Infobrief vom 19. Februar 2023: Mehr als nur Füllsel

1. Presseschau

Mehr als nur Füllsel

Füllwörter bereichern die Verständigung. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) widmet einen Beitrag einer häufig vernachlässigten Wortklasse der deutschen Sprache, er nennt sie die Abtönungspartikeln. Solche auch als Modalpartikeln oder abfällig als „Füllwörter“ bezeichneten Wörter beeinflussen zwar nicht die eigentliche Aussage, aber sie können die Einstellung des Sprechers wiedergeben, und das kann für das richtige Verständnis der Aussage wichtig sein. So drückt das Füllwort „denn“ Zugewandtheit und Interesse aus (Wer bist denn du?), „doch“ lässt Zustimmung erwarten (Das ist doch klar.), „vielleicht“ verleiht einer Aussage emotionalen Schwung (Das ist vielleicht ein schöner Pullover!). Der Beitrag wirft auch einen Blick auf ähnliche modale Informationen einer Aussage in anderen Sprachen und im Schweizerischen und fordert schließlich „Mehr Anerkennung für Abtönungspartikeln.“ (srf.ch)


Deutsch lernen in Polen

Eine Dunkelziffer angenehmer Bedeutung betrifft die Deutschlerner in Polen. Das Goethe-Institut in Warschau unterstützt zahlreiche Projekte und Kampagnen zur Förderung der deutschen Sprache in Polen. Fast zwei Millionen Menschen lernen Deutsch in „institutionalisierten Lehr- und Lernvorgängen“, also mit offiziellen Prüfungsabschlüssen. Maximilian Weiß, Experte für Unterricht am Goethe-Institut in Warschau, vermutet eine höhere Dunkelziffer, denn im Freundeskreis und in gemischten Partnerschaften werde ebenfalls Deutsch gesprochen. Das Goethe-Institut arbeitet für die Sprachförderung nicht nur mit Bildungseinrichtungen zusammen, es hält neben den klassischen Sprachkursen und Prüfungen auch mediale Angebote bereit. Zu diesen Formaten zählen die sozialen Medien wie TikTok, auch die gezielte Zusammenarbeit mit neu-medialen Vorbildern (Influencern) wird gesucht, um die deutsche Sprache zu vermitteln. „Deutsche und Polen stehen einander sehr viel näher als viele glauben“, sagt Weiß. (deutschland.de)


Leichte Sprache im Alltag

Texte in Leichter Sprache sollen Menschen beim Verstehen helfen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Das luxemburgische Zentrum für Leichte Sprache, Klaro, fordert nun, auch in Alltagstexten mehr Leichte Sprache zu verwenden, etwa in komplizierten Rechnungen, bei Kennzeichnungen an Bahnhöfen, in politischen Informationen. Der Beitrag im Luxemburger Wort enthält auch knappe Definitionen von Einfacher Sprache und Leichter Sprache. (wort.lu)


2. Gendersprache

Berliner Studenten beschließen Genderpflicht

Gendern ist alternativlos an der Freien Universität. Obwohl an keiner deutschen Universität eine Pflicht zum Verwenden der Gendersprache besteht, regeln interne Studentengruppen dies auch schon autonom. Im Studentenparlament (Stupa) der Freien Universität Berlin (FU) sind die Mitglieder tatsächlich dazu verpflichtet, ihre Anträge in der sogenannten gendersensiblen Sprache einzureichen. Die Gendersprache als Kriterium für Formgerechtigkeit eines Antrags wurde vom Parlament entschieden und in die Satzung des Stupa aufgenommen. Anträge von Studenten, die dieser Vorschrift nicht genügen, werden nach einem Bericht der Berliner Zeitung gar nicht erst bearbeitet. Selbst die Verwendung von Doppelformen wie „Studentinnen und Studenten“ seien laut der neuen Satzung nicht mehr formgerecht. Antragstellern wird vorgeschlagen, sie sollten Formulierungen mit Unterstrich oder Doppelpunkt wählen, sofern sie nicht auf neutrale Begriffe wie „Studierende“ zurückgreifen. Man könne allerdings keinen Einspruch einreichen, da die Genderpflicht bereits in der Ordnung des Studentenparlaments verankert ist. In der FU seien diese Bedingungen bekannt, das Rektorat habe bisher nicht darauf reagiert. (berliner-zeitung.de, welt.de (Bezahlschranke))


Sportschau gendert weiter

Unsichtbare Frauen mitgezählt hat die ARD am vergangenen Sonntag bei der amerikanischen Super Bowl, das Meisterschaftsspiel der American-Football-Liga. In der Vorberichterstattung der ARD-Sportschau hielt die Redaktion unbeirrt an ihren Gender-Regeln fest. US-Korrespondent Jan Koch sagte laut B.Z.: „Es kämpfen einige Spielerinnen und Spieler mit Lädierungen, wie etwa Patrick Mahomes, der Quarterback der Kansas City Chiefs.“ Möglicherweise war Koch nicht aufgefallen, dass in Spielen der Liga bis zum Super Bowl auch im Jahr 2023 ausschließlich männliche Spieler auf dem Feld zu sehen sein würden. Die B.Z. erinnert an dieser Stelle daran, dass die Mehrheit der Deutschen das Gendern ablehnt, was für die Redaktion der ARD-Sportschau jedoch offenbar irrelevant sei. (bz-berlin.de)


GEW gegen Gendergegner

Lehrer möchten sprachgendern, so hat es den Eindruck. Die Hamburger Volksinitiative gegen Gendersprache in Schulen und Verwaltung stößt bei ihnen auf keine Gegenliebe. Die Lehrergewerkschaft GEW lehnt sie ab, sie setzt sich für eine geschlechtersensible Sprache ein. „Sprache hat die Kraft, gesellschaftliche Normen – wie Geschlechterrollen – zu hinterfragen und zu verändern“, so die Hamburger GEW-Vize Yvonne Heimbüchel. Das generische Maskulinum könne das nicht erreichen. Wie gendergerechte Sprache und die Sensibilisierung für Geschlechterrollen vermittelt werden könne, darüber könne und müsse diskutiert werden, sagt Hamburgs GEW-Vorsitzender Sven Quiring: „Sprachverbote, wie von der Volksinitiative gefordert, sind in jedem Fall der falsche Weg.“ (welt.de)


Gendern in österreichischen Medien

Sender mit Blick auf die Quote horchen auf. Nachdem der WDR bei einer Umfrage herausgefunden hat, dass die meisten seiner Zuschauer und Hörer kein Interesse am Gendern haben, befasst sich nun auch der ORF mit der Gender-Frage. Der Sender will eine Arbeitsgruppe beauftragen, die Richtlinien erörtern soll, außerdem soll grundsätzlich erarbeitet werden, wie man mit dem Thema zielgruppengerecht umgehen solle, sagte Generaldirektor Roland Weißmann dem Standard. Einen internen Konzernleitfaden besitzt bereits ProSiebenSat.1Puls4, so wolle man durch „diskriminierungsfreie Kommunikation“ ein „inklusives Arbeitsumfeld“ schaffen. Servus TV sagt auf Anfrage: „Es gibt keine Gender-Richtlinien im Haus. ServusTV wendet sich grundsätzlich immer an alle Zuseherinnen und Zuseher.“ (derstandard.de)


Zitatfälschung beim ZDF

Nach der Wahl in Berlin am vergangenen Sonntag interviewte das ZDF den CDU-Spitzenkandidaten Kai Wegner, kein Kandidat hatte mehr Stimmen der Wähler auf sich vereint. Im Video selbst erwähnt Wegner mehrfach „Berlinerinnen und Berliner“, in der Online-Version untertitelte das ZDF das Interview zunächst mit „Berliner*innen“. Erst nachdem in den sozialen Medien andere Nutzer auf diese falsche Darstellung hinwiesen, änderte das ZDF den Text auf den Originaltext. Brisant ist dieser Vorfall, weil der Pressekodex, eine Selbstverpflichtung der Journalisten, besagt, dass Inhalte wahrheitsgetreu wiederzugeben sind. „Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.“ (Ziffer 2). Korrekterweise handelte das ZDF dann richtig entsprechend Ziffer 3 und veröffentlichte eine Richtigstellung – die ohne ein sorgfältiges, ideologiefreies Handeln allerdings gar nicht nötig gewesen wäre. (bild.de)


3. Sprachspiele: Unser Deutsch

Kipppunkt

Das Wort taucht seit den Nullerjahren in der deutschen Presse auf und bezieht sich zumeist auf die befürchtete Klimakatastrophe. Wenn wir die Ressourcen der Erde weiter so verschwenden wie in den letzten 100 Jahren, unkontrolliert CO2 ausstoßen mit unseren Autos, unseren Heizungen, der Industrie, wenn Regenwälder vernichtet, Böden zerstört werden, dann, so ist die Prognose, wird in allernächster Zeit ein Punkt erreicht, an dem es keine Reparatur mehr gibt. Die Gletscher schmelzen, Wüsten breiten sich aus, die Meerespiegel steigen und überschwemmen ganze Inseln und Küsten. Dies zu verhindern, dafür demonstrieren die Klimaaktivisten der ‚Letzten Generation‘. Sie seien die letzten, die noch die Umkehr bewirken könnten, nach ihnen sei es vorbei.

Der Ausdruck ist wohl eine Übersetzung aus englisch tipping-point, zum Verb tip over ‚umkippen‘, ursprünglich ein Fachwort der Physik, das den Punkt beschreibt, an dem durch Hinzufügen eines Objekts ein ausbalanciertes System zusammenbricht, zum Beispiel bei der Entstehung von Lawinen in den Alpen. Eine Umkehr ist unmöglich, der point of no return erreicht. Erstmals hat Morton Grodzyn dies in einem Aufsatz über ‚Metropolic Segregation‘ (1957) zur Deutung soziologischer Phänomene adaptiert. In einem Stadtviertel begann die Abwanderung der weißen Bewohner, sobald der Zuzug der Farbigen eine bestimmte Höhe erreichte. Auch in der aktuellen Debatte um Zuwanderung und Integration ist vom Kipppunkt (oder verdeutlichend Kipp-Punkt) die Rede. Wie viele Migranten können aufgenommen, versorgt und integriert werden? Wann kippt die Bereitschaft der Bevölkerung und wann die Bereitstellung der nötigen Mittel?

Mit dem Wort ist die Idee einer Interpretation vielfältiger Phänomene in Natur und Kultur verknüpft. Und zugleich die Warnung, solche Kipppunkte nie zu erreichen, an denen unaufhaltsame Veränderungen eintreten. Zum Vergleich kann man eine ähnliche Erscheinung heranziehen: die sogenannte Wasserscheide, die Grenzlinie zwischen zwei Einzugsgebieten von Flüssen, zum Beispiel Donau und Elbe. An solcher Grenze fließt hier alles bis zum Schwarzen Meer, dort in die Nordsee. Dieser Fachbegriff der Geographie gehört in der bergigen Studentenstadt Marburg an der Lahn zur Alltagssprache. Die oberste Stelle der Reitgasse heißt Wasserscheide. Von hier fließt der Regen entweder Richtung Altstadt oder, auf der anderen Seite, zur Ketzerbach ins Tal. Die Wasserscheide ist gleichsam der Kipppunkt. Allerdings ohne den Aspekt, dass nach dem Kippen die Katastrophe droht.

Am Rande sei erwähnt, dass man das Wort nach früherer Rechtschreibung mit pp (Kippunkt) schrieb, wie Schiffahrt statt heute Schifffahrt. Das war eine ökonomische Schreibung, die auf die Aussprache Bezug nahm. Denn einen Dreifachkonsonanten kann man nicht sprechen. So hat der Versuch Rechtschreibung zu vereinfachen und zu systematisieren, zum Gegenteil geführt. Glücklicherweise konnten dauerhafte, unumkehrbare Schäden rechtzeitig umgangen oder nachträglich ausgebessert werden. Möge uns die Wasserscheide des Klimawandels, der Kipppunkt in die Katastrophe, erspart bleiben.

Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e. V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an: horst.munske@fau.de


4. Kultur

Schlager in Polen

Durch Schlager zur Sprache finden. In Polen leben fast 150.000 Menschen, die der deutschen Minderheit angehören. Immer mehr junge Menschen dieser Minderheit entdecken ihre deutschen Wurzeln auf musikalische Art und Weise. Zuzanna Herud tritt mit ihrer Blaskapelle auf und singt deutsche Texte. Vor allem bei Jugendlichen käme der deutsche Schlager gut an. In der Nachkriegszeit sei Deutsch aus dem Sprachgebrauch Oberschlesiens weitestgehend verschwunden. Die jüngeren Generationen finden ihren Weg zur deutschen Sprache nun jedoch zurück. Der Verband der deutschen Minderheit in Polen fördert die Musikbildung von Kindern und Jugendlichen seit zwei Jahren intensiver. (mdr.de)


Dialektförderung in Baden-Württemberg

Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Markus Rösler setzt sich für mehr Mundart in Schulen ein. In jüngeren Altersgruppen gehe der Dialekt zusehends verloren. Die Universität Tübingen hat im vergangenen Jahr festgestellt, dass nur noch zwischen 11 und 15,3 Prozent der Erst- und Zweitklässler Mundart beherrschen. Ein landesweiter Dachverband für Dialekte wurde von mehr als 50 Vertretern einzelner Dialektvereine, der Dialektforschung sowie Mundartkünstlern gegründet. Rösler ist hierbei der Hauptinitiator der Verbandsgründung. Dialekt sei ein Stück Heimat und kulturelle Identität und laut Rösler gebe es durch Dialektsprache keine Nachteile im Alltag. Noch vor der Sommerpause plant der Verband seine Arbeit aufzunehmen. (spiegel.de)


5. Berichte

Preis für Harald Martenstein

Der bekannte Journalist und Sprachkolumnist (und VDS-Mitglied) Harald Martenstein erhält den im Jahr 2023 erstmals vergebenen Medienpreis für Sprachkritik der Hans-Oelschläger-Stiftung und der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Martenstein habe einen „scharfen Blick auf die kleinen Dinge des Alltäglichen und die großen Fragen der Politik“, erklärt der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski in der Pressemitteilung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ersetzt die bisherigen Medienpreise für Sprachkultur und setzt die Sprachkritik als wichtigsten Schwerpunkt an, so die GfdS. (uepo.de)


Volksbegehren auch in Berlin?

Die in Hamburg gestartete Volksinitiative gegen die Gendersprache in Behörden und Schulen könnte zum Vorbild auch für andere Bundesländer werden. Die Berliner Regionalgruppe des VDS hat eine Straßenumfrage in der Hauptstadt durchgeführt. Ergebnis: Rund 70 Prozent, ob alt oder jung, sind gegen das Gendern in Briefen und amtlichen Mitteilungen. Eine weitere (ebenfalls nicht repräsentative) Umfrage der Zeitschrift Berliner Woche fragt, ob über Gendersprache auf dem Amt in einem Volksbegehren abgestimmt werden sollte: Fast 90 Prozent der Teilnehmer sind dafür. (berliner-woche.de)


6. Denglisch

Englische Redewendungen to go

Während man in der Schule den Englischlehrer bei der Textanalyse noch mit „in a nutshell“ („in einer Nussschale“ = kurzgefasst) beeindrucken konnte, ist es im Arbeitsleben etwas schwieriger. Peter Littger gibt in seiner Kolumne in der Wirtschaftswoche Tipps für ein paar einfache Floskeln, die das Arbeitsleben mit englischen Muttersprachlern erleichtern. So sei die Antwort „you’re welcome“, also „gern geschehen“ nicht mehr üblich, mittlerweile werde „not at all“ gesagt, was etwa „da nich für“ entspricht.. Und wer eine Sache nochmal ganz von vorne beginnen muss, der kündigt an: „I’ll start from scratch.“ (wiwo.de)


Fußball-Denglisch für Zweitligisten

Die Zweitliga-Mannschaft des FC St. Pauli setzt bei der Verständigung auf dem Fußballfeld auf Denglisch. Im 32-köpfigen Kader sind 18 Nationalitäten vertreten, darunter auch 10 „Fremdsprachler“, die Deutsch nicht fließend beherrschen. Der Trainer Fabian Hürzeler überbrückt diese sprachliche Barrieren mit dem Einsatz von „Fußball-Denglisch“. Dabei fallen Sätze wie „that was not a Handspiel“ oder „Jungs, mehr Druck – more pressure“. Spieler, die aus dem Ausland angeworben werden, seinen nun mal vom Marktwert deutlich günstiger. Um das Sprachenproblem auszugleichen, habe der Fußballclub bereits zwei Deutschlehrer eingestellt. Bei der Verpflichtung neuer Spieler sei Englisch mittlerweile Pflicht. Sportchef Andreas Bornemann erklärt, dass auch die deutschsprachigen Spieler des FC St. Pauli gerne Englisch sprechen, um ihre Kenntnisse zu verbessern. (abendblatt.de)


7. Soziale Medien

Seggs

Das soziale Vidoenetzwerk TikTok gilt als eine der Plattformen, die am stärksten Inhalte blockiert oder sperrt. Die Nutzer werden allerdings immer pfiffiger, wenn es darum geht, die Zensur zu umgehen. So nutzen sie sowohl in der gesprochenen Sprache als auch in den Untertiteln Codewörter, um den Zensurfiltern zu entgehen. Der Linguist Simon Meier-Vieracker erklärt im Deutschlandfunk, dass dieses zum Beispiel durch eine Verfremdung von Schriftzeichen passiert: Ein -Zeichen statt eines E sei vom Auge weiterhin als E erkennbar, störe aber unter Umständen die Algorithmen, die nach unerwünschten Wörtern suchen. Das Wort Sex ist eins dieser Wörter. Seggs geschrieben klingt es zwar gleich, könnte aber durch die Filter der Plattform schlüpfen. Dass dies von Dauer wäre, glaubt Meier-Vieracker allerdings nicht, denn die Programme, die unerwünschte Wörter suchen, würden ständig aktualisiert. (ardaudiothek.de)


8. Kommentar

Senior Project Manager (all genders)

So lautet ein Stellenangebot der Erste Digital GmbH in Wien – hier zitiert als ein Beispiel für viele. Dass Stellenangebote mit irgendwelchen Wirklichkeiten manchmal wenig zu tun haben, daran hat man sich gewöhnt. Gottseidank gibt es ja die englische Sprache, derer man sich bedient, damit sich jeder Hilfsjob zu einer höheren Leitungsfunktion umdeuten lässt. Nun aber stößt auch dieser Ausweg auf ein Hindernis, denn es muss – Englisch hin, Englisch her – auf Biegen und Brechen gegendert werden, wie steht man sonst da, so blöde? Aber wie stellt man das an in der englischen Sprache, wo sich das Gendern bereits zu nahe 100 Prozent erübrigt? Indem man die Lösung erzwingt, dann klingt sie etwa so: „Erfahrener Vorhabensleiter gesucht (sämtliche Geschlechter)“ – wobei unklar bleibt, ob es sich um biologische oder soziale Geschlechter handelt. Und was diese Lösung zum Umgang mit echten Problemen beiträgt. (Oliver Baer) (erstedigital.com)


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten zu verschiedenen Sprachthemen. Männer sind mitgemeint, das Gleiche gilt für andere Geschlechter. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln gelegentlich die Meinung der Redaktion wider.

Redaktion: Oliver Baer, Holger Klatte, Asma Loukili, Dorota Wilke, Jeanette Zangs

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