Infobrief vom 17. Juli 2021: Nie wieder Schwarzfahrer

1. Presseschau

Nie wieder Schwarzfahrer

Wer ohne Fahrschein in den Bus steigt, gilt im Volksmund, in der Werbung, in den Medien, jedoch eher nicht in den Beförderungsbestimmungen öffentlicher Verkehrsbetriebe, als Schwarzfahrer. Dieses Wort soll aus dem Sprachgebrauch verschwinden, berichten die WELT und andere Nachrichtenportale. Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat bereits Plakate entfernt, welche die Wörter Schwarzfahrer oder schwarzfahren enthielten. Und in Nürnberg werde künftig die Bezeichnung „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“ verwendet. Immer mehr Verkehrsbetriebe landesweit schließen sich dieser Entscheidung an, nun auch Hamburg und Hannover. Gleiches betont eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe. Zwar habe Schwarzfahren keinen rassistischen Hintergrund, erwecke jedoch eine negativ besetzte Gedankenverknüpfung, weshalb die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) diese weitreichende Änderung begrüße. Der Sprecher der Initiative, Tahir Della, erklärt, dass es sinnvoll sei, den Begriff aus dem Sprachgebrauch zu entfernen, da ansonsten schwarz für etwas Kriminelles oder Negatives stehe. Die Empfindlichkeit gegenüber diskriminierender Sprache sei gestiegen und es werde Wert auf eine zeitgemäße Kommunikation gelegt, sagt die Münchner Verkehrsgesellschaft. (welt.de, rtl.de, krone.at)


Wörter zu tilgen genügt nicht

Ganz Narrative müssen verschwinden. Im Diskussionsformat Streitkultur des Deutschlandfunks behauptet die Pädagogin Christiane Kassama, die deutsche Sprache sei rassistisch geprägt, und es bedürfe einer Änderung dieses Zustands. Sprachwissenschaftler Thomas Niehr warnte während der Diskussion jedoch vor Verboten und betonte, Tabus müssen sogar ausdrücklich und öffentlich diskutiert werden, um Entscheidungen zu ermöglichen, welche Äußerungen vertretbar seien. Kassama und Niehr verwiesen beide darauf, dass der Blick auf einzelne Wörter nicht ausreiche, sondern rassistische Narrative kritisch behandelt werden müssen. Als Beispiel nennt Kassama das Kinderbuch Pippi im Taka-Tuka Land von Astrid Lindgren. Zwar werde Pippis Vater nun Südseekönig anstatt Negerkönig, wie es in der Originalfassung zu lesen war, genannt, jedoch bleibe laut Kassama eine kolonialistische Perspektive weiterhin vertreten. Der Sprachwissenschaftler Niehr plädierte dafür, dass man solche Geschichten als historische Dokumente betrachten solle. Den Kindern sei zu erklären, „dass die heutige Sichtweise eine andere“ sei. (deutschlandfunk.de)


Bedeutungswandel bei Aktivisten

Mit dem Begriff Aktivisten meint man engagierte Menschen, die für ihre Überzeugungen einstehen und bereit sind öffentlich zu handeln. Der Blick in die Rechtsgeschichte zeigt, dass der Begriff Aktivisten zunächst negativ konnotiert war. Erstmalig verwendete der Bundesgerichtshof den Begriff in einem Urteil vom 15.12.1951. Der Kläger war in dem Rechtsstreit ein kaufmännischer Angestellter, der zuvor entlassen wurde und nun keine Invalidenrente erhielt. Das entscheidende Detail hierbei war jedoch die Tatsache, dass er durch eine Anweisung der britischen Militärregierung im März 1946 gekündigt wurde, denn er sei ein „nationalsozialistischer Aktivist“. Es folgten weitere Fälle, in denen Anhänger des nationalsozialistischen Regimes als Aktivisten bezeichnet wurden. Diese Begriffsbestimmung wurde durch die deutschen Gerichte in den 50er Jahren übernommen. Es handelte sich um einen Rechtsbegriff der alliierten Gesetzgeber. Der gegenwärtige Sprachgebrauch lässt diese Begriffsgeschichte jedoch nicht mehr erahnen. Aktivisten gelten heutzutage als Personen, die sich zu sozialen, ökologischen oder politischen Zielen bekennen. Der Autor des Artikels, Martin Rath, betont jedoch: Um als Aktivist zu gelten, genüge bereits „das Bekenntnis zur jeweiligen Sache, verbunden mit mehr oder weniger ausgeprägter Bereitschaft zur öffentlichen Tat“, dazu bedürfe es nicht einmal eines Mitgliedsausweises oder sich in den Vorstand eines Vereins zum „Kampf für das Gute und gegen das Böse“ wählen zu lassen. Schon der Wunsch, sich formal allzu verantwortlich zu organisieren, widerspreche sogar dem Status als Aktivist. Am Aktivisten heutiger Prägung falle die mangelnde Bereitschaft auf, „sich auf Dauer in die Pflicht nehmen zu lassen“. (lto.de)


Babos wählen Jugendwort des Jahres

„Yo Yo, ihr Babos! Checkt das mal out. Langenscheidt ist lit und sucht 1 Jugendwort des Jahres. Sheesh! Also chillig abstimmen und wyld sein.“

Hier die Übersetzung für Nicht-Babos: Langenscheid sucht wieder das Jugendwort des Jahres. Begriffe können frei eingegeben werden, aber: „Keine Faxen bei den Wortvorschlägen! Krasse Beschimpfungen fliegen direkt raus.“ Bis Anfang August werden alle vorgeschlagenen Wörter gesammelt, danach wird eine Liste mit den zehn meistgenannten erstellt, aus denen drei für die Endabstimmung ermittelt werden. Diese stehen anschließend für die Abstimmung zur Wahl. Am 25. Oktober schließlich wird das Jugendwort 2021 verkündet. (langenscheidt.com)


Lufthansa schafft „Damen und Herren“ ab

Die Lufthansa hat sich und ihren Tochterunternehmen (u. a. Swiss und Eurowings) die vermeintlich gendergerechte Sprache verordnet. „Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen an Bord“ soll es nicht mehr geben. Stattdessen soll, je nach Tageszeit, zum Beispiel „Herzlich willkommen“ oder „Liebe Gäste“ gesagt werden. „Uns ist es wichtig, dass wir in unserer Ansprache alle berücksichtigen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Entscheidung, welche genutzt wird, liege beim jeweiligen Kabinen-Chef. Die „alten“ Ansagen seien nicht verboten, auch müsse niemand disziplinarische Maßnahmen befürchten, wenn er sie doch noch verwendet, hieß es in einer erweiterten Stellungnahme. In den sozialen Medien kursieren Alternativideen, darunter „Tach!“ und „Moin!“ (zeit.de, bild.de)


Grüne und das Gender-Deutsch

Das Programm der Grünen ist mit Sternchen durchgegendert. Das ganze Programm? Nein – Teile sind unangetastet geblieben, schreibt der Linguist Horst Haider Munske in der Welt. Von Ärzt*innen, Bürger*innen und selbst von Bäuer*innen ist die Rede, ungeachtet der falschen Wortbestandteile, die dadurch teilweise entstehen (Ärzt, Bäuer). Selbst eher seltene Wörter wie Experten, Tarifpartner und Impulsgeber bekommen ein Sternchen verpasst, obwohl sie nicht speziell Frauen im Blick haben. „Es entsteht der Eindruck, dass sie alle aus dem deutschen Wortschatz verdrängt werden sollen“, so Munske. Absurd wird es im Parteiprogramm, wenn es um den Islam geht – denn hier werden nicht nur Muslim*innen genannt, sondern auch Imam*innen – damit „reformieren die Grünen das patriarchalische System des Islam“, bemerkt Munske süffisant. Bei „Juden“ hingegen werde nicht gegendert, ebenso bei „Christen“. Von „Jüdinnen und Juden“ sowie „Judenhass“ und „Judenfeindlichkeit“ ist die Rede. Das weibliche *innen ersetzt die generischen Formen; es solle wohl keine Soldaten, Ärzte oder Kunden mehr geben, sondern nur noch Soldat*innen, Ärzt*innen und Kund*innen. Bei zusammengesetzten Wörtern würde ebenfalls gegendert, obwohl beispielsweise das Wort „Kongress“ in „Ärztekongress“ alle Ärzte „neutralisiert“. Das Geschlecht ist unwichtig, durch „Ärzt*innenkongress“ „verlassen die Grünen das System der deutschen Grammatik“. Aber auch ideologisch hätte das Grünen-Programm einiges zu bieten, so Munske: Alleinerziehende heißen jetzt Ein-Eltern-Familien, auch Zwei-Mütter-Familien gibt es. „Die Grünen meinen es ernst mit dem radikalen Gendern. (…) Sie scheren sich nicht um die Bedenken des Rats für deutsche Rechtschreibung. Sie fragen nicht nach Vorlesbarkeit, nach Verständlichkeit, nach den Regeln der Grammatik und nach der Tradition der Sprache.“ (welt.de, hinter Bezahlschranke)


Auf Kosten der Gesellschaft

Die Gendersprache schade der gesamten Gesellschaft. Dieser Ansicht ist der Journalist Alexander Kissler in einem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung. Es sei problematisch, wenn öffentliche Institutionen wie Universitäten oder Stadtverwaltungen sich an verpflichtenden Gender-Leitfäden versuchten. Denn die sogenannte geschlechtergerechte Sprache „schwächt (…) den sozialen Zusammenhalt, lässt den Ausdruck verkümmern und beschneidet die Freiheit“, konstatiert Kissler. Natürlich dürften private Betriebe und auch jeder Mensch sich so ausdrücken wie er wolle. Schließlich wäre ein „Verbot der Gendersprache (…) ebenso illiberal, wie es der direkte oder indirekte Zwang zum Gendern ist.“ Anders sei der Fall gelagert bei staatlichen Akteuren, diese müssten im Interesse ihrer Bürger handeln und ihr „allgemeines Mandat nicht für weltanschauliche Partikularinteressen zweckentfremden“, mahnt der Autor. Dabei sei die Gendersprache dem allgemeinen Sprachverständnis fast diametral entgegengesetzt. In städtischen Leitfäden, zum Beispiel der Stadt Bonn, sei eine Sprache entstanden, „die dem Verständnis im Weg steht.“ Auch die Vorgaben an Universitäten und der Sprachgebrauch in den öffentlich-rechtlichen Medien führten zu einer Verarmung des sprachlichen Ausdrucks. Man müsse sich in seiner Sprache schon fast beobachtet fühlen, denn durch die Gendersprache werde das „Gegenüber (…) zur Karikatur des misstrauischen Onkels mit Monokel, dem man es nie recht machen kann.“ Das eigentliche Ziel der Gendersprache – verschiedene Identitäten und Gruppen sichtbar zu machen – werde nicht erreicht, denn: „Im generischen Maskulinum waren alle gemeint – jetzt ist jeder ausgeschlossen, auf den nicht durch Platzhalter hingewiesen wird.“ (nzz.ch)

2. Unser Deutsch

Alle und jeder

Zum Stein des Anstoßes feministischer Sprachkritik gehört der Gebrauch des Indefinitpronomens jeder/jede/jedes. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – sind nur Männer und Jungs gemeint? „Jeder ist willkommen, der 10 Euro Eintritt zahlt“ – für Frauen umsonst? Es geht auch hier um das generische Maskulinum, das heißt um den geschlechtsübergreifenden, den inklusiven Gebrauch des Pronomens. In den meisten Fällen klärt sich das Gemeinte durch den Kontext oder das Vorwissen. Das Sprichwort lässt sich nicht gendern, es hat seine feste Form.

Gleichwohl bleiben Fälle, in der zwei Lesarten möglich sind, eine generische und eine spezifisch-geschlechtsbezogene. „Jeder hat vor Gericht das Recht auf eine anwaltliche Vertretung“. Wer hier mutwillig danach fragt, ob auch weibliche Angeklagte gemeint sind, wird sie vermissen. In dieser Situation geben manche Gender-Empfehlungen den Rat, auf alle auszuweichen. Statt jeder Studierende besser alle Studierende, statt jeder/jede Angestellte lieber alle Angestellten. Das funktioniert allerdings nur, wenn es eine geschlechtsneutrale Personenbezeichnung gibt wie bei den Angestellten und den Studierenden. In folgendem Fall funktioniert es nicht: Jeder Arzt – alle Ärzte wäre keine Verbesserung.

Es bleibt also abzuwägen, wo alle für jeden austauschbar ist. Dazu muss man zunächst erkunden, ob die beiden Indefinitpronomina alle und jeder überhaupt semantisch gleich sind. Dazu befragen wir Grammatiken und Wörterbücher und machen Tests der Umwandlung. Die Linguisten sind sich in der Sache einig, unterscheiden sich aber in der Fachterminologie. So ersetzen einige die farblose Bezeichnung ‚Indefinitpronomen‘ durch den neuen Terminus ‚Quantoren‘, weil es bei alle, jeder, einige, manche, keine ums Zählen geht. Die Duden-Grammatik erklärt den Bedeutungsunterschied etwas umständlich: „Mit all wird zusammenfassend eine Menge von Wesen, Dingen usw. bezeichnet, … die im Plural alle Exemplare einer gegliederten Menge ohne notwendigen Bezug auf jedes einzelne Exemplar erfasst. Mit jeder werden dieselben Dinge vereinzelnd, als Einzelne bezeichnet.“ Das neu bearbeitete Deutsche Wörterbuch von Herman Paul sagt es kurz und knapp: jeder bezeichnet ‚jeden einzelnen einer (beliebigen) Gesamtheit‘, all hingegen ‚die Gesamtheit (beim Plural) oder die Vollständigkeit (beim Singular)‘. Alle Vögel sind schon da – hier ist die Gesamtheit gemeint, jeder Vogel hat eine eigene Stimme – hier sind die einzelnen Vögel gemeint. In diesen Sätzen sind all und jeder nicht austauschbar. Prüfen wir andere Fälle!

Das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS) bringt viele hundert weitere Beispiele. Das zeigt zweierlei: In den allermeisten Fällen geht es gar nicht um Personen wie jeder Schüler, jeder Verkäufer und so weiter, sondern um Sätze wie jeder Zug hat heute Verspätung, jedes Jahr ist das Wetter anders, nach jedem Auftritt gab es großen Applaus. Sehr deutlich tritt hier die spezifische Bedeutung von jeder/jede/jedes hervor, der Bezug auf etwas Einzelnes im Gegensatz zur Gesamtheit. Daraus folgt, dass ein genereller Ersatz von jeder bei Personenbezeichnungen durch all garnicht möglich ist. Eine solche Empfehlung ist einfach falsch. Sie führt zur Beseitigung eines wichtigen semantischen Unterschieds. Nur selten ist der Unterschied der beiden Pronomina irrelevant. Dies muss man in jedem Einzelfall herausfinden. Jeder ist anders, nicht alle sind gleich.

Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e.V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an: horst.munske@fau.de


3. Kultur

Akademie für Sprache und Dichtung an neuer Wirkungsstätte

Der Akademie für Sprache und Dichtung steht ein Umzug bevor. Die Akademie wird im Haus Olbrich auf der Darmstädter Mathildenhöhe ihre neue Heimat finden. Der alte Sitz, das Haus Glückert, ebenfalls auf der Mathildenhöhe gelegen, werde nun saniert und der Akademie nach Abschluss der Arbeiten zusätzlich zur Verfügung gestellt. Von der Akademie für Sprache und Dichtung wird unter anderem der mit 50.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis verliehen, der als einer der wichtigsten Literaturpreise gilt. Die Mathildenhöhe in Darmstadt mit ihren baulichen Ensembles genießt Weltruf. „Mit dem Abschluss der Sanierung des Hauses Olbrich gehen wir (…) einen weiteren wichtigen Schritt“, so der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch. (sueddeutsche.de)


WDR-Buchtipps vor dem Aus

Literatur scheint bei den Öffentlich-Rechtlichen keine Freunde zu haben. Nachdem der NDR sein „Bücherjournal“ eingestellt hatte und andere Sender Literaturtipps deutlich gekürzt haben, will der WDR laut Informationen der Süddeutschen Zeitung Christine Westermanns „Buchtipps“ ebenfalls von der Antenne nehmen. Man wolle auch andere Milieus für sich gewinnen, heißt es zur Begründung. Klassische Rezensionen sollen durch dialogische Formen ersetzt werden, zum Beispiel durch Expertengepräche. Beachtlich und bedenklich zugleich ist diese Entwicklung, weil Westermann für ihre Buchtipps pro Monat gerade mal 5 Minuten im Programm eingenommen hat (im Rahmen der Sendung Frau-TV). Dazu empfahl sie oft Bücher abseits der Bestsellerlisten, die sowieso überall vorgestellt werden. (sueddeutsche.de)


Datenbank bayerischer Dialekte

Eine neue Datenbank vereint erstmals digital alle Dialekte Bayerns. Auf bdo.badw.de können einzelne Wörter recherchiert werden, dazu gibt es Informationen zu den verschiedenen Bedeutungen eines Wortes. Auch Unterschiede des Schwäbischen, Bairischen und Fränkischen werden aufgezeigt. Teilweise gibt es Verweise zu längeren Bedeutungs- und Herkunftsartikeln. Die Datenbank ist im Moment noch in der Testphase, sie richtet sich explizit nicht nur an die Fachwissenschaft, sondern auch an das allgemeine Publikum. (bwb.badw.de, PDF-Datei)


4. Denglisch

Let’s make some sports

Wenn man mit englischen Redewendungen und Begriffen um sich wirft, dann kann man sich schnell einmal vertun. Gerade im Bereich des Sports, zumal auf dem grünen Rasen, wimmelt es vor sprachlichen Fouls. Der Journalist und Medienkritiker Peter Littger, widmet sich in einer Kolumne für die Wirtschaftswoche den Fallstricken der Sport-Anglizismen.

Hier komme es häufig zu Missverständnissen. Ein Beispiel sei „Sport machen“. Im Englischen bezeichne „doing/making sport“ ausschließlich Wettkampfsport. Kein Sport, den man für und mit sich selbst macht, werde auf Englisch „sport“ genannt. Da müsse man von „exercises, work out oder konkret jogging, yoga“ sprechen. Auch die Konstruktion mit den Verben „to do“ und „to make“, sollte man sich „im Zusammenhang mit Sport abtrainieren“, so Littger. „To make sport“ sei dabei schlicht und ergreifend „denglischer Humbug, den niemand sagt“. Sprachbildungen mit „to do“ könnten mitunter missverstanden werden, „weil es in manchen Fällen zweideutig ist und als sexuelle Anspielung“ aufgefasst werden könne, erklärt der Autor. Auch bei Begriffen wie „Home Trainer“ oder „Cycle Training“ sei Vorsicht angezeigt, denn diese „sind pseudoenglisch“. Die korrekten Entsprechungen seien „exercise bike“ und „circuit training“. Noch mehr sprachliches Vorwissen benötige man etwa beim Fußball. Viele sprachliche Finessen wurden in die Sprache des Geschäftslebens aufgenommen, zum Beispiel die Begriffe „to be on the ball, a game changer, to move the goalposts.“ – lesenswert für sich nicht blamieren Wollende.


5. Termine

Mittwoch, 21. Juli, Region 97 (Würzburg)
Mitgliedertreffen
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Gaststätte Am Stift Haug, Textorstraße 20, 97070 Würzburg

Mittwoch, 21. Juli, Region 67, 68, 69 (Rhein-Neckar)
Mitgliedertreffen
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Gastwirtschaft Antica Sicilia, In der Au 20, 68259 Mannheim

Montag, 26. Juli, Zoom-Videotreffen
Junger VDS trifft Wirtschaftsjunioren Ostwürttemberg: Fachvortrag „Gendern: Warum (nicht)?“ mit Jessica Ammer (Anmeldung erforderlich unter wirtschaftsjunioren-ostwuerttemberg.de)
Zeit: 19:00 Uhr

Dienstag, 27. Juli, Region 25 (West-Schleswig-Holstein)
Mitgliedertreffen (Anmeldung bei Frau Saxen unter 04841 82510 (ggf. auf AB sprechen) erforderlich))
Zeit: 17:00 Uhr
Ort: Gaststätte Tante Jenny, Schiffbrücke 12, 25813 Husum

Dienstag, 27. Juli, Region 60 (Frankfurt/Main)
Mitgliedertreffen (über Zoom-Videokonferenz)
Zeit: 20:00 Uhr

Mittwoch, 28. Juli, Region 03 (Cottbus)
Mitgliedertreffen
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Hotel „Zur Sonne“, Taubenstraße 7, 03046 Cottbus


6. Hochwasser – Hilfe und Einstiegsinformationen

Hier in aller Kürze Informationen zum Einstieg. Sachspender und Helfer erkundigen sich vorab im Netz und über Facebook über den aktuellen Bedarf und Anliefermöglichkeiten!

Sich nützlich machen

Für Freiwillige zum Anpacken ist es noch zu früh, betont das Technische Hilfswerk (THW). Mancherorts muss immer noch evakuiert werden, Straßen und Brücken sind teils nicht befahrbar, die verbliebenen Wege müssen für die professionellen Hilfskräfte freibleiben. Wo es lokale Anlaufstellen gibt, zum Beispiel in Bad Breisig, vorher anrufen: 02633/4568-333 

Sachspenden

Benötigt werden: Kleidung, Unterwäsche, Hygieneartikel, Handtücher, Waschlappen, Geschirr, Töpfe, Kinderspielsachen, haltbare Lebensmittel. Babynahrung, Hundefutter. Frische Lebensmittel nur nach Verabredung.

Mancherorts sind Sachspenden akut willkommen, beispielsweise im DRK-Ortsverein in Andernach (Karolingerstraße 74), auch am Nürburgring beim DRK-Ortsverein am Wasserwerk in Rhens.

Nicht einfach das Auto mit Lebensmitteln und Sachspenden vollpacken und losfahren! Beispielsweise in Nieder-Olm sind die Lagermöglichkeiten vorerst erschöpft. Aktuelles auf Facebook erkunden!

Geldspenden

Zahlreiche Spendenkonten sind zu finden beim SWR: swr.de (darunter Rotes Kreuz, Caritas).
Besonders sachdienlich dürften Spenden an das Technische Hilfswerk sein: stiftung-thw.de.

TV-Seher kennen die Aktion Deutschland hilft: aktion-deutschland-hilft.de.

Die DLRG ist in der Wasserrettung im Einsatz. Bitte sich an die drei Regionalverbände (Nordrhein, Westfalen oder Rheinland-Pfalz) wenden! Spenden dienen vor allem vor allem für die Beschaffung von Ausrüstung und Einsatzmaterialien für die ehrenamtlichen Retter: dlrg.de.

Vermisste suchen

Keinesfalls auf eigene Faust suchen, das behindert die Rettungsmaßnahmen. diese Telefonnummer nur anwählen, wenn man jemand vermisst: 0800-6565651: Die Leitung nicht mit Hilfsangeboten blockieren!

Aktuelle Lage in NRW über Spenden und Hilfsangebote:

Düsseldorf, Kreis Mettmann: lokalklick.eu; Essen, Ennepe-Ruhrkreis: lokalklick.eu; Bochum, Dortmund, Hagen: lokalklick.eu; Niederrhein: lokalklick.eu; Rhein-Erft-Kreis: lokalklick.eu.

Bahnstrecken außer Betrieb

Informationen unter t-online.de.


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten der vergangenen Woche zur deutschen Sprache. Männer sind mitgemeint, das Gleiche gilt für andere Geschlechter. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln gelegentlich die Meinung der Redaktion.

Redaktion: Oliver Baer, Asma Loukili, Frank Reimer, Dorota Wilke