Sprachliche Fehlleistungen häufen sich. Täglich erfinden Unternehmen, die Medien und die Werbung neues Denglisch oder schlechtes Deutsch. Aber es gibt Lichtblicke, bei denen sich Werbeabteilungen, Journalisten und Firmeninhaber Gedanken darüber machen, wie sie Angebote sprachlich treffend, klar und ausdrucksvoll bezeichnen oder bewerben. Der Verein Deutsche Sprache e.V. stellt diese vorbildlichen Leistungen heraus und macht mit Preisverleihungen darauf aufmerksam. Die VDS-Regionalvertretungen haben dazu mehrere Auszeichnungen ins Leben gerufen und loben regelmäßig jene, die Verantwortung für die Entwicklung der deutschen Sprache übernehmen.
Lehrer-Welsch-SprachpreisBergischer Sprachpreis – Die EuleKoblenzer Wettbewerb „Werbewerke“ Berliner SprachliebelleSchiffe und gutes Deutsch an der Ostsee

Die Regionalgruppe Köln unter Leitung von Dietmar Kinder verleiht seit 2004 den Lehrer-Welsch-Sprachpreis. In Erinnerung an den Kölner Lehrer Heinrich Welsch (1848-1935) ehrt der VDS damit Menschen, die Kölsch und die deutsche Sprache lebendig erhalten. Erster Preisträger war der damalige Zugleiter Alexander von Chiari, der im Rosenmontagszugmotto 2005 das englische Wort „Kids“ nach Protesten durch das kölsche Wort „Pänz“ ersetzt hatte.

Weitere Preisträger:

2005: Andreas Henseler, Geschäftsführer des Kölner Wissenschaftsmuseums Odysseum und ehemaliger Schuldezernent der Stadt Köln für seinen Einsatz, dass vom Namen den Preis dafür, dass das Odysseum nicht „Cologne Science Center“ genannt wurde.
2006: Die Gruppe Wise Guys für ihr Lied „Denglisch“
2007: Peter Herbolzheimer für seinen Einsatz für die deutsche Sprache auch im Jazzbereich
2008: Krätzchensänger Ludwig Sebus für die Verbreitung und Weitergabe des Kölschen mit seinen Liedern
2009: Die Sendung mit der Maus, da sie bei der Wissensvermittlung für junge Menschen auf unnötige Anglizismen verzichtet.
2010: Die Mundartband „De Höhner“, da sie mit ihren Liedern den kölschen Dialekt in Deutschland bekannt und beliebt gemacht haben.
2011: der Heimatverein Alt-Köln von 1902 für die Pflege des Kölschen
2012: der Kölner Sender center.tv für seine Verbundenheit mit der kölschen Lebensart und Sprache
2013: Wolfgang Bosbach „[…] will die deutsche Sprache im Grundgesetz verankern nicht als Ausgrenzung fremdsprachiger Menschen, sondern als Einladung, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen“ (Reinhard Louis in seiner Laudatio)
2014: „Akademie för uns kölsche Sproch“ für ihre Verdienste um den Erhalt und die Förderung einer lebendigen und zeitgemäßen kölschen Sprache
2015: Wilma Overbeck für ihren überall gerngesehenen Schulchor „Wilmas Pänz“, für ihre vielen Kölsche Musicals und vieles mehr
2016: Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums – Wie schon der Name besagt, für sie Ausstellungen, Publikationen, Schull- un Veedelszöch, Kölner Schulsitzung u.v.m.
2017: Prof. Dr. Gerhard Uhlenbruck vor allem für seine zahlreichen literarischen Veröffentlichungen. Er hat so an die 55 Bücher geschrieben, darunter viele Aphorismen. Natürlich meist in unserer hochdeutschen Sprache, aber auch auf Kölsch und sogar auf Englisch.

 

Wuppertaler Mundartgruppe erhält den Bergischen Sprachpreis „Die Eule“, Bericht von Jörg Peter Schundau (pdf)

Seit 2008 führt der Vorstand der Regionalgruppe 56 im VDS unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Heinz-Günther Borck den „Wettbewerb Werbewerke“ durch. Ausgezeichnet wird dabei Werbung, die intelligent, pfiffig und überraschend mit der deutschen Sprache umgeht.

Werbewerke 2015

Der Wettbewerb „Werbewerke – Werbung, die anspricht und nicht anstrengt“ der Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache geht in die achte Runde

Nach den Erfolgen der vergangenen sieben Jahre schreibt die Regionalgruppe 56 des VDS (Verein Deutsche Sprache) zum achten Mal den Wettbewerb „Werbewerke“ (bis 2013 mit dem Leitwort „Werbung, die wirklich wirbt und nicht verwirrt“) aus.

In der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. August 2015 (Einsendeschluss) werden Fotos von Werbung auf Ladenschildern, Plakaten, Faltblättern oder in Zeitungen und Zeitschriften gesucht, die in originellem und aussagekräftigem Deutsch verfasst sind.

Als abschreckende Beispiele können Aufnahmen von „deutsch(sprachig)er“ Werbung, in der Englisch oder Scheinenglisch benutzt wird, eingesandt werden. Die besten Einsendungen beider Kategorien werden mit Geldpreisen bis zu 200 Euro prämiert. (Pressemitteilung)

 

Werbewerke 2014

VII. Wettbewerb „Werbewerke“ des Vereins Deutsche Sprache – Regionalgruppe 56

Für Werbung, die anspricht statt anstrengt

Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre schreibt die Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache zum siebten Mal den Wettbewerb „Werbewerke“ aus. Gesucht werden bis zum 23.8.2014 (Einsendeschluss) Fotos von origineller und aussagekräftiger deutschsprachiger Werbung auf Ladenschildern, Plakaten und Faltblättern. Willkommen sind auch Aufnahmen von Werbung, in der englische oder „denglische“ Stilblüten vorkommen. Für die besten Einsendungen gibt es Geldpreise bis zu 200 Euro und Sachpreise. (vollständige Ausschreibung als pdf).

 

Werbewerke 2013

Pressemeldung newsmax.de (16.9.2013):

Einfallsreiche deutsche Werbung und europäische Sprachenpolitik Sommerschlussverkauf in Deutschland auf „(D)englisch“

Auf der Preisverleihung im VI. Wettbewerb der Regionalgruppe 56 im VDS spricht der Europaabgeordnete Dr. Werner Langen über die Sprachenpolitik in Europa

Zum VI. Male findet am 28. September 2013 um 15.00 Uhr in der Sparkasse Koblenz die Preisverleihung im Wettbewerb Werbewerke der Regionalgruppe 56 im VDS statt, diesmal mit einer europapolitisch aktuellen Einführung in die Sprachenpolitik der Europäischen Union. Zum Vortrag des Europaabgeordneten Dr. W. Langen sind alle, die an der europäischen Zusammenarbeit besonders im Hinblick auf die sprachliche Verständigung interessiert sind, eingeladen. Zur anschließenden Preisverleihung sind Gäste ebenfalls willkommen.

Seit 2008 werden vom Vorstand der Regionalgruppe 56 im VDS unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Heinz-Günther Borck Wettbewerbe durchgeführt, bei denen die Teilnehmenden Bilder von Werbung, die intelligent, pfiffig und überraschend mit den Begriffen der deutschen Sprache umgeht, einsenden können; mittlerweile kommen Beiträge oft auch aus entfernten Regionen. Die Aktion wird von Anfang an von der Sparkasse Koblenz und Lotto Rheinland-Pfalz, aber auch von der Stadt Koblenz, vom Westerwaldkreis und von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn gefördert.

Zu Beginn der der diesjährigen Preisverleihung hält der Europaabgeordnete Dr. Werner Langen (CDU) einen Vortrag über die umstrittene Sprachenpolitik in Europa, ein sensibles Thema, da die europäischen Verträge die Berücksichtigung aller Nationalsprachen verlangen, als Verkehrssprachen aber hauptsächlich Englisch und Französisch benutzt werden, obgleich von Anfang an auch Deutsch, Italienisch und Niederländisch als gleichberechtigte Amtssprachen vorgesehen waren.

Vortrag und anschließende Preisverleihung werden musikalisch von Schülern der Musikschule Koblenz umrahmt.

Werbewerke 2012

Wortwitz gewinnt, Sprachmatsch wird abgemahnt: Der erste Preis der Regionalgruppe 56 im Verein Deutsche Sprache e.V. geht 2012 an die Dresdner Firma Büroland. Mit dem Werbespruch „Wir vermöbeln Sie ordentlich und lassen Sie richtig sitzen“ gewinnt die sächsische Firma Büroland aus Dresden den 1. Preis im Wettbewerb um Werbung, die wirklich wirbt und nicht verwirrt. Den 2. Preis erhält der Koblenzer Dachdeckerbetrieb Gebrüder Kesselheim für seine Werbung „alles gut bedacht“; der dritte Preis geht nach Berlin an die Kita-Initiative für ihre auch im Internet vertretene Werbung „Bestens behütet lernen wir alle unsere Sinne einsetzen“. Abmahnpreise teilen sich die Stadt Nördlingen und die Warburger Brauns-Heitmann GmbH für englisch durchmischte, wirre und schwer verständliche Werbung.

Die Aktion wird seit Beginn unterstützt durch: die Sparkasse Koblenz und Lotto Rheinland-Pfalz, seit 2012 durch das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz und von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rhein-Lahn.

Das Emblem BERLINER SPRACHLIeBElle ist eine Auszeichnung für Geschäfte und Unternehmen in Berlin und Umgebung, die dem VDS beim Umgang mit ihren Kunden durch ein liebevoll gepflegtes Deutsch statt durch öde Anglizismen auffallen. Das Emblem zeigt ein hübsches und eigenwilliges, geflügeltes Wesen, das sich überall dort gerne niederlässt „Wo Gutes Deutsch gefällt“. Mit seinem Namen verbreitet es die Idee der SPRACHLIEBE sogar wortwörtlich in die Berliner Geschäftswelt. Überall dort, wo sich die BERLINER SPRACHLIeBELLE niedergelassen hat, ist ihr Emblem im Eingangsbereich zu sehen.

Was will die BERLINER SPRACHLIeBElle?

Erstens will die BERLINER SPRACHLIeBElle die Berliner Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, wie erfreulich sich viele Berliner Geschäfte und Firmen auf originelle Weise in deutscher Sprache präsentieren statt in unverständlichen, hochtrabenden, lächerlichen oder öden Anglizismen.

Zweitens will die BERLINER SPRACHLIeBElle alle Geschäfte und Unternehmen, die sie als Auszeichnung angenommen haben, miteinander bekannt machen, und dazu ermuntern, in Berlin nicht nur einzeln für sich zu werben, sondern einen gemeinsamen Akzent in der Werbung zu setzen.

Drittens will die BERLINER SPRACHLIeBElle den ausgezeichneten Geschäften und Unternehmen zu einem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit verhelfen, das sie vorteilhaft von konkurrierenden Unternehmen abhebt. Ungefähr 70% der Bevölkerung lehnt nämlich die übertriebene Nutzung von Anglizismen in der Werbung ab. Eine große Mehrheit aller Kunden würde demnach nach Möglichkeit lieber Geschäfte besuchen, die in der Landessprache um sie werben.

Bei wem ist die BERLINER SPRACHLIeBElle schon angekommen?

Bis heute (21.12.2012) ist die BERLINER SPRACHLIeBElle bei 19 Berliner Geschäften und Unternehmen „gelandet“. Unterschiedlichste Branchen sind bereits vertreten: Gastronomie, Sport, Bürobedarf, Kultur, Kindertagesstätten, u. v. a. m.

(Anklicken zum Ausklappen) Teilnehmerliste

Wer kümmert sich um die BERLINER SPRACHLIeBElle?

Um die Verbreitung der BERLINER SPRACHLIeBElle in Berlin und Umgebung kümmert sich die Regionalgruppe Berlin/Potsdam des VDS. Initiative und Gesamtverantwortung liegen bei ihrem Vorstandsmitglied Herrn Dr. Hermann H. Dieter.

Wir freuen uns über Ihre Vorschläge von Geschäften und Unternehmen, die sich selbst bei uns melden oder die Sie, liebe Leserin und lieber Leser, einer Auszeichnung durch die BERLINER SPRACHLIeBElle für würdig halten.

Postkarte BERLINER SPRACHLIeBElle

Die Postkarte BERLINER SPRACHLIeBElle im Format DIN A6 ähnelt der Urkunde, trägt jedoch weniger Text. Auf ihrer Rückseite bringen die mit der BERLINER SPRACHLIeBElle ausgezeichneten Unternehmen ihren Firmenstempel an. Die Kunden nehmen diese Karte dann mit und versenden sie aus LIEBE ZUR SPRACHE im Bekannten- und Freundeskreis als Werbung für das ausgezeichnete Geschäft.

 

Pressemitteilungen

  • Die Initiative Berliner SprachLIeBElle des Vereins Deutsche Sprache wirbt für den Welttag der Muttersprachen am 21.02.13 (pdf)

 

Konzept: Werbeverbund WO GUTES DEUTSCH GEFÄLLT

Den Geschäften oder Unternehmen, die der VDS mit der BERLINER SPRACHLIeBElle ausgezeichnet hat, steht es frei, sich zu einem locker organisierten Werbeverbund WO GUTES DEUTSCH GEFÄLLT zusammenzuschließen mit dem Ziel, sich unter diesem Leitspruch großmaßstäbliche, überbetriebliche Werbemöglichkeiten zu erschließen. Zu diesem Zweck könnte er zunächst Werbemittel gemeinsam produzieren und verbreiten, die das Emblem BERLINER SPRACHLIeBElle tragen. Die hierfür nötigen finanziellen Mittel ließen sich einer vom Betriebsumsatz abhängigen Umlage entnehmen. Die benötigten Grafiken (Emblem, Urkunde, Postkarte mit der BERLINER SPRACHLIeBElle) würde der VDS selbstverständlich kostenlos beisteuern.

Förderpreis der Hansestadt Rostock und des VDS

Preisträger:
Dr. Klaus Koch (2013)
Peter Weise (2015)


Der Träger des Förderpreises „Gutes Deutsch“ der Hansestadt Rostock und des VDS, Autor und Kapitän Peter Weise (2. v. r.), im Kreise von Beteiligten (v. l. n. r.): die VDS-Regionalvertreter Volker Miske und Dieter Rasch; Steffen Bockhahn, Senator für Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport; Dr. Wolfgang Nitzsche, Präsident der Bürgerschaft und Laudator; Wilhelm A. Hesse, Vorsitzender der Jury sowie Dr. Klaus D. Koch, letztjähriger Preisträger. Foto: Dorothea Vogel

 

Am 30. Januar 1945 ging der deutsche Passagierdampfer Wilhelm Gustloff mit 9.000 Flüchtlingen nach einem russischen U-Boot-Angriff in der eiskalten Ostsee unter. Am 30. März 2015 erhielt einer der wenigen Überlebenden, der damals gerade ein Jahr alte Peter Weise, den Förderpreis „Gutes Deutsch“ der Hansestadt Rostock und des Verein Deutsche Sprache.

Ausgezeichnet wurde damit ein Autor, der es neben und nach seinem Hauptberuf als Kapitän der Seeschifffahrt und Vorstandsmitglied der Seehafen Rostock AG über lange Jahre seines Lebens auch verstand, sich vorbildlich in seiner Muttersprache auszudrücken: „Für Peter Weise gibt es im Deutschen das schöne Wort ,Wortschatz‘. Diesen Schatz zu ergründen hat er als Laie versucht und dabei empfunden, dass in der Tiefe der deutschen Sprache immer noch unzählige Edelsteine verborgen liegen“, erklärte der Präsident der Rostocker Bürgerschaft, Dr. Wolfgang Nitzsche, auf der stimmungsvollen und gut besuchten Verleihungsfeier.

Seit dem Jahr 2004 veröffentlicht der Preisträger Erzählungen und Kurzgeschichten, etwa „Hürdenlauf“, „Liebesspiel“, „Der Direktor“ sowie die Kinderbücher „Bodo und Berta“ und „Die Amsel Wilhelmine“, wobei vor allem der Blick nach innen seine Weltsicht formte: „Ein wichtiger, entscheidender Sinn und Antrieb in meinem Leben ist es, ­exakt treffend in Worte zu fassen, was in mir vorgeht“, erläuterte er sein literarisches Konzept.

Den Förderpreis „Gutes Deutsch“ der Hansestadt Rostock und des VDS gibt es seit 2013. Erster Preisträger war der Arzt und Aphorismen-Autor Dr. Klaus D. Koch. SN