Infobrief vom 25. Mai 2026: Sprachverarbeitung unter Narkose

1. Presseschau

Sprachverarbeitung unter Narkose

Forscher des College of Medicine in Houston haben festgestellt, dass bei einer Vollnarkose ein Teil unseres Gehirns weiter aktiv bleibt. Der Hippocampus kann auch unter Narkose Grammatik und Bedeutung gesprochener Worte verarbeiten. Die Forscher hatten für den Test die Gehirnaktivität von sieben Personen aufgezeichnet, die mit dem Medikament Propofol betäubt waren, während sie zur Behandlung von Epilepsie operiert wurden. Neuartige Sonden zeichneten die Aktivitäten der Nervenzellen auf. Einigen der Probanden wurden Podcast-Ausschnitte vorgespielt. Die Sonden konnten messen, dass die Nervenzellen auf verschiedene Wortarten unterschiedlich reagierten. Ziel des Projekts ist es, bei Patienten mit schweren Hirnverletzungen diese Areale anzusprechen und mögliche Therapien – zum Beispiel für gezielten Hirnstimulationen – zu entwickeln. (t3n.de)


Sehnsucht nach dem gelben Ziegel

Ein Kommentar von Katja Scholtz in der FAZ befasst sich mit der deutschen Rechtschreibung und der Bedeutung des Dudens. So habe „das klassischste aller Nachschlagewerke (…) in vordigitaler Zeit in den meisten Haushalten so selbstverständlich zum Inventar (gehört) wie Löffel oder Stühle“, schreibt Scholtz. Aber sie macht sich Sorgen um die Zukunft des Dudens, der sich wohl ebenso im Niedergang befinde wie die deutsche Sprache selbst. Beispiele dafür: E-Mails, die mit „Moin“ oder „Hallo“ beginnen, Kurznachrichten in durchgängiger Kleinschreibung, Sprachnachrichten von der Länge ganzer Podcasts, haltlose Anglizismisierung. Scholtz findet es bewundernswert, dass Wörterbuchredaktionen oder der Rat für deutsche Rechtschreibung überhaupt die Kraft aufbrächten, sich mit „der rasant ändernden Sprache zu beschäftigen“. „Wird es sich gelohnt haben, ‚Klimakleber‘ in die neue Auflage aufzunehmen, nachdem die Letzte Generation (die sich mittlerweile Neue Generation nennt) das Festkleben im öffentlichen Raum als Haupttaktik aufgegeben hat?“, fragt sie. Alles in allem gebe ihr der „gelbe Ziegel“ Orientierung und Halt, doch sie hat Zweifel daran, dass der Duden auch weiterhin eine Autorität in Sprachdingen darstellen wird. „Vielleicht werden Zweifelsfälle in Zukunft die Norm sein.“ (faz.net (Bezahlschranke))


Fachtag zur Sprache in Erkelenz

Beim zweiten Fachtag „Sprache“ der Stadt Erkelenz stand die Frage im Mittelpunkt, wie gute Sprachbildung im Alltag von Kindertageseinrichtungen gelingen kann. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Fachschule für Sozialpädagogik organisiert und widmete sich der alltagsintegrierten Sprachförderung, der Mehrsprachigkeit und dem Vorlesen. Erziehungswissenschaftlerin Renate Zimmer betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung von Beziehungen und alltäglichen Dialogen für die Sprachentwicklung von Kindern. Anja Leist-Villis sprach über Mehrsprachigkeit in Kitas und darüber, wie sprachliche Vielfalt wertschätzend aufgegriffen werden könne. Zudem vermittelte Journalist und Sprecher René Wagner in einem Vorlesetraining theoretische Grundlagen und praktische Übungen für eine lebendige Vorlesepraxis. Begleitend präsentierten verschiedene Aussteller wie das Kommunale Integrationszentrum Kreis Heinsberg und die Firma LingoPlay Materialien und Angebote rund um Sprache und frühe Bildung, darunter Sprachspiele, Bücher sowie Ansätze der gebärdenunterstützten Kommunikation. Die Veranstaltung, die bereits zum zweiten Mal stattfand, zeige den hohen Stellenwert des Themas in der Stadtverwaltung, erklärte Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter und Personaldezernent der Stadt Erkelenz. (rp-online.de)


Proteste in Nordmazedonien

In der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje haben tausende albanische Studenten gegen eine aus ihrer Sicht drohende Schwächung der albanischen Sprache protestiert. An der Kundgebung beteiligten sich sowohl Studenten aus Nordmazedonien als auch aus dem Kosovo. Die Demonstranten forderten unter anderem den Rücktritt von Premierminister Hristijan Mickoski und Justizminister Igor Filkov. Während des Protests wurden nationale Parolen gerufen und die albanische Hymne gesungen. Laut Medienberichten nahm die mazedonische Polizei drei Studenten fest. (gazetaexpress.com)


2. Gendersprache

Abstimmung zum Gendern

Die Wolfsburger Allgemeine Zeitung führt aktuell eine Umfrage durch, in der sie die Meinung ihrer Leser zum Gendern abfragt. Viele Behörden nutzen Gendersprache, mal mit Sternchen, mal mit Doppelpunkten – und das, obwohl mehrere Studien und Umfragen zeigen, dass die Menschen das eher ablehnen. Das spaltet die Gesellschaft, denn fast jede Formulierung kann so zu einer politischen Aussage werden.

Abstimmen können Sie unter diesem Link – beim Versenden des Infobriefes waren knapp 90 % der Befragten gegen das Gendern. (waz-online.de)


3. Sprachspiele: Unser Deutsch

Quatschkopf

Wir haben so viele Wörter, die etwas deutlich sagen, was uns am Herzen liegt. Quatschkopf ist eines von ihnen. Die Bildung ist einfach. *Kopf* steht hier als pars pro toto, also metonymisch, für die ganze Person. Quatschkopf ist eine ‚Person, die dauernd quatscht‘ oder besser ‚eine Person, die zu viel quatscht‘. Quatschen ist eine umgangssprachliche Variante für ‚reden‘ mit abwertender Nuance – wahrscheinlich eine lautmalende Bildung, ähnlich wie klatschen oder patschen. „Quatsch nicht so viel“ mag man jemandem entgegnen. Parallele Bildungen zum Quatschkopf sind der Hitzkopf und der Dummkopf, auch dies keine freundlichen Benennungen.

Quatschkopf gehört meist in den alltäglichen, den familiären Umgang. Aber gerne möchte man das auch manchem unserer Politiker zurufen. Macht Gesetze bitte, und quatscht nicht so viel darüber. Müssen Amtsträger auf jede aufdringliche Frage eine freimütige Antwort geben? Die dann herumgereicht wird, als wäre sie eine Regierungserklärung und die dann anderen missfällt und Gegenattacken herausfordert. Klappe halten wäre ein guter Rat.

Einen Nachteil hat das Wort Quatschkopf. Es ist vom Genus her maskulin. Man könnte das als ‚generisch‘ einstufen, aber meist wird man doch Männer so benennen. Frauen sind selten mitgemeint. Wie aber tituliert man alle diese überklugen Journalistinnen, die sich aufgerufen fühlen, über alles zu reden, alles zu kommentieren und die auf der Grundlage ihres Allwissens Politiker zu leichtsinnigen Erklärungen verleiten? Quasselstrippe käme in Frage, wobei quasseln ein Synonym für quatschen ist, auch dies lautmalend. Ursprünglich, man kann sich kaum erinnern, eine scherzhafte Bezeichnung des Telefons, damals mit langer Schnur, später übertragen auf die ewig telefonierenden Benutzerinnen. Es fehlt jedoch der besserwisserische Aspekt. Offenbar eine Lücke im deutschen Wortschatz. Dies wäre überhaupt ein schönes Thema für eine Bachelorarbeit im Fach Feministische Linguistik: die Lücken (oder auch die Häufigkeiten) in der kritischen Benennung von Frauen und Mädchen. Und das gleiche für die Jungs. Und dann beides vergleichen. Und in Social Media verbreiten. Linguistik kann so lebensnah sein.

Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e. V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an: horst.munske@fau.de.


4. Kultur

Mehr Geld für die Sorben

Die Sorben sind eine anerkannte westslawische Minderheit, die seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz leben. Heute gibt es etwa 60.000 Sorben in Brandenburg und Sachsen. Die Stiftung für das sorbische Volk, welche sich für den Erhalt von Brauchtum, Kultur und der sorbischen Sprache einsetzt, erhält nun weiterhin finanzielle Unterstützung vom Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sowie die Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und Michael Kretschmer unterzeichneten dazu einen neuen Vertrag. Die Stiftung erhält in diesem Jahr rund 29,3 Millionen Euro, etwa fünf Millionen mehr als bisher. Bis 2030 soll die Förderung schrittweise weiter steigen. Mit dem Geld werden beispielsweise Sprachkurse, Kulturvereine, Museen, Jugendprojekte sowie das Sorbische Institut in Cottbus und Bautzen gefördert. Zudem sollen künftig verstärkt Projekte zur Digitalisierung und zur Wiederbelebung der sorbischen Sprache unterstützt werden. (rbb24.de)

5. Berichte

Sprachpanscher 2026 gesucht

Die deutsche Sprache ist schön, präzise und abwechslungsreich. Dennoch wird sie regelmäßig verschandelt und verhunzt – vor allem durch Denglisch und Gendersprache. Aus vielen Vorschlägen hat der VDS auch dieses Jahr wieder eine Liste von Unternehmen, Einzelpersonen in hohen Positionen und öffentlichen Einrichtungen zusammengestellt, die sich besonders wenig um gute Kommunikation auf Deutsch bemüht haben. „Man will sich offenbar entweder anbiedern oder so sprechen, dass man absichtlich nicht von allen verstanden wird“, sagt Prof. Walter Krämer, Vorsitzender des VDS, „dabei sollte gerade den diesjährigen Kandidaten am Herzen liegen, dass ihre Mitteilungen korrekt beim Empfänger ankommen.“ Mit dem Negativpreis „Sprachpanscher“ sollen diese Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Einzelpersonen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Sprache sensibilisiert werden. Abstimmen können alle 37.000 Mitglieder des VDS – entweder über die VDS-Netzseite oder per Wahlzettel mit der Post – bis zum 15. August 2026. (vds-ev.de, vds-ev.de)


KI und Wittgenstein in der VDS-Akademie

Die Angebote der VDS-Akademie werden ab diesem Sommer fortgesetzt. Am 20. Juni widmet sich Dr. Achim Sohns, Regionalleiter der Region Hannover, im Rahmen eines Tagesseminars der Frage: „Ist Künstliche Intelligenz böse?“ Die Veranstaltung kann sowohl in Präsenz auf dem Sprachhof in Kamen als auch online besucht werden. Gemeinsam mit interessierten Sprachfreunden möchte Dr. Sohns einen Überblick darüber geben, was Künstliche Intelligenz ist, was sie leisten kann und wie verschiedene, überwiegend zeitgenössische Denker diese Entwicklung einordnen. Philosophische Vorkenntnisse sind hierfür nicht erforderlich. Bereits am darauffolgenden Tag, dem 21. Juni, folgt ein weiteres Tagesseminar zur Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins, ebenfalls unter der Leitung von Dr. Achim Sohns.

Das Angebot der VDS-Akademie wird fortlaufend erweitert. Nähere Informationen zu den Seminaren sowie zur Anmeldung finden Sie auf der Netzseite des VDS unter: vds-ev.de.


Deutsch als Wissenschaftssprache

Ein englischsprachiges (und automatisch auf Deutsch übersetztes) Video auf einer Sprachlernplattform erinnert daran, dass Deutsch einst die führende Wissenschaftssprache der Welt war. Zentrale Erkenntnisse der Neuzeit – von Einsteins Relativitätstheorie über die Quantenmechanik bis zur Psychoanalyse – erschienen ursprünglich auf Deutsch. Wer im 19. und frühen 20. Jahrhundert ernsthaft wissenschaftlich arbeiten wollte, musste Deutsch beherrschen.

Besonders hervorgehoben wird die Rolle der deutschen Universitäten. Mit dem von Wilhelm von Humboldt geprägten Modell der Forschungsuniversität entstanden Labor, Seminarbetrieb und der Doktortitel (PhD) in ihrer modernen Form. Internationale Hochschulen übernahmen dieses System – und schickten ihre besten Studenten zur Ausbildung nach Deutschland.

Der Niedergang des Deutschen als Wissenschaftssprache begann bereits mit dem Ersten Weltkrieg und erreichte seinen Höhepunkt nach 1933. Durch die Vertreibung jüdischer und regimekritischer Wissenschaftler verloren Deutschland und der deutsche Sprachraum zahlreiche Forscher an die USA und andere Länder. Mit diesen Wissenschaftlern wanderten auch Forschungsnetzwerke, Institutionen und Veröffentlichungen ins Englische ab.

Die These des Beitrags lautet: Englisch setzte sich nicht deshalb als Wissenschaftssprache durch, weil es „besser“ geeignet war, sondern weil die maßgeblichen Forscher und Einrichtungen ins englischsprachige Ausland wechselten. (youtube.com/Airlearn Language Show)


6. (D)englisch

Mit 98 Jahren Englisch lernen

Dass man niemals zu alt ist, um eine neue Sprache zu lernen, beweist Ingeborg Richter aus Bremen. Mit 98 Jahren besucht sie seit rund zwei Jahren jede Woche einen Englischkurs an der Volkshochschule in Bremen. Im Kurs frischt die Bremerin ihre Englischkenntnisse auf, da sie bereits während ihrer Schulzeit im hessischen Bad Nauheim Berührungspunkte mit der Sprache hatte. Zuletzt konnte sie die neuen Sprachkenntnisse im Kroatienurlaub anwenden. Ihre Englischlehrerin, Kordula Schaller-Jones, bestätigt, dass Richter die älteste Teilnehmerin sei, die sie je unterrichtet habe. Neben den eigentlichen Kursinhalten schätzt Richter insbesondere die angenehme Atmosphäre und das Miteinander. Das Lernen nehme sie aber durchaus ernst. Sie übe zuhause weiter, damit „der Kopf noch lange mitmacht“. Auch die Weltgesundheitsorganisation rät zum lebenslangen Lernen, um kognitiven Abbau und Demenz vorzubeugen. (butenunbinnen.de)


7. Soziale Medien

Boomer-Wort gesucht!

Das Jugendwort des Jahres ist ein alter Hut – seit zwei Jahren sucht der TikToker Levi Penell das „Boomer-Wort“ des Jahres. Das Wort soll ein typischer Begriff sein, der von älteren Menschen ganz selbstverständlich genutzt wird. Die ersten beiden Boomer-Wörter waren „Sportsfreund“ und „Baujahr“ (statt Geburtsjahr). Penell sieht seine Spaß-Wahl als „satirische Antwort auf das Jugendwort des Jahres“, denn hierbei bekäme man das Gefühl, dass Boomer jungen Menschen erklären wollten, was Jugendsprache ist – und das, obwohl die Wörter teilweise nicht mal von Jugendlichen aktiv genutzt würden. Seine Fans können in den Kommentaren Vorschläge machen, unter denen mit den meisten Stimmen lässt er dann endgültig abstimmen. Aktuell sind unter anderem „Rotzlöffel“, „Mumpitz“ und „Göttergatte“ im Rennen. (berlin.t-online.de)


8. Buchwelt

Jonathan Haidt: Erst kommt die Moral …

Nicht alle Bücher, die einen interessieren, kann man gleich selber lesen. Ich möchte deshalb heute eine Art Sekundärbesprechung beisteuern und Sie auf eine Rezension des Philosophen und Publizisten Alexander Grau aufmerksam machen. Er hat sich im Cicero 05/26 (S. 112) mit der gerade erschienenen Übersetzung des Werks (2012) des amerikanische Sozialpsychologen Jonathan Haidt auseinandergesetzt. Folgt man dessen Thesen, wird auch ein wenig klarer, weshalb der Verein Deutsche Sprache nicht den überwältigenden sprachpolitischen Erfolg in unserer Gesellschaft verbuchen konnte, den sich seine Gründer vermutlich damals (1997) gewünscht hätten.

Mich überzeugt Haidts entscheidender Punkt: Der Mensch sitzt einem falschen Selbstbild auf, wenn er glaubt, er sei bei seinen politischen Überzeugungen und Handlungen wesentlich durch seine Ratio bestimmt. Dies wollten uns die Philosophen der Aufklärung „verklickern“. Moralische Vorprägungen, sozusagen sein moralischer Geschmack, bestimmen maßgeblich, was er denkt und tut. Rationalität dient demgegenüber eher als rhetorisches Stilmittel, sich im Nachhinein eine vernünftige Optik anzuschminken. Handlungsbestimmend bleibt der beherrschende Wunsch, mit jener Gruppe, der er sich zugehörig fühlt, in Übereinstimmung zu leben, also konform zu sein. Dieses Bestreben kann sogar soweit führen, dass man Dinge (mit)tut, die man früher für verabscheuungswürdig, ja als kriminell angesehen hat. Die durch das konforme gemeinsame Verhalten gestiftete Bindung ist für das Selbstgefühl bedeutsamer als irgendwelche abstrakt gebliebenen Normen.

So konnten wir als VDS hundertmal öffentlich erklären, public viewing sei im Amerikanischen eine öffentliche Leichenschau. Wer das überwältigende Erlebnis eines Fußballerfolges der Nationalmannschaft einmal unter diesem starken Motto genossen hatte, wollte es sich nicht nehmen lassen von Sprachschützern, die offensichtlich den Blick rückwärts wandten. Diese psychologische Mechanik treibt ja nicht zuletzt auch Ideologien und Gewaltherrschaften an.

Jonathan Haidt. Die Macht der Moral. Rowohlt, Hamburg 2026. 480 Seiten. 28 €

(Dr. Kurt Gawlitta, Berlin). Schauen Sie auch mal, was bei uns so passiert: ifb-verlag.de.


Bücher schreiben mit KI?

Auf einer Podiumsdiskussion hat die polnische Nobelpreisträgerin für Literatur, Olga Tokarczuk, gesagt, dass sie für ihren letzten Roman Hilfe der Künstlichen Intelligenz (KI) in Anspruch genommen habe, um ihre Figuren auszuarbeiten. Der mediale Aufschrei in der Literatur-Welt war groß: Sollen etwa ganze Teile des Romans mit KI geschrieben worden sein? Tokarczuk sah sich zu einer Richtigstellung veranlasst. Zwar nutze sie KI als Recherchewerkzeug, doch sei keiner ihrer Texte mithilfe künstlicher Intelligenz geschrieben worden, teilte sie auf der US-amerikanischen Internetseite „Literary Hub“ mit. KI stelle den menschlichen Genie-Begriff infrage, schreibt der Spiegel. Menschliche Kreativität sei auch immer der Ausdruck der technischen Möglichkeiten ihrer Zeit, aber die Zuhilfenahme dieser Hilfsmittel sollte benannt werden, sonst bestünde schnell der Verdacht des Plagiats oder der künstlerischen Anmaßung. (mycompanypolska.pl, spiegel.de)


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten zu verschiedenen Sprachthemen. Männer sind mitgemeint, das Gleiche gilt für andere Geschlechter. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln gelegentlich die Meinung der Redaktion wider.

Redaktion: Holger Klatte, Asma Loukili, Dorota Wilke, Stephanie Zabel

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