Dieter Hallervorden findet englischsprachige Beschriftung des neuen Berliner Flughafens BER nicht lustig

8. September 2017

Tag der deutschen Sprache am 9. September 2017

Warum prangt am neuen BER-Flughafen groß die englischsprachige Aufschrift „Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt“? Das fragen sich die über 36.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache (VDS) aus aller Welt – darunter auch Dieter Hallervorden und Prof. Dr. Michael Wolffsohn. Auf dem noch in Betrieb befindlichen Flugfeld gleich nebenan begrüßt man die ankommenden Gäste ganz selbstverständlich mit dem deutschsprachigen Schild „Flughafen Berlin-Schönefeld“. Auch in Madrid, Moskau, Warschau oder auf kleineren Flughäfen wie Marseille und Hermannstadt/Sibiu wird natürlich die eigene Landessprache verwendet. Prof. Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des VDS, fragt: „Warum wechselt man auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen plötzlich die Sprache? Haben sich die Flugzeuge bisher verflogen? Es gibt keinen erkennbaren Grund. Deutsch ist auch international ausreichend verständlich, denn unsere Sprache gehört zu den zehn meistgesprochenen und vier meistgelernten weltweit. Mit einer englischsprachigen Beschriftung würde man bei den ankommenden Fluggästen nur den Eindruck erwecken, dass man in Deutschland seine eigene Sprache nicht schätzt. Der Tag der deutschen Sprache am morgigen Samstag ist ein guter Anlass, um auf der BER-Baustelle nicht nur das Brandschutzsystem zu verbessern, sondern auch die Beschriftungen auf der Seite zum Flugfeld.“

Prof. Dr. Michael Wolffsohn, bekannter deutsch-jüdischer Publizist und Hochschullehrer des Jahres, nennt die jetzige Beschriftung klipp und klar „sprachlich unauthentisch“. Komiker Dieter Hallervorden meint: „Die deutsche Sprache ist wichtigster Ausdruck unserer Kultur. Sie bedarf deshalb ebenso der Pflege und des Schutzes wie Wasser, Boden und Luft“ und ergänzt: „Sicherlich hätten wir in Willy Brandt auch einen Befürworter der Bezeichnung ‚Flughafen‘ gefunden.“

Den Verein Deutsche Sprache e.V. gibt es seit 1997. Sein Ziel ist es, die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern. Er hat über 36.000 Mitglieder weltweit. Dazu gehören viele Prominente wie Dieter Hallervorden, Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Ottmar Hitzfeld oder Hape Kerkeling. „Wir sorgen mit Stipendien für die Verbreitung des Deutschen im Ausland, wir fördern ehrenamtliche Deutschlehrer in der Flüchtlingsarbeit, aber vor allem setzen wir uns dafür ein, dass die deutsche Sprache hierzulande besser gepflegt wird“, sagt der VDS-Vorsitzende Prof. Dr. Walter Krämer.