Die Entschließung der Bodenseekonferenz

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Auf der internationalen Tagung der Sprachvereine im „Netzwerk Deutsche Sprache“ am 6. und 7. Okt. 2000 in Friedrichshafen wurde von den Tagungsteilnehmern folgende Entschließung gefaßt:

In Europa wird das Englische in der Schule einseitig als erste obligatorische Fremdsprache begünstigt. Die sprachlich-kulturelle Vielfalt Europas droht dadurch verloren zu gehen. Immer mehr Menschen lernen nur noch Englisch als Fremdsprache und verlieren damit das Verständnis für die anderen europäischen Kulturnationen. Der kulturelle Reichtum Europas, der in seiner wunderbaren Vielfalt liegt, geht damit verloren.

Darüber hinaus führt die Vereinheitlichung von Kulturen und Sprachen zu mangelndem Verständnis für Menschen anderer Kulturkreise und Nationen. Dies äußert sich einerseits in neuem, ökonomisch bedingtem Chauvinismus und andererseits in Fremdenhass.

Die heute in Friedrichshafen versammelten Sprachpflegevereine im „Netzwerk Deutsche Sprache“ fordern deshalb als erste obligatorische Fremdsprachen in den Schulen die Sprachen auch anderer europäischer Länder, zum Beispiel eines Nachbarlandes. Es ist sprachdidaktisch belegbar, dass unter dieser Voraussetzung auch die Fremdsprache Englisch mindestens ebenso erfolgreich erlernt wird, wie wenn sie als erste Fremdsprache gelernt worden wäre.

Protokoll der Konferenz

Unterzeichner: