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VDS-Sprachnachrichten
Mobilausgabe: Dezember 2016 (Nr. 72)

Jacob Grimm mit Freunden


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(c) Foto-Creativ, Kassel

Am 8. Oktober verliehen die Eberhard-Schöck-Stiftung und der Verein Deutsche Sprache zum 16. Mal den Kulturpreis Deutsche Sprache. Er hat drei Teile. Hier treffen sich die Jacob-Grimm-Preisträgerin Katharina Thalbach und ihr Laudator Gregor Gysi mit der Familie Schöck und ausge­wählten Jury-Mitgliedern zum traditionellen „Familienfoto“ nach einer von vielen sprachlichen Höhepunkten geprägten­ Feier im vollbesetzten Blauen Saal der Stadthalle ­Kassel. Auch dabei: Moderatorin Angela Elis, Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Achim Thyssen vom Mundartarchiv ­Ludwig ­Soumagne (Träger des Initiativpreises Deutsche Sprache) und Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt. Die von ihm geführte Stiftung Polytechnische Gesellschaft erhielt den Institutionenpreis für ihr Projekt „DeutschSommer“.

AKTUELL

Schlagzeile des Jahres
Focus vorn

Die Schlagzeile des Jahres 2016 stand im Nachrichtenmagazin Focus vom 23. Juli: „Macht. Wahn. Erdogan.“ Kürzer und prägnanter lässt sich die aktuelle Lage in der Türkei wohl kaum beschreiben. weiter

Defizite in Deutsch

Nach einer Untersuchung des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erreichen bundesweit nur die Hälfte der Schüler in den 9. Klassen die Erwartungen in der Lesekompetenz, 23 Prozent scheitern schon an den Mindeststandards. weiter

Der Vorsitzende meint

was hatte sich wohl der Grünenpolitiker Volker Beck gedacht, als er im Oktober im Fernsehen forderte, dass die Menschen in Deutschland zwecks besserer Eingliederung von Migranten Arabisch lernen sollten? weiter

IM GESPRÄCH

Thorsten Hoffmann, MdB:
Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Herr Hoffmann, Sie waren, lange bevor Sie Bundestagsabgeordneter wurden, von Beruf Polizist. Wie kommt man als Polizist in die Politik? weiter


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SPRACHE UND POLITIK

„Wie wäre es, wenn sich Linguisten darauf einließen, ihren Standpunkt den Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache plausibel zu machen, und zwar in den Sprachnachrichten des Vereins? Sodass eine fruchtbare Debatte folgt, vielleicht sogar ein Meinungsaustausch: Ihr schätzt unsere Meinung, wir teilen Eure, wenigstens zum Teil? Wissenschaftsfeindlich sind wir nicht, aber skeptisch, enttäuscht, allein gelassen mit einem Problem, das man ignorieren kann, aber davon geht es nicht weg. Die Linguistik müsste sich des Themas nur annehmen, sie würde sicher mit wichtigen Beiträgen brillieren können. Darauf hoffen die Sprachbewahrer: dass Wege aufgezeigt werden, wie man aus dem manchmal peinlichen Jammern zu nützlichem Handeln kommt. Linguisten, Ihr seid dran!“ Dies schreibt Oliver Baer in den Sprachnachrichten III/2016, S. 16. Er verdient eine Antwort, von Bär zu Baer:

„Linguisten, Ihr seid dran!“

Darf man als Sprachwissenschaftler die Sprache pflegen wollen?“ – diese Frage habe ich vor fast 15 Jahren gestellt (Zeitschrift für Germanistische Linguistik 30 [2002], S. 222–251) und, kurz gesagt, mit Ja beantwortet. weiter

Antwort von Oliver Baer

Sehr geehrter Herr Professor, da Sie mir namentlich antworten, erwidere ich in gleicher Weise. Mir ist offenbar entgangen, dass der VDS nicht allen Linguisten ein Dorn im Auge ist. weiter

AfD und sprachliche Unterwürfigkeit

Für die jüngsten Wahlerfolge der AfD spielt bei oberflächlicher Betrachtung die kollektive Angst vor Überfremdung durch Flüchtlinge und Einwanderer aus anderen Kulturkreisen eine wichtige Rolle. weiter

Baerentatze: Der Ton macht die Musik

Eines zum Abhaken vorweg: Zorn ist an sich nichts Böses. Dass einem der Hut hochgeht, kann passieren. Ein gut gepflegter Zorn mag der blinden Wut sogar vorbeugen. Aber unterscheiden müssen wir zwischen Zorn und Kritik, und mit Wut sollte sie schon gar nicht verwechselt werden. weiter

Sprache und Denken im Tugendmodus

Ich gebe es zu: Noch immer arbeitet es in mir. Ich staune immer noch über den Protest einiger deutscher Sprachwissenschaftler, die gegen die Beilage des VDS in einer Hochschulzeitschrift protestiert haben und dabei dem Verein nicht nur Unwissenschaftlichkeit vorwerfen, sondern ihm – noch ärger – gleich mal pauschal das Etikett „Rechtspopulismus“ aufkleben wollten. weiter

Mit der Sprache tanzen darf jeder

Wem gehört die Sprache? Dem Duden, den Bürgern, der rechtschreibenden Tante Klara? weiter

SPRÜCHE

Freiheit
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Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein.
Heinrich Böll (1917–1985)

Schlechte Aussichten
Wenn es so weiter geht, dann können die Deutschen in zehn Jahren nicht mehr richtig Deutsch und noch nicht richtig Englisch.
Walter Jens (1923–2013)

Unausweichlich
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In welchen Teil des Wortvorrats man immer greift, nach überwundener erster Scheu wird man sich bald davon angezogen fühlen.
Jacob Grimm (1785–1863)

DEUTSCH IN ALLER WELT

Wie heißt ein Einwohner von Sumatra?

Die Namen anderer Völker einzudeutschen ist kompliziert. Wie soll man einen Einwohner der Elfenbeinküste auch nennen? Man behilft sich am Besten mit dem Namen, den sich das jeweilige Volk selbst gibt. weiter

Deutsch in Frankreich

Nach Paris kamen ab 1830 trotz der unruhigen politischen Lage Einwanderer aus ganz Europa. Die größte Gruppe stellten Migranten aus dem deutschsprachigen Raum, die als Handwerker, Händler, Gastronomen oder Tagelöhner ihr Glück in Frankreich suchten. weiter

Deutsch in London

Die Außenbezirke der britischen Hauptstadt sind größtenteils von afrikanischen und asiatischen Einwanderern geprägt. Doch ein Stadtteil am nördlichen Rand macht eine Ausnahme. weiter

Captain Charles Brown: Deutsch in West Point

An der berühmten Militärakademie West Point, offizieller Name United States Military Academy (USMA), gibt es einen Deutschen Sprachverein. weiter


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Die neue Werbung des Radiosenders You FM im Hessischen Rundfunk (hier ein Foto aus Marburg) führte auch auf der VDS-Facebook-Seite zu einer regen Diskussion. „Der Witz dieser Werbung erscheint mir zu erzwungen und nicht witzig. Schade, dass dafür die Gelder der Bürger verschwendet wurden“, schreibt Nutzer Thomas. „Völlig daneben“, schreibt Karin. „Nur so können sich die Menschen die Marke youfm auch merken. Sonst hat sie jeder schnell wieder vergessen“, meint dagegen Joachim.

DEUTSCH IM WANDEL

Hier spricht Gloria: warum weiss ich so wenig?

Neulich las ich einen Artikel über die Abiturienten der letzten Jahre. Dieser wurde als „Elite des Landes“ bezeichnet. weiter

Ehre für einen großen Literaten

Seit dem 27. Oktober trägt die Bücherei der Gemeinde Trittau in Schleswig-Holstein den Namen unseres Vereinsfreundes Arno Surminski. weiter

Es lebe der Verein

Der Schriftstelle Jurek Becker (1937–1997) antwortete nach dem Fall der Mauer auf die Frage eines Journalisten, was er denn für den wesentlichen Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland halte: „Es ist der Verein, der Verein als Ausdruck einer freien Gesellschaft“. weiter

SCHÖNES DEUTSCH

Ein Jahr Grimmwelt Kassel

Eingebettet in die Parklandschaft am Hang eines Weinberges, in einem eigens für diesen Zweck errichteten Gebäude, dokumentiert die Grimmwelt in Kassel das schaffensreiche Leben und Wirken der Brüder Grimm. weiter

Die Macht der Uniform

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Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick (1931) © Theater Kiel weiter

»Schneiders Ecke«
An alle Schreiberinnen und Schreiber!

Skandal im Deutschen: Der Inbegriff des Weiblichen, die Frau als solche, wird als Neutrum vorgestellt: das Weib! Wo bleibt da die Gerechtigkeit? weiter

Pferdekrimi als Sprechübung

Im beschaulichen Warendorf (bei Münster) geschieht Seltsames weiter

ZWISCHENRUF

Gehört der Islam zu Deutschland?

Wir reden hier über den kleinen Unterschied zwischen Zugehörigkeit und Zusammen­gehörigkeit. weiter

DIE LETZTE SEITE


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Dass auch in anderen Ländern sowohl die eigene Sprache hintangestellt und zusätzlich das Englische auch noch verballhornt wird, möchte ich mit anliegendem Foto zeigen, das ich in der wunderschönen Stadt Taormina auf Sizilien aufnahm. Dr. Ingrid Grosse

Ihre Meinung zählt

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Archiv: SN-Mobilausgabe Nr. 71 (September 2016)

Die nächste Ausgabe erscheint im März 2017; Redaktionsschluss: 10. Februar 2017.




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Herausgeber: Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS) Postfach 10 41 28 44041 Dortmund Tel. +49 231 79485-20 Fax +49 231 79485-21
Redaktion: Oliver Baer, Prof. Dr. Walter Krämer, Dr. Reiner Pogarell, Dr. Gerd Schrammen
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