Infobrief 363 (21/2017): Sprachmängel bei der Englischprüfung

VDS-Infobrief 21. Woche

1. Presseschau vom 19. bis 25. Mai 2017

Sprachmängel bei der Englischprüfung
Handschrift
Deutschkenntnisse im Gefängnis
„Mein Name ist Hase“

2. VDS-Termine

3. Literatur

Peter von Matt wird 80
Ehrengast Deutschland

4. Denglisch

Angeber im Beruf

 

1. Presseschau vom 19. bis 25. Mai 2017

Sprachmängel bei der Englischprüfung


fotolia / #79988159 / Westend61

Die vermeintlich schlechte Aussprache des britischen Prinzen Harry von Wales hat dazu geführt, dass das Bildungsministerium in Nordrhein-Westfalen die Bewertungsvorgaben einer Prüfung in Englisch für den Mittleren Abschluss an Real- und Gesamtschulen herabsetzt. In einer Aufgabe zum „Hörverstehen“ sollten die Schüler Fragen zu einer Rede von Prinz Harry beantworten. Wie Jörg Harms, Sprecher im NRW Schulministerium, allerdings richtigstellte, habe es sich bei der Tonaufnahme nicht um das Original, sondern um eine von einem Tonstudio professionell nachgesprochene Rede gehandelt. Aussprache und die technische Qualität der Aufnahme seien jedoch so schlecht gewesen, dass viele Schüler den Inhalt nicht verstanden hätten, kritisierten sowohl Lehrer als auch Schüler. 44.000 Unterstützer hatte eine Online-Petition, die die Wiederholung der Englisch-Klausur forderte. Nun räumt das Ministerium den Lehrern größeren Spielraum bei der Bewertung der Prüfungsergebnisse ein. Wer will, kann die Prüfung noch einmal ablegen. (wr.de, welt.de, wdr.de)

Handschrift

Weil Kinder immer häufiger Probleme mit dem handschriftlichen Schreiben aufweisen, sollen nun sogenannte freiwillige „Kritzelpaten“ die Schreibmotorik spielerisch fördern. Das Projekt des Schreibmotorik-Instituts (SMI) und des Didacta-Verbands möchte „die Freude und den Spaß am Umgang mit Stift und Papier wecken und unterstützen“, wie es in der Broschüre heißt. Lehrer und Lehrerinnen beobachten schon seit längerem eine falsche Stifthaltung oder umständliche Bewegungen beim kindlichen Schreiben.

Dass die Handschrift dennoch eine hohe Relevanz in der Gesellschaft hat, macht der Erfolg der „Moleskine“-Notizbücher deutlich. Vor 22 Jahren gründete Maria Sebregodi das Unternehmen, das inzwischen in 90 Ländern ansässig ist. „Unser Leben mag von einer standardisierten Technologie erfüllt sein, aber wir Menschen brauchen auch gleichzeitig körperliche Erfahrungen. Einen Stift in die Hand zu nehmen und die eigene Handschrift zu erleben und zu sehen, ist eine einzigartige und individuelle Handlung“, begründet Sebregondi den Erfolg. (news4teachers.de, zeit.de)

Deutschkenntnisse im Gefängnis

Jeder zweite Gefangene in Hessen besitze mangelhafte Deutschkenntnisse, äußerte Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) gegenüber der BILD-Zeitung. Aus Erhebungen der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden geht hervor, dass 75 Prozent der Inhaftierten nur unzureichendes Deutsch sprechen. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, nahmen im vergangenen Jahr dort 254 Häftlinge an einem Deutschkurs teil. Für ganz Hessen liegt diese Zahl bei 1739. Es bestehe, so die Schlussfolgerung Kühne-Hörmanns, ein deutlicher Zusammenhang zwischen fehlenden Deutschkenntnissen und Kriminalität. Auch nach der Haft ständen sprachliche Defizite einer Resozialisierung und der Integration in ein geregeltes Leben im Weg, schreibt Focus Online. (focus.de)

„Mein Name ist Hase“

„Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts,“ erklärte der Jurist Victor Hase Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Vernehmung wegen des Verdachts auf Urkundenbetrug. Inzwischen als zuweilen ironische Unschuldsbekundung genutzt, ist die Redewendung heutzutage in aller Munde – und titelgebend für die Ausstellung des Frankfurter Museums für Kommunikation (vom 25. Mai bis zum 19. November). Rund 300.000 Sprichwörter und Redewendungen vermittelt die Ausstellung, die spielerisch die Inhalte heranführt. Auf dem „Jahrmarkt der Redewendungen“ findet man u. a. einen Sprichwort-Generator, Ausschnitte aus berühmten Filmen und eine „Peep-Show“ mit Redewendungen aus den Bereichen Sex und Verbrechen. (sueddeutsche.de)

 

2. VDS-Termine

30. Mai, Region 01 (Dresden, Riesa)
Besichtigung Lingner Schloss (Gäste 5,00 €) mit anschließendem Vortrag im Kinosaal: Michael Luick-Thrams: „Wörter zwischen den Welten“
Zeit: 17:00 Uhr
Ort: Lingner Schloss, Bautzner Str. 132, 01099 Dresden

30. Mai, Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e. V.
Bautzens Sprachretter haben ein mystisches Thema auf dem Programm: „Grigorij Rasputin: Mönch – Wunderheiler – Günstling der Zarin“ Es spricht Prof. Reiner Aleithe (SRK)
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Bautzener Spree-Pension, Fischergasse 6, 02625 Bautzen

31. Mai, Region 84 (Landshut)
„Leselupe“ – Literaturstammtisch in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungswerk Landshut e.V.
Zeit: 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Evangelisches Bildungswerk Landshut, Luitpoldstraße 3 (II. Stock), 84034 Landshut

31. Mai, Region 03 (Cottbus)
Mitgliederversammlung
Ort: Hotel „Zur Sonne“, Taubenstraße 7, 03046 Cottbus

1. Juni, Region 28 (Bremen)
Treffen des Freundeskreises der deutschen Sprache (jeden 1. Donnerstag des Monats)
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Restaurant „Grauer Esel“, Am Vegesacker Hafen 10, 28757 Bremen

1. Juni, Veranstaltung der Internationalen Medienhilfe (IMH)
Infotag zu deutschsprachigen Medien in Ostdeutschland
Referenten: Björn Akstinat, Leiter der Internationalen Medienhilfe (IMH) + Eva Penzes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Minderheiten in Europa (AGDM) + Tomas Randysek, Redakteur der Zeitschrift LANDESECHO aus Prag
Zeit: 16:00 – 18:00 Uhr
Ort: FU Berlin-Dahlem, Habelschwerdter Allee 45, Raum L201
Keine Anmeldung erforderlich

 

3. Literatur

Peter von Matt wird 80

Das Feuilleton feiert den Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt zu seinem 80. Geburtstag. Marcel Reich-Ranicki nannte ihn einmal den „bedeutendsten lebenden Schriftsteller der Schweiz nach Max Frisch“. Kritikern zeige er, „wo das Glück literarischer Erkenntnis liegt, Professoren, wovor sie sich fürchten sollten, und Scharen bewundernder Lesern, was es überhaupt heißt, ein Gedicht, eine Erzählung oder einen Roman zu verstehen“, so der Tagesspiegel. (tagesspiegel.de)

Ehrengast Deutschland

Auf der 8. Buchmesse in Warschau, der bedeutendsten Bücherschau in Polen, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den deutschen Messestand eröffnet. Deutschland ist der diesjährige Ehrengast der Messe und mit 66 Verlagen vertreten. In seiner Rede warnte Steinmeier vor „politischer Einflussnahme“ auf Kunst und Literatur. Insgesamt werden im Warschauer Nationalstadion rund 800 Verlage und etwa 1000 Autoren aus aller Welt erwartet. (dw.com)

 

4. Denglisch

Angeber im Beruf

Auf Spiegel-Online stellt ein Quiz englische Berufsbezeichnungen vor, für die es allesamt eine deutsche Entsprechung gibt: „accountant“ war früher ein Buchhalter oder Rechnungsprüfer, Werksleiter stellen sich heute als „plant manager“ vor. (spiegel.de)

 


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