
Die deutsche Sprache ist schön, präzise und abwechslungsreich. Dennoch wird sie regelmäßig verschandelt und verhunzt – vor allem durch Denglisch und Gendersprache. Die folgenden fünf Kandidaten haben wir ausgewählt als diejenigen, die es am meisten verdient hätten, „Sprachpanscher 2026“ zu werden. Abstimmen können alle VDS-Mitglieder. Falls Sie noch kein Mitglied sind: Hier können Sie einen Antrag auf Mitgliedschaft sofort elektronisch ausfüllen.
- Bundesdeutsche Verkehrspolizei
Es gibt seit Jahren eine zeitlich begrenzte Aktion der Polizeistellen in fast allen Bundesländern, bei der gebündelt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden – erstmals 2015 als sogenannter „Blitz-Marathon“ während der Kampagne „Brems Dich – rette Leben!“ der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Ob „Blitz-Marathon“ gut ist oder nicht, darüber mag man streiten. Aber seit kurzem heißt die Aktion in allen Bundesländern „Speedweek“. Man kann es kaum fassen! Das klingt doch stark nach einer Einladung zum Rasen und Drängeln. - Miguel Berger, Deutscher Botschafer in Polen
Nahezu alles, was die Deutsche Botschaft in Warschau unter der Leitung von Botschafter Miguel Berger auf X veröffentlicht, ist entweder auf Polnisch (was ja nachvollziehbar wäre) oder aber auf Englisch. Wieso will der Botschafter seine eigenen Landsleute lieber auf Englisch erreichen statt auf Deutsch? In Polen wundert man sich jedenfalls zunehmend, welche Sprache in Deutschland die Landessprache ist. - Lars Keitel, Bürgermeister von Friedrichsdorf
Im Städtchen Friedrichsdorf (Hochtaunus) mit seinen rund 26.000 Einwohnern hat sich die Feuerwehr eine neue Satzung gegeben. Bürgermeister Keitel entschied, in dieser Satzung ausschließlich weibliche Personenbezeichnungen zu verwenden. Damit setzte er sich sogar über einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hinweg, der vorsah, die üblichen geschlechtsübergreifenden Formen zu verwenden. Genderzwang per Dekret! - Vodafone
Der Telefon- und Internetanbieter Vodafone hat vollständig auf Du umgestellt: „Hol Dir jetzt den GigaZuhause 600 Kabel Plus.“, bei Abschluss eines Telefonvertrages demonstriert man Nähe zu den Kunden: „Du zahlst bei uns erst, wenn Dein aktueller Vertrag beendet ist“. Vodafone ist nicht das einzige Unternehmen, das eine sprachliche Konvention einfach für nichtig erklärt. Aber die Qualität der Missachtung rechtfertigt eine Kandidatur als Sprachpanscher des Jahres. - Ritter Sport
Seit 1932 heißt die Schokolade des Herstellers Ritter aus Waldenbuch bei Stuttgart „Sport“, weil die Tafel damals in die Tasche einer Sportjacke passen sollte. Eine gewagte, aber ebenso erfolgreiche Namensgebung. Unter der Marke „Ritter Sport“ erscheinen dieser Tage aber Schokoladensorten, die anscheinend für einen anderen Markt gedacht sind: „Crunchy Peanut“, „Protein Crisp“, „Tropical Coconut“, „Good Vibes Cripy Choco“, „Cookie Duo“. Konnte man hier nicht einfach beim „Knusperkeks“ bleiben? „Nugat“ und „Traube-Nuss“ gibt es ja auch weiterhin.
