit dem Ziel, Sprachenvielfalt und das Bewusstsein für die eigene sprachliche Tradition zu fördern, hat die UNESCO im Jahr 2000 erstmalig den Internationalen Tag der Muttersprache ausgerufen. Denn besonders weniger verbreitete Dialekte und Mundarten werden zunehmend durch die Hochsprachen verdrängt, weil viele Nachteile in Beruf und Alltag durch die Nutzung der eigenen Muttersprache fürchten. „Dabei trägt die Muttersprache viel zur eigenen Identitätsbildung bei. Über sie lernt man zum ersten Mal die Welt kennen, es fällt leichter seine Gefühle in der Muttersprache auszudrücken“, betont Melanie Wagner von der Universität Luxemburg.

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Dienstag, 21. Februar 2017

Deutsch für alle!

Der Verein Deutsche Sprache e.V. präsentiert zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache sein Jahresmotto 2017: „Deutsch für alle!“ Dieser Leitspruch soll die Projekte und Veranstaltungen des Vereins Deutsche Sprache e.V. im laufenden Jahr bündeln.

„Wir sorgen mit Stipendien für die Verbreitung des Deutschen im Ausland, wir fördern ehrenamtliche Deutschlehrer in der Flüchtlingsarbeit, aber vor allem setzen wir uns dafür ein, dass die deutsche Sprache hierzulande besser gepflegt wird“, sagte der VDS-Vorsitzende Prof. Dr. Walter Krämer. „Die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache werden auch 2017 zur Stelle sein, wenn die deutsche Sprache von öffentlichen Stellen entwertet oder von bestimmten Interessengruppen für ideologische Zwecke missbraucht wird“, so Krämer.

Krämer rief die weltweit 36.000 Mitglieder des größten deutschen Sprach- und Kulturvereins dazu auf, sich in die Diskussion über den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutschen Sprache einzubringen. „Wir sind eine Graswurzelbewegung“, so Krämer, „und leben von der Beteiligung und den Ideen unserer Sprachfreunde.“

   

Freitag, 17. Februar 2017

VDS-Infobrief 349: Hindernis für wissenschaftliche Kreativität

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©
pixabay / CC0 / andrew_t8

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) stellt ein aktuelles Buch vor, in dem Wissenschaftler vor dem Einsatz des Englischen als einziger Wissen­schafts­sprache warnen. Der Verlust der Sprachenvielfalt verzerre den Wettbewerb zugunsten der angelsächsischen Forscher, und er behindere den wissenschaftlichen Fortschritt. Wissenschaftler, die bei der Angli­sierung nicht mitmachen, „verzichten auf Ansehen, Positionen und Fördermittel, weil die auf Deutsch oder Französisch publizierten Arbeiten international nicht mehr gelesen werden und in der auf Rankings fixierten Wissenschaftsfinanzierung bedeutungslos sind“, so die NZZ. Besonders in der Lehre sei die Fremdsprache ein Hindernis für die Kreativität. Auch das Antragswesen bei Förderinstituten erfolge mitunter ausschließlich auf Englisch. So schreibe z. B. der Österreichische WissenschaftsfondsAnträge in englischer Sprache in allen Wissenschaftsdisziplinen vor.

Kürzlich wies auch der Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache e.V. (ADAWIS) in einem offenen Brief an Wissenschaftsministerin Johanna Wanka darauf hin, dass der gesellschaftliche Diskurs über wissen­schaft­liche Themen allein schon dadurch beeinträchtigt werde, dass zahlreiche Forschungsgruppen ihre Internet-Seiten ausschließlich auf Englisch veröffentlichen und Jahresberichte, die auf die wissenschaftlichen Inhalte tiefer eingehen, oft nicht mehr in der Landessprache zur Verfügung gestellt werden.

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

Mitglied werden

vds-logo-kleinMachen Sie mit! Im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Zukunft des Deutschen als Kultur­sprache. Jeder ist willkommen; inzwischen sind es mehr als 36.000 Menschen, die weltweit im VDS in über 120 Ländern die deutsche Sprache fördern. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitglied­schaft. Am besten gleich ausfüllen und mit gelber Post oder per Fax an die Vereinszentrale zurück­. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

Englisch ist der Volkswagen unter den Sprachen, Deutsch ist der Rolls-Royce.
(Bastian Sick 2011)

Jedes Imitieren einer sprachlichen Mode ist eine Form der Anbiederung. Und Anbiederung ist das Gegenteil von Souveränität.
(Bastian Sick 2015)

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