Junger VDS


Treffen des Jungen VDS in Bamberg

Der Junge VDS feiert 250 Jahre E.T.A. Hoffmann

Kaum eine Stadt nahm so viel Einfluss auf das umtriebige Leben des Multikünstlers E.T.A. Hoffmann, wie Bamberg. Anlässlich des 250. Jahrestages entschied sich der Junge VDS darum, sein Jahrestreffen in der UNESCO-Welterbestadt auszurichten und den „Lehr- und Marterjahren“, wie Hoffmann seine Zeit in Bamberg selbst betitelte,nachzuspüren.

Obgleich er lediglich 5 Jahre in Franken verbrachte, sind sie
weichenstellend für den Fortgang seines Lebens. In ihnen scheitert Hoffmann als Berufskünstler. Im Anschluss sollte er wieder zu seinem bürgerlichen Leben als Anwalt zurückkehren und nur noch am Wochenende künstlerisch tätig sein. Doch gerade dieser Umstand sollte einen reichen Nährboden für Ideen bieten und seinen Stil und seine
Lebensphilosphie tief beeinflussen.

Hoffmanns Lebensgeschichte bietet viele Anknüpfungspunkte für Fragen, die sich ein talentierter junger Mensch stellt. Viele der Teilnehmer des Jungen VDS selbst haben erst vor weniger Zeit ihr Abitur absolviert und finden sich konfrontiert mit großen Lebensentscheidungen. Welchem Beruf soll nachgegangen werden? Welche Träume können verwirklicht werden? Man sorgt sich vielleicht vor Traumtänzerei, lässt sich gar von Zweifeln und Ängsten treiben.

Eine Biografie, wie die Hoffmanns, ist, mit seinen Hügeln und Tälern, so unfassbar menschlich und nahbar. Sie macht Mut und bezeugt, dass der direkte Weg nicht immer der beste ist, und es manchmal gerade die Umwege sind, die einen Meister mit Charakter machen.

Im historischen Marionettentheater Bambergs konnten die Teilnehmer eine Adaption seines Werks „Der Goldne Topf“ auf kleiner Bühne schauen. Das Theater betreibt eine sogenannte „Gassenbühne“ aus dem 19. Jahrhundert. Alle Puppen, Requisiten und Effekte werden vom Theater selbst hergestellt. Die Adaption war ein Liebesbrief an den
Autor und sein Werk. Nach der Darbietung gab die Direktorin Marta Famula eine Führung hinter die Kulissen, um einen Einblick in die Arbeit mit der historischen Bühne zu geben.

Viele Erlebnisse des Autors in Bamberg finden sich in der Geschichte wieder. So auch das bekannte „bronzierte Äpfelweib“; ein Türknauf in Form einer schelmisch grinsenden Fratze. Diesen und weitere Inspirationen konnten die Mitglieder in einer thematischen Führung nachforschen

Doch nicht nur Hoffmann damals, sondern auch moderne Künstler heute inspirieren die mittelalterlichen Gassen Bambergs. In der Villa Concordia, der kleinsten staatlichen Behörde des Freistaates Bayerns, dürfen handverlesene Stipendiaten ein Jahr lang wohnen und arbeiten.
Unter dem Motto „Franz Kafka trifft E.T.A. Hoffmann“ leben aktuell Künstler aus Deutschland und Tschechien in der Villa. Die Direktorin der Villa, Nora Gomringer, öffnete dem Jungen VDS die Türen und gab Einblick in ihr Förderkonzept.

Künftig verstärkt beschäftigen wird die Villa das Thema „künstliche Intelligenz“. Die Direktorin ist besorgt, dass KI viele Berufe, insbesondere Texter verschiedener Art, obsolet machen wird. Auch der Junge VDS setzte sich beim Jahrestreffen mit der Thematik auseinander. Vorsitzender Oliver Kruse leitete eine Diskussion über „KI und kreatives Schreiben – Der Fall ins Kristall?“. Darin gingen die Mitglieder der Frage nach, in welchem Umfang KI ein nützliches Werkzeug in kreativen Prozessen sein kann und wo sie beginnt Kreativität und Stil zu schädigen. Der „Fall ins Kristall“ ist eine Metapher aus „Der Goldne Topf“. Darin wird der Protagonist in eine kristallne Flasche gesperrt, was einen Zustand absoluter Phantasielosigkeit symbolisiert. In der Diskussion brachte der Junge VDS zum Ausdruck, dass es ethische Grundsätze für die Verwendung von KI benötigte, an denen sich ein jeder selbst messen sollte. Kunst werde nämlich erst dann zur Kunst, wenn sie von Menschen geschaffen wird. Alles andere bliebe Zufall und Willkür.

Treffen des Jungen VDS in Löwen (Leuven)

In diesem Jahr traf sich der Junge VDS in der belgischen Stadt Löwen/Leuven. Die Sprache war das verbindende Element, das die jungen Mitglieder an allen Tagen vereinte. Die erste Auslandsreise des Jungen VDS bestand aus einem abwechslungsreichen Kulturprogramm, die Teilnehmer hatten zudem die Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten und die Architektur der Stadt ausgiebig zu erkunden.
Die Eröffnungsfeier am Donnerstag wurde mit einem Konzert des Pianisten Andy Houscheid eingeleitet. Ein besonderer Programmpunkt war die Besichtigung der historischen Bibliothek sowie das gemeinsame Erklimmen
des Glockenturms. Nach 289 bestiegenen Treppenstufen wurden die Teilnehmer mit einem Konzert von Luc Rombouts auf dem traditionellen Glockenspiel der Universität mit seinen 63 Glocken belohnt. Eine musikalisch talentierte Teilnehmerin bekam sogar die Gelegenheit, selbst zu spielen.
Luk Draye, Professor für Germanistik an der KU Leuven, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Die belgische Sprachordnung und der flämisch-wallonische Konflikt“. Claus Maas, Vorstandsmitglied des VDS, referierte unter dem Titel „DeutschBelgische Grenzbeziehungen – anekdotische Geschichten“. Darüber hinaus besuchten die
jungen Mitglieder die historische Parkabtei, wo sie an einer Führung teilnahmen.
Die VDS-Vorstandsmitglieder Tobias Dietzen und Oliver Kruse begleiteten ebenfalls das Wochenende und nutzten die Gelegenheit, mit den Teilnehmern über die Zukunft des Jungen VDS sowie ihre Rolle im Vereinsvorstand zu diskutieren.

Treffen des Jungen VDS in Kassel

Zwischen Grimm und Leichentuch

Kaiserwetter in Kassel – und mittendrin knapp 30 Mitglieder des Jungen VDS. Vom 23.-25. August 2024 traf sich jüngere Vereinsfreunde, um sich austauschen und weiterzubilden. Bei Musik, Museen und Miteinander.

„So viele junge Leute auf einmal habe ich schon lange nicht mehr beim VDS gesehen“, freute sich Dr. Reinhold Rieger, stellvertretender Regionalleiter der Region Kassel, als er am Abend in den Bürgerräumen Wehlheiden das junge Publikum begrüßte. Er freue sich sehr, dass auch die Jüngeren die Liebe zur Sprache nicht verlernt hätten, so Rieger. Nach Grußworten von Tobias Dietzen, dem Leiter der AG Junger VDS, und VDS-Geschäftsführer Dr. Holger Klatte ging es musikalisch weiter. Der Kasseler Sänger Konzinn (bürgerlich: Daniel Laube) präsentierte emotionale Deutsch-Rock-Texte und begeisterte durch sein gefühlvolles Gitarrenspiel. Bei Pizza und Kaltgetränken war anschließend Kennenlernen angesagt – denn neben „alten Hasen“ waren auch neue Gesichter dabei, viele von ihnen kamen als Sieger des besten Deutsch-Abis.

Mit Weg-Pizza vom Vortag ging es dann am Samstag zum traditionell-kulturellen Teil: Ein Besuch der Grimm-Welt und des Museums für Sepulkralkultur ließ die jungen VDS’ler in Welten eintauchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. In der Grimm-Welt erfuhren sie, wie weitreichend die Korrespondenz der Brüder Grimm mit ihren europäischen Kollegen war, wie lang die Arbeit am Deutschen Wörterbuch dauerte und wieviel Tinte sie während ihrer jahrzehnte langen Arbeit verbrauchten. Wer wollte, konnte durch einen pieksigen Märchenwald wandern oder sich mit einer Schimpfwortmaschine gegenseitig beleidigen. Im Sepulkralmuseum ging es um verschiedene Aspekte des Todes, des Totenkultes und der Erinnerung. Neben verschiedenen Bestattungsformen gab es auch Informationen zu Kleidungsvorschriften vergangener Zeiten, medizinischen Geräten und Traditionen rund um das Sterben.

Am späten Nachmittag berichtete Franca Bauernfeind, VDS-Mitglied und ehemalige Bundesvorsitzende des RCDS, über ihre Erfahrungen zur Debattenkultur an deutschen Universitäten. Dabei las sie auch aus ihrem Buch „Black Box Uni“ vor, in dem sie verschiedene Erlebnisse ihres Studentenlebens zusammengefasst hat: „Immer häufiger wird moralisch argumentiert, im eigenen Wertefundament. Man lässt keine Diskussion zu“, so Bauernfeind, „die Debattenkultur an Universitäten müsse wieder gelernt und angekurbelt werden.“

Die Teilnehmer des Treffens waren nach den vollgepackten Tagen zufrieden. „Es war lustig, informativ, wir haben uns sehr gut kennengelernt und es gab tolle Diskussionen“, sagte Michael Drescher. Lan Anh Ha freute sich vor allem über die Atmosphäre: „Es war locker, entspannt und familiär, man konnte sachlich mit jedem auf einer Ebene reden, fühlte sich überhaupt nicht einsam oder ausgeschlossen.“ Fürs nächste Jahr wird schon geplant.

Treffen des Jungen VDS in Kamen

2023 war für den VDS ein Jahr des Umbruchs, und das zeigte sich auch beim jährlichen Treffen des Jungen VDS. Die Geschäftsstelle des Vereins ist nach Kamen gezogen, daher fand der Tag der deutschen Sprache erstmalig auf der Hofanlage des neuen Sprachhofs statt. Auch der Junge VDS konnte sich an dem Wochenende vom 15./16. September ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen.
In diesem Jahr hat es der Junge VDS mal musikalisch angehen lassen. Statt eines tagesfüllenden Programms stand am Freitagabend erst mal Beschnuppern auf dem Programm, anschließend lud der VDS zu einem Konzert, bei dem vor allem Nachwuchs-Bands der Region zeigten, wie vielfältig ihr musikalisches Repertoire ist. Am Samstag dann fand der Tag der offenen Tür statt. Die Mitglieder des VDS lernten nicht nur die Räume der Geschäftsstelle kennen, sie konnten sich im Sütterlin-Schreiben ausprobieren, verschiedene Dialekte anhören und etwas über die Herkunft von Sprichwörtern lernen. Bei kulinarischen Spezialitäten des Ruhrgebiets (Currywurst und Pommes ;-)) kam auch die Diskussion über Sprache nicht zu kurz. Dabei wurde deutlich: Die Mitglieder des Jungen VDS sind stark an sprachlichen Themen interessiert und freuen sich über den Austausch mit Gleichaltrigen.

Sprecher der neuen Arbeitsgruppe ist Tobias Dietzen (Mainz). Wer mit der neuen Arbeitsgruppe Kontakt aufnehmen oder mitmachen möchte, einfach eine Nachricht schreiben an Rigo Ryll in der VDS-Geschäftsstelle: rigo.ryll@vds-ev.de

Treffen des Jungen VDS in Dortmund

Nach knapp zweieinhalb Jahren der Pandemie war es endlich soweit: Rund 30 Mitglieder des Jungen VDS trafen sich am 29. und 30. Juli 2022 in Dortmund. Nach einem ungezwungenen Kennenlernen am Buffet begann das Treffen mit Kabarett. Christian Hirdes an Klavier und Gitarre sowie Ludger K (Ludger Kusenberg) philosophierten über die Sprache und ihre Besonderheiten, und spätestens bei dem launigen „Lisa und ihre vier chinesischen Freundinnen: Li, Si, Tsi und Tsu“ war das Eis gebrochen, beim Lied über den namentlich nicht bekannten Ruhrgebiets-Macho wurde fleißig mitgesungen: „No Woman in Kray“.
Anschließend folgte eine kleine Diskussionsrunde mit dem Geschäftsführer des VDS, Holger Klatte, sowie dem Autor Max Haberich, dessen Buch „Gendern? Nein Danke!“ kürzlich im IFB-Verlag erschienen ist. Der Wahl-Wiener Haberich berichtete von den Gender-Zuständen an der Wiener Universität: „Da gibt es Dozenten, die stellen junge Mädchen bloß, wenn diese nicht gendern wollen und stellen sie als frauenfeindlich dar.“
Am Samstag bekamen die Mitglieder des Jungen VDS bei einer Führung durch die DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) einen Einblick in die „Geschichte der Arbeit im Ruhrgebiet“. Anschließend ging es zum Grillen in die Geschäftsstelle, die ebenfalls bei einem kleinen Rundgang vorgestellt wurde.
„Es war eine tolle, interessante Atmosphäre mit sympathischen, unterschiedlichen jungen Personen. Ich habe die vielen intellektuellen Gespräche sehr genossen und freue mich auf ein Wiedersehen“, sagte Milian Retkowski. „Es war schön, endlich zusammenzukommen“ freute sich Amanda Ryll. Und Max Haberich zog die Bilanz: „Wir haben wahrlich gelebt dieses Wochenende.“

Der Junge VDS bekommt ein eigenes Logo!

„Huch! Da ist doch was anders.“
Kaum zu übersehen: Mit diesem Hingucker kann der Junge VDS künftig nun auch bildlich den Verein kapern.
Frech? Genau! So wie unser neues Logo.

Gruppenleiter

Tobias Dietzen

jungervds@vds-ev.de

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben