Infobrief vom 26. Oktober 2026: Bitte und Danke

1. Presseschau

Bitte und Danke

Höflichkeit ist nicht altersabhängig, sondern zeigt sich in verschiedenen Lebensphasen nur anders – das sagt die Linguistin Janel Zoske in einem Interview in der FAZ. Höflichkeit sei keine feste Größe, sondern verändere sich mit der Sprache, der Gesellschaft und den kulturellen Gewohnheiten. Entscheidend sei, ob eine Ausdrucksweise zur jeweiligen Situation und zum Gegenüber passe. Das Wort „bitte“ benutzten ältere Menschen häufiger, Jüngere drückten einen Wunsch eher so aus, dass dem Gegenüber die Möglichkeit gegeben wird, „nein“ zu sagen. Statt „Gib mir bitte das Salz!“ heißt es dann eher „Kannst du mir vielleicht das Salz geben?“. Das „vielleicht“ wirke relativierend, sei aber dennoch eine höfliche Form, so Zoske: „Man schwächt die Formulierung sprachlich ab, um sie nicht als Aufforderung verstanden zu wissen. Solche Varianten sind ganz normaler Sprachwandel.“ Die Akzeptanz, dass Sprache sich verändere, nehme im Alter jedoch ab, sagt Zoske. Ältere bemerkten zwar die Unterschiede, erkennen darin aber oft fehlende Manieren.
Ein Blick ins Ausland zeige weitere Differenzen. In der Schweiz spräche man sich häufig mit dem Namen direkt an – etwas, das in Deutschland eher unüblich ist: „Es gehört in der Schweiz zum guten Ton, den Namen der Person zu verwenden, wenn man mit ihr spricht. (…) Immerhin hat der Vokativ zwei Nebeneffekte: Man kann sich Namen besser merken und ist zugewandter.“ Auch das Duzen/Siezen gehöre zu dem altersabhängigen Phänomen: Jüngere duzten sich untereinander eher, um sich „nah und solidarisch“ zu zeigen, erst mit zunehmendem Alter werde das Siezen relevanter – auch, um Respekt und Distanz auszudrücken. (faz.net (Bezahlschranke))


Gewerkschaft gegen Luxemburgisch-Pflicht

In Luxemburg wird über eine mögliche Luxemburgisch-Pflicht am Arbeitsplatz diskutiert. Anlass ist eine Petition mit dem Titel „Stärkung des Luxemburgischen als Integrationssprache“, die im Frühjahr mehr als 8.200 Unterschriften gesammelt hat und nun Gegenstand einer öffentlichen Debatte im Parlament wird. Der luxemburgische Gewerkschaftsbund OGBL spricht sich jedoch gegen eine Luxemburgisch-Pflicht am Arbeitsplatz aus. Eine solche Regelung könne insbesondere Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund sozial und beruflich ausgrenzen. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass in vielen Branchen bereits Französisch, Deutsch oder Englisch als Arbeitssprachen etabliert seien. Zudem sei es für Beschäftigte häufig schwierig, Sprachkurse zu besuchen. Zwar gebe es einen Anspruch auf Bildungsurlaub, doch organisatorische Hürden, fehlende Vertretungen und mangelnde Freistellungen durch Arbeitgeber erschwerten dessen Nutzung. Hinzu kämen lange Arbeitstage und unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten. Der OGBL fordert deshalb, das Erlernen des Luxemburgischen stärker zu fördern und zu erleichtern, es jedoch nicht zur Voraussetzung für die Aufnahme oder den Erhalt eines Arbeitsplatzes zu machen. (lessentiel.lu)


Neue Sprachstandserhebungen in Rheinland-Pfalz

„Sprache im Alltag beobachten“ (SiAb) ist ein neues Verfahren, mit dem der Sprachstand von Kindern in Rheinland-Pfalz künftig eineinhalb Jahre vor der Einschulung überprüft werden soll. Das Verfahren wird in Zusammenarbeit zwischen dem Bildungsministerium und Kindertagesstätten entwickelt. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig erklärt, dass man damit den Sprachstand aller Kinder nach einheitlichen Standards erfassen und möglichen Förderbedarf frühzeitig erkennen wolle. Anders als bei klassischen Sprachtests sollen die Fähigkeiten der Kinder in vertrauten Alltagssituationen spielerisch überprüft werden. Dazu gehören beispielsweise Rollenspiele, Bewegungsrätsel, Kartenspiele und das Klatschen von Silben. Die Erzieher beobachten dabei unter anderem, wie gut die Kinder Wörter verstehen und verwenden, Nebensätze bilden und sprachliche Laute erkennen. Die Leistungen der Kinder werden anhand eines Punktesystems auf Aufgabenkarten festgehalten. Aus der Gesamtpunktzahl lasse sich anschließend ein möglicher Förderbedarf ableiten. Das Verfahren biete mehrere Vorteile, betont auch Prof. Anja Wildemann von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), die das Projekt wissenschaftlich leitet. Es lasse sich unkompliziert in den Kita-Alltag integrieren, sodass die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung bleiben könnten. Zudem könne eine gezielte Sprachförderung unmittelbar im Anschluss beginnen. Bislang seien bis zu 300 Kitas in die Entwicklung einbezogen worden. Mit einer Änderung des Kita-Gesetzes soll die Sprachstandserhebung künftig für alle Kinder verpflichtend werden. (bildungsklick.de)


Woche für Deutsch in Belgien

Während der VDS den Tag der deutschen Sprache feiert, findet in Belgien seit 2022 die von der Deutschen Botschaft in Brüssel und weiteren Partnern, unter anderem dem Goethe-Institut, organisierte „Woche für Deutsch“ statt. Im Rahmen dieser Woche fanden landesweit zahlreiche Veranstaltungen zur Förderung der deutschen Sprache statt. An der Universität Antwerpen wurde eine Fortbildung für Deutschlehrer angeboten, die sich mit aktuellen Entwicklungen in Deutschland und Herausforderungen im Deutschunterricht beschäftigte. Die Veranstaltung des Fortbildungszentrums CNO der Universität Antwerpen stieß auf großes Interesse und war nahezu ausgebucht, berichten die Veranstalter. Auch der Pädagogik-Professor Oliver Holz von der Katholischen Universität Löwen referierte über die deutsche Geschichte und Politik seit dem Mauerfall. Sabine Merzenich vom Goethe-Institut Brüssel stellte Unterrichtsmaterialien vor, mit denen Lehrer ihren Schülern ein aktuelles und vielseitiges Bild Deutschlands vermitteln können. Dabei gehe es auch darum, über verbreitete Klischees hinauszugehen und das Interesse an der deutschen Sprache zu stärken. Die teilnehmenden Lehrer berichteten, dass viele Schüler Deutschland vor allem mit Fußball, Wurst oder dem Oktoberfest verbänden. Neben der Vermittlung neuer Unterrichtsinhalte bot die Fortbildung Gelegenheit, sich über Erfahrungen und Schwierigkeiten im Deutschunterricht auszutauschen. (brf.be)


2. Gendersprache

Goethe-Institut ohne Gendersternchen

143 Gendersternchen finden sich in der neuen Vereinssatzung des Goethe-Instituts. Darin gibt es Gender-Schmankerln wie „ein*e Abgeordnete*r“, „seiner*ihrer“ oder „Der*die Präsident*in“. Kaum vernünftig lesbar, aber ach so gendergerecht. Da sie aber noch nicht im Vereinsregister eingetragen ist, ist sie bisher auch noch nicht rechtskräftig – und das wird sie jetzt auch nicht werden. Außenminister Wadephul hatte kürzlich erst das Gender-Aus für sein Ministerium verkündet, und weil das Goethe-Institut traditionell eng mit dem Auswärtigen Amt verbandelt ist, muss es jetzt wohl oder übel mitziehen. Die Arbeit des Instituts werde „grundsätzlich neu“ aufgestellt, heißt es aus dem Ministerium. Dazu gehöre auch, dass dort die Regeln der amtlichen Rechtschreibung gelten. Gegenüber der Bild bestätigte das Institut: „Die künftige Satzung des Goethe-Instituts enthält keine Sonderzeichen.“ (bild.de (Bezahlschranke))


20 Jahre Bibel in gerechter Sprache

Die „Bibel in gerechter Sprache“ gibt es nunmehr seit 20 Jahren. Die 2006 veröffentlichte Bibelübersetzung wurde von 54 Übersetzern erarbeitet und sollte laut der Herausgeber neben dem ursprünglichen Bibeltext auch den Geschlechtern, dem christlich-jüdischen Dialog und den sozialen Verhältnissen gerecht werden. Eine Besonderheit ist der Verzicht auf die Bezeichnung Gottes als „Herr“. Stattdessen werden unter anderem Ausdrücke wie „Adonaj“, „die Lebendige“, „der Ewige“ oder „die Heilige“ verwendet. Damit solle die Vielfalt der Gottesbilder in den biblischen Urtexten zum Ausdruck kommen, erklärt Mitherausgeberin Claudia Janssen. Bei ihrer Veröffentlichung sorgte die Übersetzung für heftige Kontroversen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) riet 2007 von ihrer Verwendung ab, da sie befürchtete, dass vorgefasste Vorstellungen von Gerechtigkeit in die Texte hineingetragen würden. Inzwischen erkenne die EKD jedoch auch den Beitrag der Übersetzung zur Auseinandersetzung mit biblischen Texten an. Zum 20-jährigen Bestehen ist eine Jubiläumsausgabe mit einer Auflage von 5.000 Exemplaren erschienen. Insgesamt wurden bislang mehr als 100.000 Exemplare verkauft. (fnp.de)


Gendern und Pisa

In der Welt beschreibt der Lehrer und Autor Gerald Ehegartner die Diskrepanz beim Gendern in der Schule. Gendern widerspreche den amtlichen Rechtschreibregeln, werde aber in vielen Grundschulen dennoch genutzt. Parallel dazu wunderten sich Politik und schulische Akteure über schlechte Pisa-Ergebnisse. Dabei gehe beides Hand in Hand, so Ehegartner. Die Aufmerksamkeit liege nicht mehr bei der Lese-, sondern bei der Ideologiekompetenz: dem „korrekten“ Gendern.

Der ideologische Druck auf angehende Lehrkräfte sei schon an der Uni immens, anschließend würde er in die Schulen getragen. Obwohl der Rat für deutsche Rechtschreibung Sonderzeichen wie Sternchen und Doppelpunkte zum Gendern ablehne, würde in Unterrichtsmaterialien gegendert, teilweise erstellten Lehrer die Unterlagen dazu selbst – fernab der Rechtschreibregeln. Kinder lernten so nicht, dass grammatisch maskuline Oberbegriffe wie „Bürger“ oder „Schüler“ geschlechtsneutral seien, ihnen ginge so die Fähigkeit verloren, Informationen gleichermaßen abstrakt und schnell zu verarbeiten. Dies schwäche sie auch darin, „sprachlich vom Besonderen zu abstrahieren und das Allgemeine zu denken“. Zudem schaffe Gendern gerade für leistungsschwache Schüler und solche mit Migrationshintergrund neue Hürden, die deutsche Sprache korrekt bzw. überhaupt erst zu erlernen – und beides spiegele sich dann eben in den Pisa-Studien wider. (welt.de (Bezahlschranke))

3. Sprachspiele: Phrasen der Neuzeit

Das Genitiv-Dogma

Eines der beliebtesten Dogmen einiger Linguisten ist es, dass der Genitiv im Schwinden begriffen sei. Ich bin nicht sicher, ob man das seriös messen kann. Der Genitiv ist immer der akademisch gewandete Zwilling des Dativs gewesen. Sie haben verschiedene Spielwiesen: Der Genitiv ist Schriftsprache (elegant, wenn nicht übertrieben und Zuträger für Textwüsten), der Dativ meist gesprochene Sprache (elegant, wenn nicht grausam verpöbelnd). Jeder Genitiv lässt sich durch den Dativ ersetzen, prinzipiell, ohne Ausnahme. Auch wenn es ungewohnt ist: wegen dem Wetter / wegen des Wetters; statt dem Mittwoch, statt des Mittwochs, anhand von schlechtem Deutsch / anhand schlechten Deutsches usw. Es kann keine Rede davon sein, dass eine Präposition den Genitiv verlange; in meinem letzten Beispiel habe ich diese Regel mit einer neuen Präposition durchbrochen, aber es ginge auch: anhand schlechtem Deutsch… Es ist eine stilistische Frage.

Bei bestimmten Verben ist die Ersetzung nicht immer möglich, sie entstammen meist der gehobenen, oft weihevollen Sprache: gedenken, bedürfen, erbarmen, rühmen usw. So ist Wir gedenken der Verstorbenen umgangssprachlich ersetzbar durch Wir gedenken den Verstorbenen. Doch Ich bedarf deiner ist nicht durch bedarf dir zu ersetzen. Der Pflichtgebrauch des Genitivs ist aber sichtlich eingeschränkt. Da es eine ungeheure Inflation von akademischen Arbeiten und bürokratischen Schrifterzeugnissen gibt, nimmt auch der Genitiv gehörig zu. Und zumal in festen Wendungen. Man wird nicht drumherum kommen, Haus des Döners zu sagen, wenn es der Betriebsname ist. (Sogar im Kurzdeutsch, das prinzipiell jede Präposition meidet, heißt es dann: Wallah, bin Haus des Döners.)

In der Titelei ist fast nur der Genitiv gefragt (Der Gott des Gemetzels) und hat aufgrund seiner abstrakten Zuordnung die nötige Unschärfe, wie sie die Literatur mag. Formal ist der Genitiv gegenüber dem Dativ immer um eine Präposition kürzer und deshalb früher am Ziel. Dass der abstrakte Bezug, den der Genitiv macht, gedanklich zu schwer sei, wie man vielleicht mit Pisa behaupten könnte, ist Mutmaßung: Kinder verwurschteln gerne einfache Bezüge: Die Schwester (von) meiner Mutter mit: Meiner Mutter Schwester. Fürs Ohr schwer verdaulich aber gedanklich richtig.

Myron Hurna

Der Autor (geboren 1978) promovierte in Philosophie über das Thema moralische Normen. Er schrieb mehrere Bücher über die politische Rhetorik, besonders über die Rhetorik des Holocaustvergleichs und über die politisch korrekte Sprache (Zensur und Gutsprech). Sein neues Buch „Amoklauf am offenen Lernort“ ist bei Königshausen & Neumann erschienen.


4. Kultur

Deutsch-Pennsylvanischer Aktionstag

Im rheinland-pfälzischen Alzey feierte man in der vergangenen Woche den 20. Deutsch-Pennsylvanischen Aktionstag. Die gemeinsame Sprachgeschichte von Rheinhessen und dem US-Bundesstaat Pennsylvania stand hierbei im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wird vom Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreis (DPAK) organisiert und erinnert an die jahrhundertealten Verbindungen zwischen beiden Regionen. Seit dem 17. Jahrhundert wanderten zahlreiche Menschen aus Deutschland und der Schweiz nach Pennsylvania aus und prägten dort eine eigene Sprachvariante, das Pennsylvanisch-Deutsch, auch „Pennsylvania Dutch“ genannt. Wie der Sprachforscher Michael Werner erklärt, weise die Sprache große Ähnlichkeiten mit dem Pfälzischen auf, habe jedoch eine eigene Grammatik und einen eigenen Wortschatz entwickelt. So heißt beispielsweise der Fernseher „Guckbox“ und die Eisenbahn „Regelweg“ oder „Rilwääg“, angelehnt an das englische Wort „Railway“. Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte die Familienband „Shooflies“ aus Pennsylvania, die ihre Lieder auf Pennsylvanisch-Deutsch vortrug. Auch Schüler des Alzeyer Gymnasiums am Römerkastell beschäftigten sich mit den historischen Verbindungen zwischen Rheinhessen und Pennsylvania. (allgemeine-zeitung.de)


5. Berichte

„Auf Sprachwegen“ mit dem VDS

Mit dem neuen Veranstaltungsformat „Auf Sprachwegen“ bietet der Verein Deutsche Sprache e. V. seinen Mitgliedern und Interessierten die Möglichkeit, sich unterwegs mit Sprachthemen zu beschäftigen und diese hautnah zu erleben. Im Rahmen eintägiger Bildungsfahrten zeigen wir hierbei, wie eine Region klingt, spricht, erzählt und aussieht. Dabei verbinden wir den Besuch kulturell bedeutsamer Orte mit Vorträgen, Lesungen und Begegnungen mit Autoren, Wissenschaftlern und anderen Menschen mit besonderem Bezug zur Sprache und Geschichte einer Region. Auch kulinarisch möchten wir die Besonderheiten der jeweiligen Region kennenlernen.

Unsere erste Sprachreise führt uns am Donnerstag, dem 19. November 2026, nach Telgte und Münster. Dort begeben wir uns auf die Spuren von Günter Grass, dem Westfälischen Frieden von 1648 und dem rotwelschen Dialekt Masematte. Die Teilnahmegebühr für die Fahrt nach Telgte und Münster beträgt 80 Euro (inklusive Fahrt und Verpflegung). Wer ab Münster dazustößt, zahlt 55 Euro (inklusive Verpflegung). Weitere Fahrten in andere sprachlich und kulturell bedeutsame Regionen sind bereits in Planung.

Informationen zum Programm und zur Anmeldung befinden sich unter vds-ev.de.


6. Soziale Medien

Gendern in Thüringen

Auf Instagram spricht sich Dr. Ulli Schäfer, Landrat des Landkreises Greiz, mit deutlichen Worten gegen das Gendern aus: „Gleichberechtigung ist selbstverständlich – verständliche Sprache auch! Sprache soll Brücken bauen, keine Hürden schaffen. (…) Gleichberechtigung zeigt sich im Handeln, nicht an Sonderzeichen!“ (instagram.com/ulli.schaefer x vereindeutschesprache)


Lese-Unlust

Die Autorin Janne Jepsen zieht auf Threads ein ernüchterndes Resümee der Buchwelt: „Leider kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum man nicht liest. Es gibt so tolle Geschichten, die mein Herz erobert haben.“ Die Antworten ihrer Follower fallen unterschiedlich aus. @lektorat.zwillingsloewen gibt zu bedenken: „Heutzutage ist die Welt so schnelllebig, dass viele leider nicht mehr die Geduld haben, um sich in Ruhe auf ein Buch zu konzentrieren. Was echt schade ist. Lesen ist ein tolles Hobby, besonders um abzutauchen und dem Alltag wenigstens für einen Moment zu entkommen.“ @steffi85.s schreibt: „Ich glaube, viele haben auch echt Mühe, die Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration aufzubringen, die so ein Buch einfach erfordert.“ (threads.com/janne_jespen)


„Scheiß die Wand an!“

Auf Threads fragt der vermutlich Nicht-Deutsch-Muttersprachler Sean Ellis nach einem kurzen deutschen Wort für „das ist wohl das Verrückteste, das ich je gesehen hab, und ich liebe es!“ Die Tipps reichen von „geiler Scheiß“ über „Boah ey“ und „krass“ bis hin zu „Aaalter!“. (threads.com/seandee1974)


7. Buchwelt

KI-Vorwürfe gegen Schriftsteller

Seit Wochen wird dem kanadisch-haitianischen Autor Thélyson Orélien vorgeworfen, für seinen preisgekrönten Roman C’était ça ou mourir (Es war das oder sterben) Künstliche Intelligenz (KI) genutzt zu haben. Orélien hatte die Vorwürfe bestritten, sein kanadischer Verlag Les Éditions du Boréal hatte deswegen alle Arbeitsfassungen des Romans zusammengetragen und eine externe Partei beauftragt, diese verschiedenen Versionen zu analysieren. Dabei habe sich der Verdacht bestätigt, dass im Schreibprozess KI eingesetzt worden sei, der Umfang sei allerdings unklar, heißt es. Der Verlag hat daraufhin die Zusammenarbeit mit Orélien beendet.

Drei französische Technologieunternehmer haben sich von dem Fall jedoch inspirieren lassen und einen ersten Literaturpreis für KI-Bücher ausgelobt: Der Prix Pascal sei ein Preis für alle französischen Autoren, „ohne Vorgaben zu Nationalität oder Wohnsitz und ohne Verlag“, so die Unternehmer. Man wolle mit ihm ein Werk auszeichnen, „das gemeinsam mit einer künstlichen Intelligenz verfasst wurde und mutig genug ist, etwas zu wagen, das noch nie zuvor gelesen wurde“. Eine Jury oder ein Preisgeld seien noch nicht bekannt, bis zum 30. November könnten aber Romane eingereicht werden, heißt es. (zeit.de)


Buch zum Sportjargon

Das Handtuch werfen. Den Ball flach halten. Die Latte hoch legen. Der Sport hat für so manche Redewendung im Sprachgebrauch gesorgt. Und nicht immer blieb die Bedeutung gleich. Beim IFB Verlag Deutsche Sprache ist jetzt „Nicht ganz optimal – Über das Wortgeklingel im Sportjargon“ (18 Euro) erschienen. Klemens Weilandt beleuchtet darin die Sprache des Sports und zeigt dabei auch: Manch ein Spruch ist durchaus fragwürdig. (ifb-verlag.de, facebook.com/vereindeutschesprache)


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten zu verschiedenen Sprachthemen. Männer sind mitgemeint, das Gleiche gilt für andere Geschlechter. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln gelegentlich die Meinung der Redaktion wider.

Redaktion: Holger Klatte, Asma Loukili, Dorota Wilke, Stephanie Zabel

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