Infobrief vom 20. April 2026: Deutsche Welle ohne Deutsch?

1. Presseschau

Deutsche Welle ohne Deutsch?

Die Deutsche Welle (DW) ist der gesetzlich verankerte Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland. Als durch Steuermittel finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender soll die DW unabhängige Nachrichten weltweit ausstrahlen und in 32 Sprachen das Deutschlandbild prägen. Außerdem bietet die DW Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen.

Für diese Aufgaben wurden in den vergangenen Jahren in mehreren Wellen die Mittel gekürzt. Insbesondere das deutschsprachige Programm wurde deutlich verkleinert. Nun stehen weitere Sparmaßnahmen an. 21 Millionen Euro sollen für den Zeitraum 2026 und 2027 eingespart werden. Konkret: 160 Vollzeitstellen fallen weg, das griechischsprachige Angebot wird eingestellt. Die Maßnahmen könnten sogar zur Einstellung des deutschsprachigen Auslandsprogramms führen, befürchten DW-Mitarbeiter, die sich nun in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt haben. „Neben der DW dürfte es wohl keine staatlich finanzierte/öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt auf der Welt geben, die ihre Landessprache für so irrelevant hält wie die DW und dermaßen zusammenstreicht“, heißt es darin. Die Kürzungen widersprächen dem DW-Gesetz, das dem Sender die Förderung der deutschen Sprache und Angebote auf Deutsch vorschreibt. (merkur.de)


„Leibnitz’s Deutsche Schriften“

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) war einer der vielseitigsten Gelehrten seiner Epoche und gilt als Vordenker der Aufklärung. Nach ihm sind Straßen und Plätze in vielen Städten in Deutschland benannt, sogar im Ausland: In Paris gibt es im 18. Arrondissement die Rue Leibniz.

In die Schlagzeilen geraten ist nun die Leibnizstraße im Westen Berlins. Dort wurden kürzlich wegen Bauarbeiten neue Straßenschilder montiert. Aber auf den neuen steht jetzt „Leibnitzstraße“. In Berlin wundert man sich, die B.Z. spricht von „Peinlich-Panne“. „Wir haben das korrekt in Auftrag gegeben“, ließ die verantwortliche Bezirksverwaltung Charlottenburg-Wilmersdorf verlauten. Die Leser der WELT machen sich in der Kommentarspalte über den Fall lustig. „Ich behaupte mal, dass keine 20 % der Einwohner Berlins mit dem Namen ‚Leibniz‘ etwas anfangen können“, schreibt Leser Wolfgang K.

Es stimmt schon, „Leibniz“ schreibt sich in der Gegenwart ohne „t“. Allerdings, schaut man sich die Geschichte des Namens an, war das nicht immer so einheitlich. Leibniz selbst variierte die Schreibweise im Laufe seines Lebens, wobei die Variante mit „t“ besonders in der französischen und englischen Korrespondenz verbreitet war. Vielleicht kannte der Schilderdrucker sogar die Leibniz-Ausgabe von Daniel E. Jablonski (1840): „Leibnitz’s Deutsche Schriften“. (welt.de)


Russisch im Rückgang

Während Russischunterricht für Schüler in Mecklenburg-Vorpommern zu Zeiten der DDR beinahe unausweichlich war, verzeichnet die Landesregierung bereits seit Jahrzehnten einen starken Rückgang an Schülern, die Russisch als zweite oder dritte Fremdsprache wählen. Im Schuljahr 2015/16 waren es noch etwa 6.100 Schüler, im Schuljahr 2024/25 nur noch etwa 4.100. Damit lernen lediglich 2,5 Prozent der Schüler Russisch. Auch das Angebot geht zurück, denn nur noch etwa ein Drittel der weiterführenden Schulen bietet die Sprache an und auch die Zahl der Lehrer hat sich deutlich verringert. Der Rückgang hängt vor allem mit der sprachpolitischen Entwicklung seit der Wiedervereinigung zusammen. In der DDR war Russisch Pflichtfach, danach ließ das Interesse stark nach. Heute steht die Sprache in Konkurrenz zu anderen Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Latein. Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Enrico Schult, fordert die Bildungsministerin Simone Oldenburg auf, Russisch wieder stärker zu fördern, beispielsweise durch mehr Unterrichtsangebote und Lehrkräfteausbildung. (ndr.de)


Kulturerbe Sorbisch

Unter dem Leitgedanken „Verantwortung für Erbe“ fand in der Lausitz eine UNESCO-Regionalkonferenz statt. Neben Landschaften, die als materielles Welterbe gelten, wurde auch die sorbische Sprache als immaterielles Kulturgut in den Fokus gerückt. Obwohl sie als gefährdet gilt, wächst das Interesse an ihr wieder. Schätzungen zufolge sprechen heute zwar nur noch wenige Hundert bis einige Tausend Menschen Sorbisch aktiv. Gleichzeitig hätten seit den 1990er-Jahren mindestens 10.000 Menschen die Sprache gelernt, nutzten sie jedoch oft kaum im Alltag, erklärt Gregor Kliem aus der sorbischen rbb-Redaktion in Cottbus. In der Niederlausitz, wo das Niedersorbische stark bedroht ist, sprächen inzwischen wieder etwa 20 Familien Sorbisch mit ihren Kindern. Außerdem werde die Sprache mittlerweile sichtbarer im Tourismus. Kliem betont zudem, dass die Identifikation der Bevölkerung mit der sorbischen Kultur hoch sei. Initiativen wie das „Witaj-Projekt“, welches seit 25 Jahren dazu beiträgt, dass Kinder spielerisch Sorbisch lernen können, leiste einen großen Anteil zur Wertschätzung und Erhaltung der Sprache. Der Dachverband der Sorben äußerte das Ziel, dass bis zum Jahr 2100 wieder 100.000 Menschen Sorbisch sprechen. Kliem hält dieses Ziel jedoch eher für einen Ansporn. Als größte Herausforderung gelte das Fehlen eines klaren Gesamtkonzepts zur Förderung der Sprache. Ein solcher Plan soll künftig entwickelt werden. (rbb24.de)


Sprache der Pottwale

Seit rund einem Monat versuchen deutsche Behörden und Privatleute, einen mehrfach gestrandeten Buckelwal in der Nordsee zu befreien. Das Tier gibt Laute von sich, die aber von uns Menschen nicht verstanden werden – Forschungen haben ergeben, dass diese Töne sehr komplex sind. Bei Pottwalen haben Wissenschaftler jetzt Parallelen zwischen Wal-Lauten und der menschlichen Sprache entdeckt. Untersuchungen vor der Karibikinsel Dominica haben gezeigt, dass die Tiere ihre Klicklaute so kombinieren, dass eine Art Alphabet gebildet und damit auch Vokale erzeugt werden. „Die Struktur der Wal-Kommunikation weist enge Parallelen zur Phonetik und Phonologie menschlicher Sprachen auf“, heißt es in einer Studie, die das Fachjournal Proceedings B veröffentlicht hat. Die Pottwale würden ihre Tonhöhe variieren und Laute verlängern oder verkürzen – ähnlich wie wir Menschen Vokale formen. Vom Muster her erinnerten die Muster an Sprachsysteme wie Mandarin oder Slowenisch, so die Forscher. (t-online.de)


2. Gendersprache

Sprachpanscherin mit neuem Gutachten

Es scheint, als bewerbe sich Prof. Ulrike Lembke erneut um die Auszeichnung als „Sprachpanscher des Jahres“. 2022 ist sie es schon einmal geworden, damals hatte sie ein langes Gefälligkeitsgutachten für die Stadt Hannover erstellt, wonach Gendern allein schon durch das Grundgesetz verpflichtend sei. Schon damals war es in den Medien belächelt worden, zumal es kurz nach einem Gutachten für die Stadt Kassel veröffentlicht wurde, das nicht im Sinne des Auftraggebers war und das die Stadt gern in der Schublade lassen wollte. Dann kam Lembke mit ihrem „Gutachten“ um die Ecke und musste Häme einstecken. Jetzt nun hat sie ein Gutachten für die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) erstellt, in dem es um „Sprachverbote“ und eine geschlechtergerechte Sprache geht. Die Pflicht zur Gleichstellung von Frauen und das Verbot zur Diskriminierung geschlechtlicher Minderheiten (Art. 3 GG) würden uneingeschränkt parallel gelten, so Lembke. Sprachverbote würden diese Pflicht unterwandern. Als Sprachverbote sieht Lembke dabei Weisungen oder Regelungen an, „welche Fragen von sprachlicher Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung repressiv regeln sollen. Geschlechterinklusive Sprachformen werden explizit verboten; Formen sprachlicher Gleichbehandlung wie sog. Beidnennung und geschlechtsneutrale Formulierungen werden irreführend als ‚geschlechter-gerechte Sprache‘ bezeichnet und ‚erlaubt‘.“ Inwieweit diese Regelungen tatsächlich dem Grundgesetz widersprechen, führt sie nicht aus, sie nimmt ihre „Erkenntnis“ als gegeben an. Andererseits billigt sie vermeintlich positive SprachGEbote an den Universitäten, die die Wissenschaftsfreiheit überhaupt erst ermöglichen würden: „Umgekehrt wäre es durchaus mit Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz vereinbar, wenn die Hochschulen einheitliche Empfehlungen zu sprachlicher Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung für alle ihre Mitglieder verbindlich machen, solange der Kernbereich der individuellen Wissenschaftsfreiheit ausgespart bleibt.“

Regelungen, die sich auf den Rat für deutsche Rechtschreibung berufen, sieht Lembke pauschal als „Sprachverbote“ an, die verfassungs- und gesetzeswidrig seien, da sie eine Anweisung zur Diskriminierung beinhalteten. „Damit werden nicht nur intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen im öffentlichen Dienst selbst diskriminiert, sondern auch eine Vielzahl von Personen, an die sich staatliches Sprachhandeln im Außenverhältnis richtet. Sprachverbote stellen daher eine Anweisung zur Diskriminierung von Schüler*innen und Studierenden, Antragsteller*innen und rechtsuchenden Bürger*innen dar“, so ihr Vorwurf. (bukof.de (PDF-Datei, Gutachten), bukof.de (PDF-Datei, Zusammenfassung))


3. Sprachspiele: Unser Deutsch

Wie spreche ich Amazon aus?

Die einen sagenamatson und sprechen es wie ein deutsches ‚z‘ aus, andere sagen amason mit weichem ‚s‘. Die einen behandeln Amazon wie ein deutsches Wort, die anderen suchen eine englische Aussprache. Es reicht aber meist nur bis zum stimmhaften englischen ‚s‘, die Vokale ‚a‘ und ‚o‘ werden deutsch gesprochen. Nur selten hört man originales {´æməzən}. Interessant ist, wer welche Variante benutzt. Der Konzern selbst bedient sich in Deutschland meist der deutschen Variante, während Deutsche mit Englisch-Praxis eine englischnahe Version vorziehen. Als sei dies bei einem Wort aus dem englischen Sprachgebiet geboten. Und sie zeigen gerne, dass sie es können. Darüber ist bisher kaum diskutiert worden. Hauptsache man wird verstanden.

Etwas kritischer wird dies in einem aktuellen Fall bewertet, dem Namen des Politikers Cem Özdemir. Die Grünen sprechen den Namen ihres erfolgreichen Parteifreundes nach türkischer Rechtschreibung mit stimmhaftem ‚s‘ aus. Sie betonen damit auch dessen familiäre türkische Herkunft. Das gilt auch für seinen Vornamen Cem, der ‚tschem‘ gesprochen wird. Unlängst sah ich sogar die deutsche Schreibung Tschem, orientiert an Tschechien, Tschibo oder Tschüss. Bei CDU-Politikern hörte ich die deutsche Variante mit der Affrikate ‚ts‘. So machen wir es in der Regel bei Namen, die uns unbekannt sind. Bei Özdemir mischt sich Politisches in die Aussprache ein. Die türkische Form wird von Parteifreunden als die Richtige, die Gebotene angemahnt. Man will die eigene Aufgeschlossenheit gegenüber Migranten hervorheben. Der Namensträger selbst sagte, es sei ihm egal.

Man kann diese Beobachtungen in einen weiteren Zusammenhang stellen: die Frage, wie wir die Namen fremder Städte und Staaten aussprechen, schreiben oder gar mit eigenen Wörtern benennen. Vergleichen wir italienisch Venezia und deutsch Venedig, dänisch København und deutsch Kopenhagen, schwedisch Sverige und deutsch Schweden. Oder umgekehrt deutsch München mit italienisch Monaco und französisch Munich. In der Sprachwissenschaft gibt es für dies Nebeneinander von Eigenbezeichnung und Fremdbezeichnung die Termini Endonym und Exonym. Bei vielen, meist größeren Städten, gibt es neben der internen Bezeichnung oft mehrere externe, mit denen ihre Nachbarn die Stadt bezeichnen. Das gilt besonders für die Staatsbezeichnungen. Für Deutschland gibt es unzählige Exonyme wie Germany, Allemagne, Tyskland, Germania. Die Exonyme können sich auf verschiedenste Weise von den entsprechenden Endonymen unterscheiden: nur in der Aussprache (vgl. Paris und London in französischer und englischer bzw. in deutscher Aussprache), in Schreibung und Aussprache (vgl. Rom und Roma) oder als Übersetzung (z. B. englisch Black Forest für Schwarzwald).

Bei ausländischen Städten haben nur die größeren aus geographischer Nachbarschaft ein Exonym wie Rom, Florenz, Venedig. Bei Barcelona ergeht es vielen wie mit Özdemir. Üblich ist die Aussprache des ‚c‘ als ‚ts‘, aber wer sich hispanophil geben möchte, versucht es mit der spanischen interdentalen Spiranz. So spreche ich den Namen Uppsala (in Erinnerung an meine Jahre in der schwedischen Universitätsstadt) manchmal nicht wie im Deutschen üblich mit Anfangsbetonung aus, sondern mit schwedischer Betonung Upp’sala, die an den Ursprung des Namens ‚an dem (Fluss) Sala‘ erinnert.

Eigene Namen für benachbarte Städte und Länder verraten oft viel über die gemeinsame Geschichte. Wer heute die polnische Stadt Wroclaw im ehemaligen Schlesien besucht, wird sie Breslau nennen. Das ist keine politische Inanspruchnahme, sondern nur ein übliches Exonym wie Venedig oder Neapel.

Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e. V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an: horst.munske@fau.de.


4. Kultur

Miserabler Hurensohn!

Elvis Presley, die Beatles, Johnny Cash – sie alle waren Deutschland auf die ein oder andere Weise verbunden und sangen einige ihrer Lieder auf Deutsch. Englisch galt musikalisch noch nicht als Lingua franca, anderssprachige Texte waren nicht ungewöhnlich. Erst später wurde Englisch die Sprache, auf der man singen „musste“, wenn man international erfolgreich sein wollte. Die Zahl der ausländischen Künstler, die Deutsch regelmäßig als Sprache für ihre Lieder nutzen, ist nicht mehr so hoch wie früher, dennoch werfen einige immer noch deutsche Zeilen in ihre Text ein. Viele davon klingen durchaus sinnvoll und passabel, andere laden eher zum Fremdschämen ein.

David Hasselhoff, der Mann mit der schönsten Brustbehaarung der Welt, – und der mit einem Lied nebenbei auch für den Fall der Mauer gesorgt hat – sang für seine weiblichen Fans „Du“: „Du bist alles, was ich habe auf der Welt / Du bist alles, was ich will“, heißt es im Kehrreim. Dua Lipa, Tochter von Balkanflüchtlingen aus dem Kosovo, ist in London zur Welt gekommen und ist sich dessen bewusst, was die Deutschen in dieser schweren Zeit für ihre Familie und ihr Land getan haben. Als englischsprachige Künstlerin hätte sie die englische Version von Nenas „99 Luftballons“ covern können – sie entschied sich jedoch für das Original. David Bowie verbrachte mehrere Jahre in Berlin, hier waren viele seiner Hits entstanden, bis zuletzt fühlte er sich der Stadt verbunden. In „Where Are We Now“ fährt er die Orte seiner vergangenen Schaffenszeit ab und webt sie in den Liedtext ein: „Sitting in the Dschungel / On Nürnberger Strasse / A man lost in time / Near KaDeWe.“

Weniger poetisch kommen Lady Gaga und Frank Zappa daher. Lady Gaga singt im Refrain ihres Liedes „Scheiße“ „Oh, oh, oh, oh, oh, without the Scheiße yeah / Oh, oh, oh, oh, oh, without the Scheiße yeah / Oh, oh, oh, oh, oh, without the Scheiße yeah / Oh, oh, oh, oh, oh.“ Frank Zappa taucht in „Stick it out“ ein in die Untiefen der Anzüglichkeiten: „Fick mich, du miserabler Hurensohn!“ Da bleiben wir doch lieber bei den Metallern von Metallica, die sich 2018 als Spaß beim Konzert in München ein bayerisches „Heimatlied“ vornahmen: „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang. Ob sie aber immer noch Rosis Nummer kennen, bleibt wohl deren Geheimnis. (welt.de (Bezahlschranke))


Kabarettist begeistert durch Sprachgebrauch

Der Bochumer Kabarettist Jochen Malmsheimer, der zuletzt in Hannover auftrat, ist insbesondere bekannt für seine Freude am „ausufernden Gebrauch der deutschen Sprache“. Seine wortreichen Anekdoten aus dem Alltag umfassen Formulierungen wie „der Estrich, auf dem der Rotwein sich ereignet“. Gemeint ist damit Nudelsalat, der bei so ziemlich jeder Feier zu finden sei. Diese Feten fänden zudem ausschließlich in „Kellerräumen von alttestamentarischer Finsternis” statt. Malmsheimer feiert die deutsche Sprache und inszeniert durch ausschweifende Poesie seine Witze. Seine sexistischen Witze, insbesondere über Frauen und ihre Körper, sorgen trotz sprachlicher Brillanz für Kritik. Bei seinem Auftritt in Hannover erntete er trotzdem Applaus. (haz.de (Bezahlschranke))


5. Berichte

Vortrag zur KI in Kassel

Die Region Kassel des VDS lud vergangene Woche zu einem Vortrag über Künstliche Intelligenz und digitale Bildbearbeitung ein. Der Kunstwissenschaftler Dr. Hans D. Baumann beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit der Entwicklung und Wirkung von Bildern und gilt als ein Pionier der digitalen Bildbearbeitung. Im Restaurant Bootshaus zeigte er den Besuchern des Stammtisches, wie die technologische Entwicklung, die visuelle Wahrnehmung und die Sprachliche Ausdruckskraft in gegenseitiger Wechselwirkung existieren. Dabei schlug er auch den Bogen zur Sprache und zeigte auf, welchen kulturellen Stellenwert sie im Rahmen einer sich schnell entwickelnden digitalen Welt einnimmt.


6. Denglisch

Das Eigenleben der Memes

Memes – kleine Bilder oder kurze Videoclips – haben längst ein Eigenleben im Internet entwickelt. Oft reichen sie als Antwort auf eine Frage oder als Kommentar auf einen Text aus, sie dienen als emotionaler Verstärker. Viele haben längst weltweiten Ruhm erreicht, wie die berühmte „Grumpy Cat“, eine Katze, die genervt in die Kamera guckt, oder der „Distracted Boyfriend“, ein Mann, der sich trotz Freundin an der Hand nach einer anderen Frau umdreht. Bei denjenigen, die sich häufig im Internet bewegen, haben sie einen hohen Erkennungswert und werden als Botschaft sofort erkannt und verstanden, sie schaffen ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl. Der Medienwissenschaftler Dr. Jan Claas van Treeck vergleicht sie mit der Schulhof-Sprache, weil sie von Außenstehenden (in diesem Fall Menschen, die nicht häufig im Internet unterwegs sind) nicht verstanden werden.

Mittlerweile seien selbst politische Statements oder Gesellschaftskritik mit Memes auszudrücken, sagt Dr. Kevin Pauliks, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg: „Zur politischen Kommunikation werden Memes genutzt, um erstmal sehr komplexe Themen in einfache Formen runterzubrechen und das ist durchaus nicht unproblematisch, weil diese Sachverhalte teilweise falsch oder verkürzt dargestellt werden.“ Oft sei die Verbindung zum Populismus nicht mehr weit, so Pauliks weiter. Das berge die Gefahr, dass Memes als Deckmantel für Hassbotschaften genutzt werden können. Ein Bild sei mit einer Doppeldeutigkeit oft aussagekräftiger und schneller erfassbar als ein ganzer Artikel. (ndr.de)


7. Buchwelt

Ausbau der Leipziger Nationalbibliothek

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat in seinen bisher rund 320 Tage dauernden Amtszeit viele Debatten ausgelöst: über politisch verortete Buchhandlungen, Gendern im Ministerium, eine Abgabe auf den Erlös von Digitalkonzernen wie Google oder Meta bei Geschäften in Europa und im März hat er wiederum viel Kritik geerntet, als er den Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zugunsten digitaler Archivierung in Frage stellte. Ist dies ein weiterer Schritt hin zum digitalen Buch in einer digitalen Welt? Denn in den Nationalbibliotheken in Frankfurt am Main und in Leipzig werden seit 1913 jeweils ein Exemplar jedes in Deutschland veröffentlichten Medienwerks sowie deutschsprachige Publikationen aus dem Ausland (gedruckt und digital) archiviert. Dazu gehören Bücher, Zeitschriften, Noten, Tonträger und Online-Publikationen.

Der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, sagte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Ich hoffe, dass man noch sehr lange mit analogen Büchern umgehen wird“. Der geplante Magazinbau am Deutschen Platz in Leipzig soll laut Nationalbibliothek der langfristigen Archivierung von etwa 35,5 Millionen Medien dienen. (deutschlandfunkkultur.de, dw.com)


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten zu verschiedenen Sprachthemen. Männer sind mitgemeint, das Gleiche gilt für andere Geschlechter. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln gelegentlich die Meinung der Redaktion wider.

Redaktion: Asma Loukili, Dorota Wilke, Stephanie Zabel

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